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14/06/2017 16:58 CEST | Aktualisiert 14/06/2017 18:23 CEST

"Wir kriegen das hin": Finanzminister Schäuble rechnet weiter mit Einigung zu Griechenland-Hilfen

dpa
"Wir kriegen das hin": Finanzminister Schäuble rechnet weiter mit Einigung zur Griechenland-Rettung

  • Finanzminister Schäuble rechnet damit, dass sich die Euro-Länder und der IWF über weitere Milliarden-Hilfen für Griechenland einigen werden

  • Der IWF möchte sich an der Griechenland-Rettung nur beteiligen, wenn Athen Schulden erlassen werden

  • Aber schon eine symbolische Geste könnte Druck von Griechenland nehmen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rechnet weiter mit einem Kompromiss über weitere Hilfen für Griechenland.

Vor dem Treffen der Euro-Finanzminister an diesem Donnerstag in Luxemburg bekräftigte sein Sprecher, der Minister sei sehr zuversichtlich. "Wir gehen davon aus, dass wir ein tragfähiges Gesamtpaket vereinbaren können", sagte er am Mittwoch in Berlin.

Griechenland benötigt im Juli rund sieben Milliarden Euro, um alte Schulden zu begleichen. Streitpunkt war zuletzt die künftige Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und mögliche Schuldenerleichterungen.

Vieles deutet auf einen Durchbruch

Der IWF beteiligt sich bisher nicht am dritten Rettungspaket, das bis zu 86 Milliarden Euro umfasst und bis zum Sommer 2018 läuft. Der Fonds hält die griechische Schuldenlast für zu hoch und pocht auf weitere Erleichterungen für Athen.

Nun könnte es am bevorstehenden Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag zu einer Einigung kommen. Wie die Lösung für Griechenland aussehen könnte, ist noch unklar.

Bisher wollten die Euro-Länder - allen voran Deutschland - erst nach Abschluss des dritten Rettungspaketes mögliche Schuldenerleichterungen angehen, falls diese dann notwendig sein sollten.

Mit einem formellen Schuldenerlass rechne daher niemand, berichtet die "Welt". Allerdings könne schon eine gemeinsame Erklärung mit dem IWF und die Freigabe weiterer Hilfsmitteln Druck von den Griechen nehmen.

Finanzmärkte schlagen nach Schäuble Äußerung aus

Wie viel Worte in der Griechenlandkrise bewirken, zeigte auch eine Äußerung von Schäuble am Dienstag. Der Finanzminister hatte gesagt, die Einigung werde kommen - und damit für einen Ausschlag auf den Finanzmärkten gesorgt.

"Am Donnerstag kriegen wir es auch hin. Sie werden das sehen", sagte Schäuble auf einer Konferenz der Wirtschaftsnachrichtenagentur in Berlin.

Wie die "Welt" berichtet, sei die Nachfrage nach griechischen Staatsanleihen daraufhin gestiegen. Das zeuge von der abnehmenden Angst vor dem Kollaps des Krisenlandes.

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(mf)