Apple will selbstfahrende Autos auf den Markt bringen - und wird so Tesla gefährlich

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Apple-Chef Tim Cook gab jüngst bekannt, worüber seit Jahren spekuliert wurde: Apple forscht an einem selbstfahrenden Auto. | getty
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  • Apple hat bekanntgegeben, man arbeite an einem selbstfahrenden Auto
  • Damit bestätigte der Technologiekonzern, worüber seit Jahren spekuliert wurde
  • Für Elon Musk und seine Firma Tesla sind das keine guten Nachrichten

Teslas Elektroflitzer begeistern weltweit umweltbewusste Autofahrer. Insbesondere Teslas Autopilot-Funktion ermöglicht vielen ein entspannteres Fahren. Doch jetzt droht der erfolgsverwöhnten Firma Konkurrenz aus dem Silicon Valley.

Apple hat offiziell bestätigt, man arbeite an selbstfahrenden Autos.

Der neue Nebenbuhler für Tesla ist einer der Giganten aus dem kalifornischen Technologie-Tal, hat Milliarden auf der Seite, beschäftigt die besten Leute.

Schon lange wurde in der Branche spekuliert, der Konzern forsche im Geheimen an autonomen Fahrzeugen.

Apple scheint nicht selbst Autos in der Fabrik bauen zu wollen. Stattdessen wollen die Kalifornier an Technologie forschen, die in Zukunft die selbstfahrenden Autos mittels künstlicher Intelligenz um Hindernisse herumkurven lässt und Unfälle verhindern soll.

Morgan Stanley-Analyst sieht Tesla in Gefahr

Trotzdem ist für Branchenanalysten klar: Apple wird zunehmend zu einem ernstzunehmenden Herausforderer für Tesla. "Die Investoren von Tesla müssen sich darauf vorbereiten, dass in Zukunft mehr Konkurrenz um die besten Mitarbeiter und um Kapital in der Branche herrschen wird", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Adam Jonas. Der ist Analyst bei der Investmentbank Morgan Stanley und seit Jahren auf die Automobilbranche spezialisiert.

Worauf Jonas insbesondere hinweisen will: Auch wenn Apple selbst keine selbstfahrenden Autos bauen sollte, wird die iPhone-Firma zur echten Gefahr für Tesla. Denn im Silicon Valley gibt es einen regelrechten Kampf um die schlauesten Köpfe.

Insbesondere Spezialisten für autonomes Fahren, künstliche Intelligenz und elektronische Kartografie sind hochbegehrt. Firmen, die solche Spezialisten gewinnen wollen, müssen ihnen alles bieten: Kostenloses Essen rund um die Uhr, Transport zwischen der Arbeitsstelle und dem Zuhause, exklusive Segeltörns in der Bucht von San Francisco. Und natürlich viel, viel Geld.

Apple will nicht zur Software programmieren

Und damit nicht genug: Jonas sorgt sich, dass von Apple noch viel mehr zu erwarten ist: "Wir glauben, dass Apple in Zukunft nicht mehr nur Software für solche Fahrzeuge programmieren will. Vielmehr wird Apple versuchen, selbst ein Auto auf die Strasse zu bringen."

Denn Apple werde viel erfolgreicher sein, wenn die Firma die Herstellung sowohl der Software als auch der Hardware kontrollieren wird. Wirtschaftsexperten sprechen von "vertikaler Integration".

Multimilliardär und Tesla-Gründer Elon Musk muss sich also in Acht nehmen.

Noch vor einem Jahr gab er Apple wenig Chancen im Kampf um den erblühenden Markt für selbstfahrende Elektroautos. Auf einer Programmiererkonferenz in San Francisco sagte er, Apples Ehrgeiz sei zwar bewundernswert. Aber letztlich habe Apple bereits den Anschluss in einer sehr dynamischen, kurzlebigen Branche verloren.

Doch blickt Musk heute in den Rückspiegel, sieht er: Apple, einst belächelter Konkurrent mit wenig Chancen für den Sieg, holt auf. Und wird dem Shootingstar der Branche gefährlich.

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(ben)