Uber-CEO Travis Kalanick erklärt seinen Angestellten in einer E-Mail, wann sie Sex haben dürfen

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TRAVIS KALANICK
Sex, Alkohol und ausschweifende Partys: Bei Travis Kalanicks Firma Uber scheint es wild her zu gehen. | Bloomberg via Getty Images
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  • Uber-Chef Travis Kalanick mahnte seine Mitarbeiter in einer E-Mail, nur in bestimmten Fällen mit anderen Angestellten zu schlafen
  • Die Regel gelte - leider - auch für ihn
  • Seit Wochen wird dem Unternehmen eine Kultur von Sexismus und der sexuellen Belästigungen vorgeworfen

"Wirf keine Bierfässer von hohen Dächern." Das klingt wie eine offensichtliche Regel, die auch unausgesprochen für alle gilt. Doch beim Fahrdienstvermittler Uber muss der Chef persönlich seine Mitarbeiter daran erinnern, die Bierfässer auf dem Boden zu lassen.

Travis Kalanick, der Uber gegründet hat und heute als CEO leitet, wies seine Untergebenen vor einer Firmenfeier 2013 in Miami auf die Regel hin.

Er schickte eine E-Mail an Hunderte von Uber-Mitarbeitern und erklärte ihnen, was sie tun und was sie nicht tun dürfen. Auszüge aus der bizarren E-Mail hat nun die Nachrichtenseite "Recode" veröffentlicht.

Darin zeigt sich: Kalanick muss wohl gewohnt sein, dass die Uber-Mitarbeiter - viele von ihnen sind hochbezahlte Softwareprogrammierer, Datenanalysten und Ingenieure - regelmäßig an wilden Partys über die Stränge schlagen.

Sex nur im Ausnahmefall

So schreibt Kalanick, Sex zwischen Kollegen sei definitiv nicht erlaubt. Es gebe aber eine Ausnahme: Die beiden Sexpartner arbeiten nicht im selben Team.

Und dann legt Kalanick eine Regel fest, die eigentlich selbstverständlich sein sollte. Sex sei dann erlaubt, "wenn du die Person um dieses Privileg gebeten hast und sie mit einem deutlichen ‘Ja, ich will Sex mit dir‘ geantwortet hat".

Kalanick: "Fuck my Life"

Travis Kalanick zeigt sich in der E-Mail solidarisch mit seinen Untergebenen. Er schreibt: "Ja, das bedeutet, dass Travis auf diesem Trip enthaltsam leben wird."

Dem fügte der Uber-Chef hinzu: #CEOLife #FML. Die Abkürzung FML steht für "Fuck my Life", was im Deutschen etwa "mein Leben ist beschissen" bedeutet.

Der Internetunternehmer scheint sich im Klaren zu sein, dass Regeln nur dann befolgt werden, wenn es auch Strafen gibt. So mahnt er seine Mitarbeiter, sich nicht auf den Boden zu übergeben. Wer das nicht schaffe, müsse mit einer Buße von 200 US-Dollar rechnen.

Vorgesetzte machen nichts

Uber und Kalanick stehen seit Wochen in der Kritik. Im Februar wandte sich eine ehemalige Programmiererin des Fahrdienst-Vermittlers an die Öffentlichkeit. Sie berichtete in einem Blog von einer Unternehmenskultur voller Diskriminierung und sexueller Belästigungen. Das Management der Firma habe auf ihre Beschwerden allerdings nie reagiert.

Seitdem berichteten mehrere Uber-Mitarbeiter von Sexismus und einer männerdominierten Kultur im Unternehmen. Dass nun diese E-Mail an die Öffentlichkeit kommt, bestätigt die Vorwürfe.

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(sk)