Finnland führt selbstfahrende Minibusse ein - und könnte damit den öffentlichen Verkehr revolutionieren

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ROBOBUS
Dieser Minibus ist ab Herbst 2017 in Helsinki im Einsatz. | Screenshot Metropolia Automated Bus
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  • In Finnlands Haupstadt Helsinki soll ein selbstfahrender Bus getestet werden
  • Der RoboBus soll für weniger Verkehr in der Stadt sorgen und so Emissionen verringern
  • Er soll als Ergänzung zu bereits bestehenden Verkehrsmitteln wie Bussen oder Straßenbahnen dienen

Die finnische Hauptstadt Helsinki führt eine selbstfahrende Buslinie ein. Ab Herbst 2017 soll die “RoboBusLine” im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden.

Das Sohjoa Projekt wurde auf Initiative der sechs größten Städte in Finnland ins Leben gerufen. Universitäten und Verkehrsbehörden sind ebenfalls daran beteiligt. Fördermittel erhält es unter anderem von der Europäischen Union, denn das Projekt läuft im Rahmen des mySMARTLife-Programms, welches europäische Städte bei der Entwicklung energiesparender Transportmittel unterstützt.

Minibus soll Anbindung an bestehende Verkehrsmittel verbessern


Der selbstfahrende Minibus soll die Zahl der Autos auf den Straßen reduzieren -
und somit auch die Emissionen. Des Weiteren sollen mit seiner Hilfe die staatlichen Ausgaben für den öffentlichen Verkehr verringert werden und eine bessere Anbindung an Hauptverkehrsrouten geschaffen werden.

So könnten beispielsweise Personen, die weiter von einer Bushaltestelle entfernt wohnen, wie gewohnt mit dem Linienbus fahren und anschließend von der Bushaltestelle mit dem RoboBus nach Hause gebracht werden. Denn der Minibus wird lediglich als Ergänzung zu bereits bestehenden Verkehrsmitteln wie Bussen oder Straßenbahnen dienen.

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Mit elf Stundenkilometern zur Verkehrsrevolution

Während der Testphase wird der Bus zunächst dazu eingesetzt, um Passagiere von der Urlaubsinsel Mustikkamaa zum Zoo von Helsinki zu befördern. Neun Fahrgäste haben in dem Bus Platz. Während der Tests wird immer ein Fahrer mit im Wagen sitzen, der eingreifen kann, falls etwas falsch läuft. Außerdem fahren die Busse nur mit einer Geschwindigkeit von elf Stundenkilometern.

Finnland eignet sich bestens für das Testen von selbstfahrenden Autos, denn die Gesetze des Landes schreiben nicht vor, dass ein Mensch hinter dem Steuer sitzen muss.

Harri Santamala, der das Projekt leitet, sagte dem Medienportal "Inhabitat": “Der RoboBus gibt uns die Möglichkeit die Alltagstauglichkeit von autonomen Verkehrsmitteln zu testen. Er wird uns Aufschluss darüber geben, ob selbstfahrende Busse auf lange Sicht bestehen können und wie sie das Verhalten der Fahrgäste verändern.”

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(jg)