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09/06/2017 11:49 CEST | Aktualisiert 09/06/2017 14:17 CEST

Über dieses Foto von der britischen Wahl lacht gerade die ganze Welt

Wenn wir eine Sache aus den Parlamentswahlen in Großbritannien gelernt haben, dann, dass die Politik auf der Insel unberechenbar ist. Das beweist nicht nur die Wahlschlappe von Premierministerin Theresa May, sondern auch dieses Foto von einer Veranstaltung im Wahlkreis Maidenhead, westlich von London.

Das Foto zeigt Theresa May mit ihren Mitstreitern. Von denen sind einige, nun ja, recht exzentrisch erschienen.

Mehr zum Thema: News-Blog zur Großbritannien-Wahl: Tories verlieren Mehrheit im Unterhaus, doch May strebt die Regierung an

Kuriose Kandidaten

Bobby Smith, der Mann im roten Plüschkostüm, kandidiert beispielsweise als einziges Mitglied für die Partei “Give me back Elmo”. Smith setzt sich seit einigen Jahren für die Rechte von Vätern ein, nachdem ihm das Besuchsrecht für seine Töchter entzogen wurde.

Bemerkenswert: Er erhielt am Ende die wenigsten Stimmen im gesamten Königreich - drei.

Der 74-jährige Alan “Howling Laud” Hope, stellte sich für die Monster Raving Loony Party. Seine politische Richtung: “Sitzend, mit Blick nach vorne”. Der Kandidat brachte es auf 119 Stimmen.

"Das mächtigste Protestvotum in der Galaxie"

Doch selbst eine Figur aus der Sesamstrasse und ein Mann im Sheriff-Anzug können es nicht mit einem Weltraumhelden aufnehmen: Der mysteriöse Lord Buckethead rief die Wähler zum “mächtigsten Protestvotum in der Galaxie” auf.

Buckethead, der sich auf seinem Twitter-Profil als “intergalaktischen Spacelord” bezeichnet, der “Spaß daran hat Planeten zu erobern und unterlegene Spezies zu dominieren”, ist ein einziges Mysterium. Es ist nicht einmal bekannt, ob es sich um einen Kandidaten, oder eine Kandidatin handelt: niemand hat je gesehen, wer unter dem Eimer steckt.

Lord Buckethead kandidierte bereits zum dritten Mal für das britische Parlament: 1987 stellte er sich gegen Margaret Thatcher auf, 1992 gegen deren Nachfolger John Mayor.

Nach 25 Jahren Rückzug aus der britischen Politik, konnte er 2017 sein bestes Wahlergebnis von 249 Stimmen erreichen – ein Comeback so glorreich wie das Auftreten des intergalaktische Spacelord.

Unorthodoxe Protestkandidaten sind jedoch keine Besonderheit des Wahlkreises Maidenhead. In der nordenglischen Region Cumbria musste sich der Vorsitzende der Liberal-Demokraten, Tim Farron, mit einem gewissen Mr. Fishfinger (Herr Fischstäbchen) messen.

Der Kandidat nahm den Namen formell an, nachdem eine Twitterumfrage ergeben hatte, dass Bürger lieber von einem Fischstäbchen regiert würden, als von Mr. Farron. Fischfinger erhielt 309 Stimmen.

Ob man den ausgeflippten Kandidaten nun mit Kopfschütteln begegnet, unorthodoxe Protestkandidaten sind mehr als nur eine belustigende Wahltradition. Denn sie zeigen letzten Endes doch, dass die Demokratie in Großbritannien ganz wunderbar funktioniert.

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(mf)