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10/06/2017 18:53 CEST | Aktualisiert 11/06/2017 10:13 CEST

Katar-Krise: Außenminister Gabriel warnt vor einem Krieg am Persischen Golf

AFP via Getty Images
Katar-Krise: Außenminister Gabriel warnt vor einem Krieg am Persischen Golf

  • Außenminister Gabriel hat davor gewarnt, dass die diplomatische Krise um das Emirat Katar zu einem Krieg führen könnte

  • Die Härte des Umgangs zwischen den beteiligten Staaten sei "dramatisch"

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat vor einem Krieg am Persischen Golf gewarnt. Die Isolation des Emirats Katar durch Saudi-Arabien und seine Verbündeten könnte zu einem militärischen Konflikt führen, glaubt er.

"Es besteht die Gefahr, dass aus dieser Auseinandersetzung ein Krieg werden könnte“, sagte Gabriel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS"). Die Härte des Umgangs zwischen den Golfstaaten sei "dramatisch", sagte der Minister.

Gabriel hatte in dieser Woche persönliche Gespräche mit seinen Kollegen aus Saudi-Arabien, Katar und der Türkei zu der Krise geführt und mit den Außenministern Irans und Kuweits telefoniert. "Nach meinen Gesprächen in dieser Woche weiß ich, wie ernst die Lage ist", sagte Gabriel. Aber er fügte hinzu: "Ich glaube, dass es auch gute Chancen gibt, voranzukommen."

Golfstaaten haben Katar isoliert

Anfang dieser Woche hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrein und Ägypten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Auch der Flug- und Schiffsverkehr wurde eingestellt.

Offiziell werfen die Staaten Katar vor, Terrorgruppen zu unterstützen. Saudi-Arabien geht es jedoch nach Ansicht vieler Beobachter vor allem darum, die Reihen gegen den Erzfeind Iran zu schließen. Der Emir Katars, Tamim bin Hamad Al Thani, hatte sich zuletzt auffallend positiv über den Iran geäußert.

Die Türkei hat Truppen entsandt, Trump zündelt verbal

Der Konflikt hatte zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sicherte Katar seine Unterstützung zu und forderte ein Ende der Sanktionen.

Außerdem entsandte er Truppen - als Zeichen der Solidarität.

US-Präsident Trump wiederum verschärfte die Lage, als er am Freitag Katar als langjährigen Finanzier des Terrorismus kritisierte. Zuvor hatte US-Außenminister Rex Tillerson versucht, zu deeskalieren und gefordert, die Blockade gegen Katar aufzuheben.

Gabriel lobte im Gespräch mit der "FAS" den amerikanischen Außenminister. Tillerson zeige eine "sehr kluge und besonnene Haltung", die viel zur Beruhigung des Konflikts beitrage. Trump erwähnte Gabriel dagegen nicht.

Aber seine Warnung dürfte sich wohl auch auf den US-Präsidenten bezogen haben. Mit Trump zündelt auch ein sprunghafter Akteur in diesem diplomatischen Konflikt. Es droht, dass die Region aus dem Gleichgewicht gerät.

2000 Deutsche von der Blockade betroffen

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind viele deutsche Staatsangehörige von dem Konflikt massiv betroffen. So leben in Katar rund 2000 Deutsche, berichtet die "FAS".

Gabriel fordert die Widersacher zu Gesprächen auf, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Wie die "FAS" unter Berufung auf diplomatische Kreise berichtet, sei die Vermittlung im Konflikt durch den Emir von Kuwait bisher nicht erfolgreich.

(jazi)

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