Trump trifft sich erstmals mit kompletten Kabinett - was passiert, erinnert an Nordkorea

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  • Erstmals ist Donald Trumps gesamtes Kabinett öffentlich zusammengekommen
  • Doch das Treffen mit den wichtigsten Mitarbeitern des US-Präsidenten geriet zur Farce
  • Denn die Runde überhäufte ihren Chef mit Komplimenten
  • Die Szene seht ihr oben im Video

Donald Trumps erste Kabinettssitzung mit allen Top-Mitarbeitern ist zu einer Schmierenkomödie geworden. Der US-Präsident hatte seinen Stab am Montagabend zusammengetrommelt. Doch statt konstruktiven, offenen Gesprächen überschütteten die Mitarbeiter ihren Chef mit schleimigen Komplimenten - jeder Anwesende einzeln, live im Fernsehen.

Die Sitzung im Weißen Haus begann damit, dass Trump das "Rekord-Tempo" seiner legislativen Agenda anpries und behauptete, es habe - mit wenigen Ausnahmen - niemals einen Präsidenten gegeben, der mehr im Büro gearbeitet habe als er.

Fakt ist: Der US-Präsident hat nach knapp fünf Monaten im Amt noch kein einziges größeres Gesetzesvorhaben umgesetzt. So waren zum Beispiel eine Steuerreform, eine neue Gesundheitsgesetzgebung, eine milliardenschwere Initiative zur Erneuerung der Infrastruktur und der sofortige Bau einer Mauer zu Mexiko groß angekündigt worden. Mehr aber auch nicht.

Lobpreisungen für das Staatsoberhaupt wie in Nordkorea

Was nach Trump Eröffnungsrede folgte, glich einem bizarren Ritual: Trump rief reihum seine Mitarbeiter auf, eine kurze Bemerkung zu geben. Beginnend mit Vizepräsident Mike Pence versuchte jedes der Kabinettsmitglieder den jeweiligen Vorredner mit positiven Aussagen über Trump zu übertreffen. Eine Szene, die stark an das diktatorische Regime Kim Jong-uns in Nordkorea erinnerte.

"Es ist das größte Privileg meines Lebens, als Vizepräsident einem Präsidenten zu dienen, der sein Wort an das amerikanische Volk hält und ein Team zusammenbringt, das echte Veränderung, echten Wohlstand, echte Kraft unserer Nation zurückbringt", erklärte Mike Pence.

Reince Priebus, Stabschef des Weißen Hauses, dankte dem Präsidenten für "die Gelegenheit und den Segen, Ihrer Agenda zu dienen".

Verkehrsministerin: "Aberhunderte Menschen waren 'begeistert' von Trumps Besuch"

Verkehrsministerin Elaine Chao pries den Erfolg der "Infrastruktur-Woche" an. Zugleich bemerkte sie, dass "Aberhunderte Menschen begeistert" vom Besuch des Präsidenten in ihrer Abteilung waren.

Selbst die US-Gesandte bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, feierte die Botschaft Trumps an die Welt und bezeichnete sie als "neuen Tag" in der UN. "Ich denke, die internationale Gemeinschaft weiß, dass wir zurück sind", fügte Haley hinzu. "Danke", antwortete Trump. "Das ist wahr."

Das Bemerkenswerte: Noch vor Kurzem hatte sie mehrfach ihrem Chef widersprochen. Noch während Trumps Wahlkampf war sie eine seiner erbittertsten Gegnerinnen innerhalb der Republikaner.

Viele Lacher im Raum

Abbitte leistete der US-Handelsvertreter Robert Lighthizer. "Zuerst möchte ich mich für mein spätes Erscheinen entschuldigen. Vier Monate lang bin ich im Sumpf stecken geblieben, den du trocken legen willst." Der gesamte Raum reagierte mit Gelächter.

CIA-Direktor Mike Pompeo spielte in seiner kurzen Ansprache auf das ambivalente Verhältnis Trumps zu dem Nachrichtendienst an: "In der schönsten Tradition der CIA sage ich nicht ein verdammtes Ding vor den Medien." Wieder eine Runde Lachen.

Der US-Präsident beendete den öffentlichen Teil des Treffens, indem er den anwesenden Reportern und Fotografen dankte. Fragen zum geschassten FBI-Direktor James Comey beantworte Trump nicht. Stattdessen wurde die Presse aus dem Raum begleitet.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost US. Er wurde von Marco Fieber übersetzt und leicht angepasst.

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