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10/06/2017 16:18 CEST | Aktualisiert 10/06/2017 16:18 CEST

Terroristen wollten in London mit dem Lkw morden - doch sie scheiterten an der Mietzahlung

AP
Terroristen wollten in London mit dem Lkw morden - doch sie scheiterten an der Mietzahlung

  • Die Attentäter von London wollten die Menschen mit einem Lkw attackieren

  • Laut Polizei scheiterten sie aber beim Zahlen des Miet-Lastwagens

  • Auf der Ladefläche fanden die Beamten Molotow-Cocktails

Die Terroristen von der London Bridge wollten ihren Anschlag offenbar mit einem größeren Lkw statt mit einem Lieferwagen ausführen. Bei der Online-Anmietung des 7,5-Tonners seien die Attentäter aber an der Zahlungsabwicklung gescheitert, berichtete Scotland Yard in der Nacht zum Samstag.

Mit einem Lastwagen hätte es vermutlich in der britischen Hauptstadt noch mehr Opfer gegeben.

Pinkfarbene Messer zum Morden verwendet

Nach der missglückten Internetbuchung am Morgen des 3. Juni mieteten die drei Attentäter nach Polizeiangaben den kleineren Transporter an - diesmal per Handy.

Damit fuhren sie am Abend mehrmals über die Brücke, ehe sie gezielt in Passanten rasten und so drei Menschen töteten.

Anschließend rannten die Täter zum nahen Borough Market und erstachen dort fünf Menschen. Dafür nutzten sie 30 Zentimeter lange, pinkfarbene Keramikmesser. Wenige Minuten später erschossen Polizisten Rachid Redouane (30), Khuram Shazad Butt (27) und Joussef Zaghba (22).

Todesopfer stammen aus fünf Ländern

Inzwischen ist auch die Identität der acht Todesopfer geklärt, die aus fünf Ländern stammten: Drei Männer kamen aus Frankreich, zwei Frauen aus Australien, eine Frau stammt aus Kanada, ein Mann aus Spanien und eines der Opfer aus Großbritannien. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Der Chef der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard, Dean Haydon, appellierte an mögliche Zeugen: "Wir arbeiten rund um die Uhr um zu verstehen, was diese Männer vor dem Anschlag getan haben, aber wir müssen mehr über diese ungewöhnlichen Messer erfahren." Wo die Waffen, die am Griff mit einem Band umwickelt waren, herkommen und wo sie verkauft wurden, könne zu einer heißen Spur führen.

Molotow-Cocktails auf der Ladefläche

Im Laderaum des Lieferwagens wurden den Ermittlern zufolge zwei Lötlampen und 13 Flaschen gefunden, bei denen es sich um Molotow-Cocktails handeln soll. Außerdem lagen Bürostühle im Transporter. Dies sollte den Familien der Täter vorgaukeln, dass das Fahrzeug für einen Umzug genutzt wurde, vermutet die Polizei.

Zu dem Anschlag wurden nach Angaben von Scotland Yard bislang 262 Menschen aus 19 Ländern vernommen. Es gab 20 Festnahmen, die bislang letzte am Samstagmorgen. Sieben Verdächtige seien noch in Gewahrsam.

Zwölf Gebäude in den Stadtteilen Barking und Ilford seien bislang durchsucht worden, hieß es weiter. An einer der Adressen habe Redouane im April eine Wohnung angemietet, die von den Tätern offensichtlich als Unterschlupf genutzt worden sei. In der Wohnung fanden die Ermittler nach eigenen Angaben einen aufgeschlagenen Koran - auf der offenen Seite ging es demnach um den "Märtyrertod".

Mehr zum Thema: "Scheiß auf den Terror, rette das Bier": Wie ein Kneipenbesucher nach dem London-Anschlag zum Helden wird

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