Nach Schießerei in München: Das wissen wir über den Täter

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UNTERFHRING
Der 37-Jährige hat auf eine Polizistin geschossen | dpa
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Der Schütze vom S-Bahnhof in Unterföhring bei München ist am Mittwoch in eine geschlossene Psychiatrie gebracht worden.

Ein Richter hatte zunächst Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt. Aufgrund seines Zustandes sei nun ein Unterbringungsbefehl erlassen worden, sagte ein Sprecher der Münchner Polizei am Mittwoch. Die Ermittlungen gegen ihn laufen weiter

Ein Polizeisprecher sagte am Morgen, der bei der Schießerei am Vortag verletzte Mann könne aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Zu den Vorwürfen hat sich der Schütze noch nicht geäußert. Das sagte der Präsident des Münchner Polizeipräsidiums, Hubertus Andrä, am Mittwoch.

Der 37-Jährige hatte am Vortag bei einer Kontrolle einem Polizisten die Pistole entrissen und dessen Kollegin in den Kopf geschossen. Die 26-Jährige schwebe weiter "in höchster Lebensgefahr", sagte der Sprecher.

Das ist bislang über den Täter bekannt:

► Der 37-Jährige war den Ermittlungen zufolge zuvor aus Athen gekommen und hatte die Nacht am Münchner Flughafen verbracht. Am Morgen fuhr er dann mit einem Rucksack in der S8 in Richtung Innenstadt.

► Alexander B. habe lange Zeit in den USA gelebt, wo seine Eltern zuhause sind, sagte der Polizeisprecher. Was der 37-Jährige dort gemacht hat, stehe noch nicht fest. "Wir wissen, dass er nicht beim Militär war."

► Die Ermittler konnten den Vater des 37-Jährigen telefonisch erreichen. Nach dessen Angaben befand sich sein Sohn auf einer Reise durch Europa.

► In den USA soll er schon straffällig geworden sein. Aus ermittlungstechnischen Gründen äußerte sich die Polizei nicht zu weiteren Details.

► In Deutschland war der 37-Jährige allerdings bereits 2014 polizeilich aufgefallen. Er wurde mit einer geringen Menge Cannabis erwischt. Da die Polizei von Eigenbedarf ausging, wurde das Verfahren eingestellt.

► Offen bleibt weiterhin, wo Alexander B. den Umgang mit Waffen gelernt hat und warum die Situation so eskaliert ist.

Die Polizeigewerkschaft sieht keinen Handlungsbedarf bei der Sicherung von Pistolen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht unterdessen keinen Handlungsbedarf bei der Sicherung der Pistolen. Der Randalierer hatte die Dienstwaffe aus dem Holster des Beamten gezogen.

"Vom Grundsatz her sollte es eigentlich nicht passieren, dass dem Kollegen die Waffe entrissen werden kann", sagte der bayerische GdP-Landesvorsitzende Peter Schall der Deutschen Presse-Agentur. "Da ist eigentlich ein Verriegelungsknopf."

Die Beamten müssten extra die Bewegung trainieren, beim Ziehen der Waffe diesen Knopf zur Seite zu drücken.

Von daher verwundere es, dass der Täter bei dem Vorfall die Waffe habe an sich reißen können. "Aber für alle Eventualitäten ist man dann wohl doch nicht gewappnet", sagte Schall.

Er betonte: "Zu kompliziert darf man es auch nicht machen, denn wenn ein Kollege in einer Notwehrsituation die Waffe schnell ziehen muss, kann er nicht erst zwei, drei Sicherungen öffnen müssen."

Mit Material von dpa.

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(ll)

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