Mehr Geld für alle: Regierung erwägt Senkung der Mehrwertsteuer

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Mehr Geld für alle: Regierung erwägt Senkung der Mehrwertsteuer | Thomas_EyeDesign via Getty Images
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  • Die Regierung prüft die Effekte einer niedrigeren Mehrwertsteuer
  • Ziel wäre, die Kaufkraft der Deutschen zu stärken, um den Exportüberschuss zu verringern

Die Bundesregierung prüft angeblich, ob sie die Mehrwertsteuer senkt. Um damit den viel kritisierten deutschen Exportüberschuss zu reduzieren. Das berichtet die "Welt am Sonntag" ("WamS").

Die Idee dahinter: Wenn die Deutschen mehr Geld zur Verfügung haben, würden sie mehr kaufen. Und Deutschland mehr importieren. Damit wäre die Diskrepanz zwischen hohen Exporten und niedrigen Importen geringer, die international so kritisiert wird.

Wirtschaftsexperte schlägt Senkung um fünf Prozentpunkte vor

Der emeritierte Kölner Wirtschaftsprofessor Carl Christian von Weizsäcker schlug im Gespräch mit der Zeitung eine Senkung der Steuer von 19 auf 14 Prozent vor. Auch andere namhafte Experten versprechen sich Effekte auf die Kauflaune.

Die ARD-Wirtschaftssendung "Plus Minus" hatte im März die Senkung der Mehrwertsteuer gefordert. Sie würde gerade auch ärmeren Menschen helfen. Durchschnittlich zahlt jeder Bürger pro Jahr 2600 Euro Mehrwertsteuer.

Widerstand im Wirtschaftsministerium

Laut "WamS" hält man im Bundeswirtschaftsministerium aber wenig von der Idee. Die Experten halten einen möglichen Effekt für zu kurzfristig und für zu gering. Nur ein Viertel der privat konsumierten Güter werde importiert.

Sie empfehlen stattdessen Investitionen und höhere Löhne, um den Exportüberschuss zu verringern.

Diverse Politiker in der EU sowie US-Präsident Donald Trump hatten die deutschen Exporterfolge massiv kritisiert.

Mehr zum Thema: Top-Ökonom erklärt, was wirklich getan werden sollte, um Steuern gerechter zu machen

(jazi)

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