"Glaskinn": Peter Tauber greift die SPD für Wahlwerbung an - deren Antwort sitzt

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Der Wahlkampf für die Bundestagswahl läuft bisher - abgesehen von den gelegentlichen Ausfällen der AfD - weitgehend gesittet ab.

Das führt wohl dazu, dass das Sensibilitätsniveau bei den Politikern steigt. Darauf deutet zumindest eine Auseinandersetzung auf Twitter hin.

CDU geht gefühlt ohne Programm in den Wahlkampf

Ausgelöst hat sie der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Flisek. Er postete auf Twitter eine Bildmontage der SPD. Dessen Botschaft: Kandidat Martin Schulz zieht mit vielen Ideen in den Wahlkampf, die CDU mit nur einer: Angela Merkel. Dazu wird die Kanzlerin unvorteilhaft von Grau umgegeben dargestellt. Dazu schrieb Flisek "Ohne Worte".

Tatsächlich trifft die Beschreibung von Flisek einen wunden Punkt der CDU. Sie fiel bisher nicht mit vielen originellen Ideen für den Wahlkampf auf. Nicht mal mit einem eigenen Rentenkonzept will die Partei in den Wahlkampf gehen.

Das Bild, das Flisek gepostet hat, stammt von einem 16-jährigen SPD-Mitglied, wie sich inzwischen herausgestellt hat. Also keineswegs um ein offizielles Wahlplakat. Dennoch schlug der Post hohe Wellen - vor allem bei der Union.

Tauber: "Typisch Sozis"

Getroffene Hunde bellen, sagt ein Sprichwort. Insofern überrascht es nicht, dass Fliseks Post den CDU-Generalsekretär Peter Tauber auf den Plan rief.

Der ätzte auf Twitter zurück: "Das ist der faire Wahlkampf von dem ihr immer redet. Typisch Sozis. Darum steht ihr in den Umfragen da wo ihr steht..."

Wohlgemerkt: Tauber selbst ist kein Kind von Traurigkeit. Er verglich unter anderem FDP-Chef Christian Lindner mit dem AfD-Politiker Alexander Gauland (den Vergleich nahm er später zurück). Für seine markigen Sprüche auf Twitter ist er bekannt.

Das wissen sie auch bei der SPD.

Entsprechend sitzt deren Antwort. Der SPD-Politiker Ulrich Kelber twitterte Tauber mit dem Satz an: "Mein Gott, was haben Sie denn für ein Glaskinn? Sie keilen den ganzen Tag und beim kleinsten Kontra dann Mimimi."

In der Tat: Wenn zugespitzte Wahlplakate nun nicht mehr erlaubt sind, würde der derzeit ohnehin nicht sehr spannende Wahlkampf völlig langweilig, die Wähler würden abgeschreckt. Profitieren würde davon vor allem die Union.

Dieser Artikel wurde um die Information ergänzt, dass es sich bei dem Bild nicht um ein offizielles Plakat der SPD handelt.

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(bp)

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