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11/06/2017 20:01 CEST | Aktualisiert 12/06/2017 08:37 CEST

Parlamentswahlen in Frankreich: Triumph für Macron, enttäuschendes Ergebnis für Rechtspopulisten

POOL New / Reuters
Wahl in Frankreich: Macrons Partei liegt deutlich mit 32 Prozent vorne laut erster Prognose

  • Die Partei von Frankreichs Präsident Macron liegt bei den Parlamentswahlen deutlich vorne

  • Für die traditionellen Parteien und der rechtspopulistischen Front National ist das Ergebnis eine Enttäuschung

Bei der französischen Parlamentswahl liegt die Partei von Präsident Emmanuel Macron deutlich mit 32 Prozent vor den konservativen Republikanern. Damit steht der neue Präsident vor einem historischen Sieg beim zweiten Wahlgang am 18. Juni.

Die Ergebnisse der ersten Hochrechnungen im Überblick:

► La République en Marche: 32,2 Prozent

► Republikaner: 21,5 Prozent

► Front National (FN): 14 Prozent

► France Insoumise: 11 Prozent

► Sozialisten: 10,2 Prozent

Damit kann Macron im zweiten Wahlgang am kommenden Wochenende laut Meinungsforschern auf mindestens 390 der 577 Sitze in der Nationalversammlung hoffen.

Das wäre eine deutliche absolute Mehrheit. Damit bekäme der sozialliberale Staatschef klaren Rückhalt für sein Reformprogramm. Laut einigen Meinungsforschern kann Macron sogar auf eine breitere Mehrheit hoffen als alle seine Vorgänger seit der Gründung der Fünften Republik 1958.

Enttäuschung für den Front National

Für die Rechtspopulisten des Front National bedeutet das Ergebnis eine herbe Enttäuschung. Bei der Präsidentschaftswahl vor knapp einem Monat konnte die FN-Chefin Marine Le Pen noch in die Stichwahl einziehen. Bei dieser Parlamentswahl kommt der FN wohl nicht über das Ergebnis bei der vergangenen Parlamentswahl 2012 hinaus.

Für die beiden traditionellen französischen Regierungsparteien, die Sozialisten und die Republikaner, ist das Ergebnis eine weitere herbe Schlappe. Sozialistenchef Jean-Christophe Cambadélis warnte bereits vor dem Fehlen einer "echten Opposition" im Parlament.

Falls diese Mehrheit im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag noch gestärkt werde, "werden wir eine Nationalversammlung ohne echte Kontrollmacht und ohne demokratische Debatte haben, die dieses Namens würdig ist".

Historisch geringe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung fiel am Sonntag gering aus. Nur knapp die Hälfte der Wahlberechtigten sind laut Befragungen wählen gegangen. Das wäre der niedrigste Wert für den ersten Wahlgang einer Parlamentswahl in der Geschichte der 1958 gegründeten Fünften Republik.

Der konservative Politiker Nicolas Dupont-Aignan twitterte, die Wahlbeteiligung lasse an der Legitimität des nächsten Parlaments zweifeln.

Die Präsidentin von Macrons Partei En Marche, Catherine Barbaroux, sagte, die Wahlbeteiligung zeige, dass die Partei stärker kämpfen müsse, um die Menschen zu mobilisieren.

FN-Chefin Le Pen sagte: "Die Wahlbeteiligung zeigt, dass den Franzosen der Enthusiasmus abhanden gekommen ist." Diese Wahl überrasche sie nicht, die anderen Parteien würden sich in der Stichwahl gegen die Kandidaten des FN verschwören. Ihre Anhänger müssten daher unbedingt an die Urnen treten.

In den meisten der 577 Wahlkreise dürfte die Entscheidung erst in Stichwahlen am kommenden Sonntag fallen. Um bereits im ersten Wahlgang gewählt zu werden, braucht ein Kandidat eine absolute Mehrheit in seinem Wahlkreis. Das schaffen nur die wenigsten.

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Mit Material der dpa

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