Ehemaliger US-Botschafter Kornblum rechnet mit Polittheater um Trump ab

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JOHN KORNBLUM
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  • Der US-Justizminister Jeff Sessions hat am Dienstag vor dem Geheimdienstausschuss des Senats ausgesagt
  • Dabei hat er jede Beteiligung in eine russische Beeinflussung der US-Wahl 2016 zurückgewiesen
  • Allerdings hält der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, Sessions für "nicht sehr glaubwürdig""

"Nichts, niemals!"

Entrüstet hat US-Justizminister Jeff Sessions jegliche Kontakte nach Russland vor der US-Wahl zurückgewiesen.

Sessions sollte bei der Befragung eigentlich erklären, ob und wie Russland das Wahlergebnis in den USA beeinflusst haben könnte.

Seine Anhörung am Dienstag vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats brachte aber keine neuen Erkenntnisse - weil Sessions sich auffallend wortkarg gab. Außer als es um den Ex-FBI-Chef James Comey ging, der Donald Trump vergangene Woche schwer belastet hatte. .

Immer wieder widersprach Sessions den Aussagen des gefeuerten FBI-Direktors James Comey.

Doch John Kornblum, der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, hält Sessions für "nicht sehr glaubwürdig". Auch weil dieser bereits nachweislich unter Eid gelogen hat.

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"Politiktheater in Washington"

Die Anhörung mit Sessions sieht Kornblum als Teil des derzeitigen "Politiktheaters in Washington". "Im Mittelpunkt dieses Theaters steht der Präsident", sagte Kornblum im "Deutschlandfunk".

Doch bisher gebe es keinen Beweis, dass Donald Trump mit Russland zusammengearbeitet hat, um der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu schaden.

"Sessions wurde bestimmt vorgeschickt, um das alles ein bisschen zu beruhigen, dem Präsidenten seine Loyalität auszusprechen und die Luft aus der ganzen Sache zu lassen." Doch das hat Sessions aus Sicht Kornblums nicht geschafft.

Allen ist klar, dass sich die Russen in die Wahl eingemischt haben - außer Trump

"Dass sich die Russen (in die Wahl, Anm. d. Red.) eingemischt haben, ist für alle - außer Trump - klar", unterstrich der pensionierte US-Diplomat. Deshalb sei bei Sessions' Aussagen weniger wichtig, was er gesagt habe, sondern wie: Denn der Justizminister habe Ausdrücke wie "entsetzlich" und "abscheulich" verwendet, "das war voll mit Emotionen".

Sein Ziel sei vielmehr gewesen, "seinem Präsidenten klarzumachen, dass er auf seiner Seite steht", glaubt Kornblum. Das könnte geklappt haben: Nach dem Auftritt habe Sessions nun die volle Rückdeckung des Präsidenten.

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(ben)

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