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14/06/2017 08:48 CEST

Deutschland versagt beim Kampf gegen Islamismus

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Deutschland versagt beim Kampf gegen Islamismus

In Deutschland gibt es diverse Programme, die verhindern sollen, dass Menschen zu Extremisten werden. Das klingt gut. Bringt aber offenbar wenig.

Das geht aus dem "Bericht der Bundesregierung über Arbeit und Wirksamkeit der Bundesprogramme zur Extremismusprävention" hervor, über den die "Bild"-Zeitung am Mittwoch berichtet. Er soll noch am gleichen Tag im Kabinett vorgestellt werden.

Islamische Gemeinden misstrauen den Programmen

Darin heiße es, der Erkenntnisgewinn in Sachen "islamistischen Extremismus“ sei bisher "gering“. Islamische Träger seien kaum in der Lage, Jugendliche über ihre Trägergrenzen hinaus anzusprechen. Islamische Gemeinden seien den Bundesprogrammen mit Misstrauen begegnet.

In dieser Legislaturperiode hat die Bundesregierung dem Bericht nach 115 Millionen Euro für "zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und zur Extremismusprävention“ veranschlagt, dreimal so viel wie in der Periode davor. Für das "nationale Präventionsprogramm“ seien 2018 100 Millionen Euro vorgesehen, darunter für Unterstützung von Moscheegemeinden und den Ausbau der Prävention im Netz.

Experten betonen Notwendigkeit der Prävention

Nach den Terroranschlägen in London hatte der renommierte Terror-Experte Peter Neumann vom King's College in London unter anderem gefordert, der Staat müsse den Menschen, die im Netz nach Antworten auf ihre Lebensfragen suchten, Antworten anbieten - um zu verhindern, dass Islamisten die Chance nutzen, um Anhänger zu rekrutieren.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass insbesondere junge Menschen, die sich wenig anerkannt fühlen, Selbstbestätigung und Sinn suchen, anfällig für Radikale sind.

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(mf)