Klickbetrug in Thailand aufgeflogen: Polizei findet 500 iPhones und kistenweise SIM-Karten

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KLICKFARM
Ermittler decken Klickfarm in Thailand auf. Dort wurde Klickbetrug für den Nachrichtendienst WeChat betrieben. | Youtube/TNAMCOT
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  • In Thailand hat die Polizei eine Klickfarm ausgehoben, die Klickbetrug im großen Stil betrieben hat
  • Die Beamten fanden fast 500 iPhones und zehntausende SIM-Karten
  • Nun sucht die Polizei die Hintermänner

Bei einer Hausdurchsuchung in Thailand haben Polizisten einen erstaunlichen Fund gemacht. In einem Gebäude nahe der Grenze zu Kambodscha fanden sie Kisten voller neuer Sim-Karten. Insgesamt 347.200 Handykarten von drei verschiedenen Providern haben die Beamten konfisziert, berichtet die Zeitung “Bangkok Post”. Außerdem sollen die Ermittler fast 500 iPhones gefunden haben.

Die Apple-Smartphones der Typen iPhone 4S, 5C und 5S waren auf Metallgestellen angeordnet gewesen, wie die Nachrichtenagentur TNAMCOT auf Youtube berichtet. Die Bilder zeigen auch, dass die Geräte in dem Aufbau mit Strom versorgt und offenbar mit Computern verbunden waren.

Klickbetrug im großen Stil

Drei in dem Gebäude festgenommene Chinesen erklärten den Beamten die Apparatur. Demzufolge waren die drei Männer im Alter zwischen 25 und 33 Jahren von einer Firma angeheuert worden, um mit den Handys von Thailand aus Klickbetrug im chinesischen Nachrichtendienst WeChat zu betreiben.

WeChat ist einer der meistgenutzten Onlinedienste der Welt. Nach Angaben des Dienstes hatte er im ersten Quartal 2017 mehr als 900 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Die ursprüngliche Chat-App ist WeChat ein Universaldienstleister. Man kann über dort Essen bestellen, online einkaufen, Rechnungen bezahlen und vieles mehr.

Die Aufgabe der chinesischen Klickfarm in Thailand sei es eben gewesen, mit den iPhones zum Beispiel Fake-Likes für bestimmte Produkte zu hinterlassen oder Produkte im sozialen Netzwerk von WeChat zu bewerben. Dies funktioniert über von Bots generierte Meldungen. Aufgrund der günstigen Mobilfunktarife fiel die Wahl dabei auf Thailand.

4000 Euro Lohn im Monat

Ihre Auftraggeber wollten die drei Festgenommenen nicht verraten. Nur, dass diese ihnen die iPhones besorgt und ihnen für ihre Arbeit monatlich knapp 4000 Euro (150.000 Bhat) gezahlt haben.

Drei Monate lang hätten sie ihre Klickfarm unbemerkt betrieben, bevor sie nun ausgehoben wurde. Das haben die Männer einem weiteren Bericht der "Bangkok Post" zufolge ausgesagt. Der Hinweis, dass im Haus illegale Migranten leben würden, half den Beamten der Klickfarm auf die Spur zu kommen.

Gegen die drei Männer soll nun nicht wegen Klickbetrugs, sondern weil sie ohne Arbeitserlaubnis in Thailand gearbeitet haben, ermittelt werden. Die Polizei wird wohl auch den illegalen Import der fast 500 iPhones prüfen. Deren Herkunft ist bislang noch ungeklärt.

Die Polizei sucht nun die Hintermänner

Bei einer weiteren Durchsuchung am Montag hatten Beamte in einem anderen Haus weitere rund 100.000 Sim-Karten gefunden, die derselben Gruppe zugeordnet werden. Nun beschäftigt die Beamten, wie die die Gruppe an diese gekommen ist.

Mobilfunkanbieter sind in Thailand gesetzlich dazu verpflichtet, die Daten von Mobilfunknutzern aufzunehmen, sobald diese eine Sim-Karte aktivieren. Dass die Festgenommenen selbst diese große Zahl an Sim-Karten besorgt haben, schließt der örtliche Polizeichef aus. Man suche jetzt nach den Hintermännern, die die Aktion finanziert haben.

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(cho)