Nach Öl-Unfall: Eine Idee von zwei Bauarbeitern macht das Desaster nur noch schlimmer

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BAUSTELLE
Nach Öl-Unfall: Eine Idee von zwei Bauarbeitern macht das Desaster nur noch schlimmer. | iStock
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Wenn etwas schmutzig ist, dann macht man es für gewöhnlich wieder sauber. Die Hände wäscht man mit Seife, schmutziges Geschirr mit Spülmittel - denn, wie der Name schon sagt, spült es den Schmutz einfach weg.

Auf diesen weisen Schluss sollen im April 2016 auch zwei Bauarbeiter gekommen sein, denen während der Bauarbeiten am Bleichenfleet, einem Kanal in Hamburg, mehrere Liter Hydrauliköl eines Baggers ins Wasser gelaufen war.

Die Bauarbeiter wollten das Wasser reinigen - mit Spülmittel

Weil sie davon ausgingen, dass Spülmittel die schwere Verunreinigung lösen würde, kippten sie kanisterweise Spüli in den Wassergraben. Dafür hatten sie sich sogar extra ein Ruderboot organisiert.

Der 58-jährige Baggerführer und sein 37-jähriger Kollege wollten damit das Wasser "putzen“, wie die "Hamburger Morgenpost“ berichtet. Der Plan der beiden Männer ging jedoch, oh Wunder, leider nicht auf. Im Gegenteil.

Sie hätten alles nur noch "verschlimmbessert"

"Man hätte sich gewünscht, dass er (der Baggerführer) einfach die Umweltbehörde informiert", zitiert die Zeitung den Richter, der sich seit vergangenen Montag mit dem Fall beschäftigen muss.

Denn durch die Tenside des Putzmittels hätte sich das Wasser mit dem Öl nur noch besser vermischt, wie ein Sachverständiger erklärt. Die Eigeninitiative der Arbeiter hätte daher zu einer "Verschlimmbesserung“ geführt.

Nun müssen sich beide wegen "unerlaubten Umgangs mit Abfällen" und "Gewässerverunreinigung" vor Gericht verantworten. Das Gericht muss nun klären, ob das eingesetzte Spülmittel tatsächlich als Abfall gilt.

Der Prozess soll am 4. Juli fortgesetzt werden.

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(lm)