"Anti-Schulz-Tendenz": Kurt Beck gibt Medien die Schuld am Umfrageeinbruch der SPD

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KURT BECK
Kurt Beck glaubt, dass die Medien Schulz schlechtem Abschneiden ist | Alex Domanski / Reuters
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  • In einem Interview beklagt Kurt Beck eine "mediale Anti-Schulz-Tendenz"
  • Die Medien hätten "kein gutes Haar" an Schulz gelassen
  • Deshalb seien auch die Umfragewerte der SPD eingebrochen

In einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" liefert der ehemalige SPD-Chef Kurt Beck eine durchaus überraschende Antwort auf die schlechten Umfragewerte seiner Partei.

Der Umfrageeinbruch der SPD sei auf "eine unfaire Darstellung des Spitzenkandidaten" in den Medien zurückzuführen, klagt Beck.

Die Aufregung um Schulz sei aus der Situation heraus entstanden. Im Nachhinein hätten die Medien aber so getan, "als habe er selbst den Hype um seine Person erfunden".

Tatsächlich sei die Euphorie um den neuen Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten echt gewesen und habe einfach nur "schön gepasst."

Beck wirft Medien "tendenziöse Berichterstattung" vor

Dass die Umfragewerte der Partei und ihres Kandidaten schließlich so einbrachen, sei auf die Medienberichterstattung zurückzuführen.

Die schlechten Werte in den Umfragen, glaubt Beck, "haben viel damit zu tun, dass an Martin Schulz kein gutes Haar gelassen worden ist". Die Medien hätten Schulz und die SPD "tendenziös dargestellt", klagt Beck. Irgendwann hätten auch die Wähler den Argumenten geglaubt.

"Wenn Sie wochenlang, und das habe ich als Parteivorsitzender am eigenen Leib erfahren, immer die gleichen Botschaften durch die Mühle drehen, die SPD sei unkonkret, unklar, liefere keine Inhalte, dann sagen das die Leute auf der Straße irgendwann nach", sagt Beck im Interview.

Im Frühjahr hatte die SPD die Union in Umfragen teilweise sogar überholt. Inzwischen ist der Abstand zwischen den Sozialdemokraten und den Konservativen wieder so groß wie bei der Bundestagswahl 2013.

Beck: "Die SPD hat sich mitreißen lassen"

Immerhin: Beck gibt auch zu, dass die SPD den ein oder anderen Fehler gemacht hat.

Das viel kritisierte Fehlen eines konkreten Wahlprogramms erklärte Beck mit Schulz' "Respekt vor dem Föderalismus": Er "wollte die Wahlentscheidungen in den Ländern nicht mit bundespolitischen Themen wie etwa einer Rentendebatte überlagern", versichert Beck.

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(ben)

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