POLITIK
15/06/2017 09:50 CEST | Aktualisiert 15/06/2017 12:42 CEST

"Körperverletzung": Heiner Geißler teilt bei "Maischberger" gegen den Islam und das Judentum aus

"Brauchen wir die Religion?", fragte Sandra Maischberger gestern in ihrer Talkshow in der ARD.

Und schob gleich die Frage hinterher: "Spaltet Religion die Welt?"

Offensichtlich schon, wenn man sich eine Szene zum Ende der Talkshow ansieht. Auftritt: CDU-Urgestein Heiner Geißler, der im Laufe der Sendung immer wieder gegen Katholiken und Protestanten ausgeteilt hatte (siehe Video oben).

geißler

(Heiner Geißler bei Sandra Maischberger)

Geißler lobte dennoch das christliche Prinzip, dass "die Würde des Menschen unantastbar ist."

Geißler spricht von "Körperverletzung"

Das rief Maischberger auf den Plan, die dazwischen fragte: "Und darf man dann ein Kind beschneiden?"

Für Geißler eine Steilvorlage, sich jetzt auch das Judentum und den Islam vorzunehmen.

Wütend ruft Geißler in die Runde, die unter anderem aus der Theologin Margot Käßmann und der muslimischen Journalistin Khola Maryam Hübsch besteht: "Es ist eine solche Schweinerei."

Geißler redet sich in Rage: "Das ist ein Gesetz (das Beschneidungsgesetz, Anm. d. Red.), das ausschließlich mit Rücksicht auf die jüdische Bevölkerung gemacht worden ist."

Geißler fordert härteres Durchgreifen der Behörden

Maischberger assistiert: "Und auch für die muslimische Bevölkerung." Geißler legt nach: "Die im übrigen auch den Mädchen die Klitoris abschneidet!"

Dann wird es in der Runde laut. Die Gäste rücken nervös auf ihren Stühlen umher. Wohl in der Angst, dass nach der Sendung ein Shitstorm losbricht.

Geißler ist aber nicht zu bremsen. "Die Beschneidung ist schwere Körperverletzung, wird aber längst nicht von allen Staatsanwaltschaften verfolgt", poltert er. "Die Enttabuisierung dieser Themen halte ich für absolut falsch."

Tatsächlich leben in Deutschland laut dem Bundesfamilienministerium rund 50.000 Frauen, die Opfer von Genitalverstümmelung geworden sind. Allerdings in den allermeisten Fällen nicht in Deutschland, sondern in ihren Herkunftsländern wie dem Ägypten, Eritrea, Somalia, Äthiopien, Mali und dem Irak.

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(ujo)

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