Sonntagstrend: SPD schneidet so schlecht ab wie vor Schulz' Nominierung

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  • Die Union hat in der Umfrage Sonntagstrend weiter zugelegt
  • Die SPD verlor - und liegt weit hinter der Union
  • Das Ergebnis der Umfrage seht ihr auch oben im Video

Es ist nur eine Umfrage. Aber das Ergebnis ist so deutlich, zeigt so sehr die Verfestigung eines Trends, dass es schlicht eine weitere Ohrfeige für die SPD und ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz ist:

In der Umfrage Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die "Bild am Sonntag" liegt die SPD wieder so weit hinter der Union wie in der Woche vor der Nominierung Schulz': 14 Prozentpunkte.

Die CDU und CSU kommen auf 39 Prozent - ein Punkt mehr als vergangene Woche.
Die SPD erhält 25 Prozent - zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche.

► Die Linke würden jetzt 9 Prozent der Befragten wählen, die Grünen 8 Prozent, ebenso die AfD. Die FDP bekäme sieben Prozent der Stimmen.

Kaum Koalitionsoptionen

Wenn sich die Stimmung nicht noch dreht, wird es für die SPD kaum noch möglich sein, zu regieren. Sie müsste mit zwei kleineren Parteien koalieren. Und das ist unwahrscheinlich.

Die FDP liegt inhaltlich ein gutes Stück entfernt von der SPD. Schulz hatte zwar Anfang April die sozialliberale Koalition gelobt, die 1982 zerbrochen war. Allerdings hatte FDP-Chef Christian Lindner im Interview mit der HuffPost gekontert: "Schulz hat nicht verstanden, was dieses Land reich macht."

Die Linken keilen seit Wochen gegen Schulz. Unter anderem hatte Linke-Politiker Gregor Gysi Schulz vorgeworfen, in Sachen Gerechtigkeit nur "hohle Phrasen" zu verbreiten. Der Kampf für mehr soziale Gerechtigkeit aber ist Schulz' Kernthema. Und die Spitzenkandidatin der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, sagte der aktuellen Bild am Sonntag: "Nicht ein­mal mehr der Gut­wil­ligs­te kann jetzt noch daran glau­ben, dass Mar­tin Schulz eine Art deut­scher Ber­nie San­ders oder Je­re­my Cor­byn ist."

Völlig ausschließen will Wagenknecht Rot-Rot-Grün zwar nicht - aber die SPD müsste sich wohl in vielen Punkten dem Willen der Linken anpassen. "Wenn die Linke ein so überraschend gutes Ergebnis erzielt, dass es das politische Spektrum und die SPD massiv unter Druck setzt, ist vielleicht noch etwas möglich", sagte Wagenknecht auf dem Parteitag der Linken.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass ein offenes Bekenntnis zur Linkspartei Schulz noch mehr schaden würde.

(jazi)

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