POLITIK
12/06/2017 18:43 CEST | Aktualisiert 12/06/2017 21:31 CEST

Kampf gegen "rechtsfreie Räume": Berliner AfD-Politiker geht gegen Flohmärkte vor

Getty
In Berlin zeigt sich, was die AfD für die Menschen tut, die sie gewählt haben

  • Ein AfD-Politiker hat mehrere Trödelmärkte in Berlin kontrollieren lassen

  • Dabei wurden Dutzende Falschparker abgeschleppt, Händler mussten ihre Sachen zusammenpacken

Die AfD geriert sich gerne als die einzige Partei, die sich wirklich für die Belange der Bürger einsetzt. Nichts weniger als die Rettung des Abendlandes haben sich deren Politiker auf die blauen Fahnen geschrieben.

Wenn es nach der AfD geht, herrscht in Europa und Deutschland künftig Law and Order, rechtsfreie Räume gehören der Vergangenheit an.

In Berlin kann die AfD nun erste Erfolge im Kampf gegen die rechtsfreien Räume feiern (Ironie ein). Denn für die hält der AfD-Lokalpolitiker Sebastian Maack die Trödelmärkte im Stadtteil Wedding.

Anwohner hatten sich beim Bezirksstadtrat über die Märkte auf den Parkplätzen von mehreren Supermärkten beschwert. Insbesondere das entstehende Verkehrschaos beschäftige bereits seit Jahren das zuständige Ordnungsamt Reinickendorf, meldet die Presse.

Einsatz Maack.

"Das war der Auftakt"

"Dass hier einmal in der Woche ein rechtsfreier Raum herrscht, ist nicht akzeptabel", sagte Maack laut "Berliner Morgenpost". Er besuchte die Örtlichkeit am Sonntagmorgen - zusammen mit einem zwölfköpfigen Team des Ordnungsamtes.

Bereits um 6.30 Uhr startete Maack in den Kampf gegen das Verbrechen. Vier Abschleppunternehmen und die Polizei unterstützten die großangelegte Räumungsaktion. Die "Berliner Morgenpost" hat mitgezählt: "Die Bilanz bis zum Mittag: 50 abgeschleppte und umgesetzte Autos."

"Das war der Auftakt, um sukzessive rechtsfreien Räume zurückzuerobern", kündigt die Partei wenig später selbstbewusst auf Facebook an.

Somit können auf die Fahrzeugeigentümer noch teure Zeiten zukommen: Denn die Kosten fürs Abschleppen betragen über 200 Euro.

Doch auch den Verkäufern auf dem Trödelmarkt blüht Ärger: Das Ordnungsamt habe mehr als 20 Verstöße festgestellt, vor allem gegen das Ladenöffnungs- und Jugendschutzgesetz sowie gegen die Gewerbeordnung.

So hätten einige Händler zu viel Neuware oder DVDs und Spiele angeboten, die erst ab 18 Jahren zugänglich sein sollen. Andere hätten "Uhren, Handys, Werkzeuge, Taschen und Kleidung in Massen" verkauft, berichtet die Zeitung.

"Jetzt jedes Wochenende mit zwei Doppelstreifen präsent"

Die Händler mussten ihre Ware zusammenpacken und auch teilweise Bußgelder zahlen. "Wenn wir noch den Trödel auf dem Parkplatz des Schuhcenters kontrolliert hätten, hätten zwei Drittel der Händler dort einpacken können. Dort wird viel Neuware verkauft", erklärte Maack der erstaunten Presse.

Die war wohl nicht darauf vorbereitet, neben den Drogenhändlern im Görlitzer Park, der osteuropäischen Mafia im Westen der Stadt und der Prostitution im Tiergarten im Umfeld des Trödelmarktes einen Hort des Schwerverbrechens vorgeführt zu bekommen.

Der AfD-Politiker will weiter gegen die Händler und Falschparker vorgehen: "Wir werden jetzt jedes Wochenende mit zwei Doppelstreifen präsent sein." Ebenso wolle er sich mit dem Bezirksamt Mitte und der Polizei koordinieren.

Gut, dass endlich jemand in Berlin dem organisierten Verbrechen den Kampf ansagt, mögen manche jetzt denken. (Ironie aus.)

Mehr zum Thema: Das Irrenhaus Berlin: Warum die Hauptstadt ihre Probleme nicht länger verdrängen darf

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(ujo)

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