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13/06/2017 20:09 CEST | Aktualisiert 13/06/2017 20:42 CEST

Britische Zeitung enthüllt: So unmenschlich müssen Arbeiterinnen in Ivanka Trumps Fabriken schuften

Hannibal Hanschke / Reuters
Britische Zeitung enthüllt: So unmenschlich sollen Arbeiterinnen in Ivanka Trumps Modefabriken schuften

  • Der britische "Guardian" hat einen Skandal um Ivanka Trumps Modelabel aufgedeckt

  • Arbeiter aus Indonesien und Malaysia klagen über untragbare Bedingungen

  • Besonders absurd: Vor allem Frauen werden unter Druck gesetzt

Löhne unter der Armutsgrenze, Beschimpfungen und erzwungene Überstunden.

Der britische "Guardian" befragte über ein Dutzend Arbeiter der in Malaysia und Indonesien ansässigen Fabriken, die Mode für das Label von Ivanka Trump herstellen.

Dem Bericht zufolge werden die Arbeiter in einem Klima der Angst eingeschüchtert und Gewerkschaftsbestrebungen im Keim erstickt.

Die ausgezahlten Löhne seien so niedrig, dass es Vätern und Müttern kaum möglich ist, ihre Familien zu ernähren. Und das in Ländern, in denen der Mindestlohn gerade mal bei 100 bis 200 Euro pro Monat liegt.

Zum Vergleich: Eine einfache Handtasche der Sommerkollektion Trumps liegt bei circa 150 Euro.

Enttäuschende Bilanz für die selbsternannte Feministin

Besonders enttäuschend sind die Erkenntnisse über den Umgang mit den weiblichen Angestellten.

Hatte sich Ivanka Trump auf der W20-Frauenkonferenz noch als Feministin stilisiert, werfen die jüngsten Enthüllungen ein anderes Licht auf die Milliardärstochter.

Angaben der Arbeiterinnen zufolge habe man ihnen Boni angeboten, sollten sie sich während ihrer Menstruation nicht frei nehmen. Gelebter Feminismus sieht anders aus.

Die Enthüllung ist kein Einzelfall

Bereits eine Woche zuvor war Ivanka Trump wegen untragbarer Verhältnisse in chinesischen Fabriken negativ aufgefallen.

Hua Haifeng, Su Neng und Li Zhao u hatten in den Fabriken, die Schuhe für das Modelabel herstellten verdeckt ermittelt und waren daraufhin festgenommen worden. Ihnen werde "illegaler Einsatz von Überwachungsgeräten" vorgeworfen.

Die drei Aktivisten arbeiteten für die in New York ansässige Organisation China Labor Watch (CLW), die in Ganzhou und Dongguan Zulieferer für die Marke der US-Präsidententochter und anderer untersucht.

Die Untersuchungen hatten ergeben, dass Arbeiter zu Überstunden gezwungen und unter Mindestlohn bezahlt werden. Auch in China konnten die Aktivisten die Verletzung von Frauenrechten und verbale Misshandlungen nachweisen, teilte CLW mit.

"Ivanka Trump und andere Marken sollten bei der Verfolgung dieser Arbeiteraktivisten nicht wegschauen", sagte Patrick Poon von Amnesty am Dienstag in Hongkong.

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