Mitglied des Assad-Clans lebt als Flüchtling in Nordrhein-Westfalen

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BASHAR ASSAD
Eine Verwandte von Syriens Diktator Assad lebt als Asylsuchende in Nordrhein-Westfalen | Sana Sana / Reuters
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  • In einem Flüchtlingsheim in Nordrhein-Westfalen ist eine besondere Asylbewerberin aufgetaucht
  • Fatima Massoud al-Assad ist eine angeheiratete Verwandte des syrischen Diktators Bashar al-Assad
  • Jetzt lebt sie in in Bad Belseberg - und sorgt bei den Behörden für Wirbel

Syriens Diktator Bashar al-Assad meuchelt sein Volk - und macht dabei offenbar auch vor der eigenen Familie nicht halt. Das zeigt der Fall einer Asylsuchenden im nordrhein-westfälischen Kreis Warendorf, über den die "Westfälischen Nachrichten" berichten.

Demnach hat Fatima Massoud al-Assad, die Witwe eines Cousins des syrischen Despoten, im vergangenen Jahr in Deutschland Asyl beantragt. Der Grund, so schreiben die "Westfälischen Nachrichten": Die Frau sei Opfer familieninterner Auseinandersetzungen geworden. Im September 2015 sei sie von einem weiteren Mitglied des Assad-Clans mit vier Kugeln niedergestreckt worden - habe aber schwer verletzt überlebt.

Fatima Massoud al-Assad sorgt für Auseinandersetzungen im Flüchtlingsheim

Nun lebt Fatima Massoud al-Assad in einem Flüchtlingsheim in Bad Belseberg. Dies bestätigte Dr. Olaf Gericke, Landrat bei der Kreisverwaltung Warendorf, den "Westfälischen Nachrichten". Die Assad-Schwägerin sei dem Kreis ohne Informationen über ihren brisanten Hintergrund zugewiesen worden.

"Dass sie uns aber zugewiesen wurde, ohne dass uns die Bezirksregierung in Arnsberg oder das Düsseldorfer In­nenministe­ri­um auf den besonderen Hintergrund der Frau hingewiesen haben, kann ich nicht akzeptieren", sagte Gericke der Zeitung.

Laut der "WN" sei es bereits zu Auseinandersetzungen im Flüchtlingsheim Bad Belseberg gekommen, nachdem weitere Bewohner die Identität Fatima Massoud al-Assads entdeckt hätten. Mehrere Geflüchtete hätten die Frau angegangen.

Assad-Schwägerin kann nicht nach Syrien abgeschoben werden

"Wenn hier Schlimmeres vorgefallen wäre, wäre der Teufel losgewesen", kommentierte Landrat Gericke gegenüber der Zeitung die Situation. Vorerst wird Fatima Massoud al-Assad aber im Kreis Warendorf verbleiben.

Denn nach Syrien abgeschoben werden kann die Verwandte des Diktators nicht - schließlich droht ihr dort offenkundig Gefahr für Leib und Leben. Das Kreisordnungsamt Warendorf prüft nun eine Abschiebung in den Libanon. Da die Frau auch eine libanesische Staatsbürgerschaft besitze, "könnte sie dorthin grundsätzlich abgeschoben werden", sagte Leiter des Amts, Ralf Hollstiege, den "Westfälischen Nachrichten.

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