Salafisten-Familien reiste zum IS - und kassierte 19.278 Euro Sozialhilfe

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ISIS FIGHTERS
Salafisten-Familien reiste zum IS - und kassierte 19.278 Euro Sozialhilfe | Stringer . / Reuters
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  • Eine Salafisten-Familie aus Wolfsburg reiste mit zwei Babys zum IS
  • Dabei ließ sie sich weiter Sozialhilfe zahlen
  • Erst nach knapp einem Jahr wurden die Zahlungen eingestellt

Nach einem Bericht der "Braunschweiger Zeitung" soll ein Mitglied der Wolfsburger Salafisten-Szene im Herbst 2014 mitsamt seiner Frau und seinen beiden Babys nach Syrien ausgewandert sein, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen.

Dabei ließ sich die Familie weiter Sozialhilfe vom deutschen Staat auszahlen - insgesamt 19.278 Euro.

Familie soll bei Rakka ums Leben gekommen sein

Vor der Abreise sorgte das russlanddeutsche Paar dafür, dass es weiterhin Sozialleistungen des deutschen Staates erhielt. Demnach soll das Ehepaar bis September 2015 insgesamt 12.598 Euro Arbeitslosengeld I erhalten haben.

Bis August des selben Jahres wurden zudem 3.680 Euro Kindergeld sowie 3.000 Euro Betreuungsgeld von der Stadt Wolfsburg überwiesen.

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In Syrien erwartete die Familie dann ein grausames Schicksal. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung vermutet das LKA, dass die Familie bei Kämpfen in der Nähe von Rakka ums Leben gekommen ist.

Warum wurde die Stadt so spät informiert?

Das Sozialhilfe-Geld landete dabei nicht in Syrien - sondern beim Schwiegervater des IS-Kämpfers.

Der hob das Geld mit einer EC-Karte ab und versteckte es in einer Plastiktüte in seinem Badezimmer. Die Polizei entdeckte es bei einer Hausdurchsuchung. Der Mann wurde in der letzten Woche vom Amtsgericht Wolfsburg zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 100 Euro verurteilt.

Erst knapp ein Jahr nach der Ausreise informierten die Ermittler des LKA die Stadt Wolfsburg, dass die Familie Deutschland verlassen habe - die Leistungen wurden daraufhin sofort eingestellt. Unklar ist, warum das LKA die Stadt erst so spät informiert hatte.

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