"Finis Germania" in der Bestenliste: "Spiegel"-Journalist verlässt wegen Empfehlung die Jury

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FINIS GERMANIA
"Finis Germania" - diese Leseempfehlung sorgt für Wirbel | NDR.de
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  • Der "Spiegel"-Journalist Johannes Saltzwedel hat das umstrittene Buch "Finis Germania" empfohlen
  • Das Werk des Historikers Rolf Peter Sieferle weist rechte Tendenzen auf
  • Saltzwedel musste wegen empörter Reaktionen aus der Jury "Sachbücher des Monats" zurücktreten

Das Buch "Finis Germania" des Historikers Rolf Peter Sieferle sorgt für Wirbel: So hat der Norddeutsche Rundfunk (NDR) seine Zusammenarbeit mit der Jury "Sachbücher des Monats" ausgesetzt. Zur Begründung hieß es, in der Juni-Ausgabe wurde dieser Titel empfohlen, der für NDR Kultur nicht tragbar sei.

Gemeint ist "Finis Germania".

Nach Einschätzung von NDR Kultur und anderer Kritiker äußert Rolf Peter Sieferle (1949-2016) in seinem Buch rechtslastige Verschwörungstheorien, von denen sich NDR Kultur entschieden distanziert. Der Juryvorsitzende Andreas Wang, ehemaliger leitender NDR-Kultur-Redakteur, forderte deshalb Johannes Saltzwedel zum Rücktritt auf.

Saltzwedel, Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", hatte des Buch empfohlen - und zieht nun daraus die Konsequenzen.

Er verlässt die Jury.

Saltzwedel bedauert die "Verwerfungen"

"Mit der Empfehlung des Buches habe ich bewusst ein sehr provokantes Buch der Geschichts- und Gegenwartsdeutung zur Diskussion bringen wollen", teilte Saltzwedel am Montag mit. "Ich wollte durch meinen Vorschlag auf keinen Fall das Renommee der Sachbuch-Bestenliste beschädigen und bedaure sehr die Verwerfungen, die sich daraus ergeben haben", hieß es weiter.

Seit mehr als 15 Jahren veröffentlicht NDR Kultur gemeinsam mit der "Süddeutschen Zeitung" und dem Börsenblatt des Deutschen Buchhandels die Empfehlungen der unabhängigen Jury "Sachbücher des Monats". Dem Gremium gehören Wissenschaftler sowie Autoren und Redakteure großer Medienunternehmen in Deutschland an.

"Wir hoffen, dass mit diesem Schritt die Vertrauenswürdigkeit der Liste wiederhergestellt ist", sagte Wang der dpa. "Im Übrigen werden wir das Verfahren der listenmäßigen Platzierung derart erneuern, dass keine Platzierung eines einzelnen Mitglieds der Jury möglich ist."

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