Tuberkulose-Alarm in Hessen: Wenn ihr diese Symptome habt, geht sofort zum Arzt

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Mindestens zwei Mädchen sind in Wiesbaden an TBC erkrankt | KatarinaGondova via Getty Images
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  • Eine Schülerin in Wiesbaden ist an offener Lungentuberkulose erkrankt
  • Das Gesundheitsamt hat nun weitere TBC-Fälle an der Gesamtschule entdeckt
  • Wer TBC-Symptome hat, muss zum Arzt, um sich behandeln zu lassen

In Hessen breitet sich offenbar die Lungenkrankheit Tuberkulose (TBC) aus: Das Gesundheitsamt in Wiesbaden hat in einer Gesamtschule zum Massentest gerufen - und dabei fünf Erkrankte entdeckt.

► Der Grund für diese Aktion war der "Frankfurter Rundschau" zufolge, dass eine Schülerin offen an TBC erkrankt ist.

Durch ihr Niesen und Husten können die Mykobakterien in die Atemluft geraten sein. Das Mädchen könnte also mittels Tröpfcheninfektion andere angesteckt haben.

Die Behörde hat deshalb rund 110 Lehrer und Schüler des neunten Jahrgangs der Hermann-Ehlers-Schule getestet. Bei zwei Lehrern und drei Schülern zeigten sich demnach im Blut Stoffe, die auf eine TBC-Erkrankung hinweisen.

TBC im Ausland derzeit noch häufiger als in Deutschland

Das Gesundheitsamt betonte gegenüber der Zeitung "Wiesbadener Kurier": Die positiv getesteten Lehrer und Schüler sind aber nicht ansteckend. Sie würden zwar den Erreger im Blut tragen, aber seien selbst nicht erkrankt.

Zudem gehen die Experten derzeit nicht davon aus, dass sich die Lehrer und Schüler bei dem Mädchen angesteckt haben. Grund: Die positiv getesteten hätten keinen direkten Kontakt zu dem jungen Mädchen und hätten zudem einen Migrationshintergrund.

Zwar leben alle fünf Betroffenen schon länger in Deutschland und sind dem Gesundheitsamt zufolge keine Flüchtlinge, jedoch besuchten sie ihre Familien im Ausland - dort haben sie sich wahrscheinlich angesteckt. Denn TBC kommt im Ausland häufiger vor als in Deutschland, besonders Asien und Afrika sind betroffen.

Schon Anfang des Jahres wurde bei einer Wiesbadener Zweitklässlerin nach einem Auslandsaufenthalt TBC festgestellt. Auch ihre Mitschüler mussten zum Massentest. Insgesamt beobachtet das dortige Gesundheitsamt einen Anstieg der Erkrankungen in der Stadt.

Grund: "Die zunehmende Mobilität und der Aufenthalt in Ländern, in denen es nicht den gleichen Gesundheitsschutz gibt wie in Deutschland, erklären die Zunahme", erklärt die Amtsleiterin Kaschlin Butt dem "Wiesbadener Kurier". Und betroffen ist nicht nur Hessen. Die Statistik zeigt, in Deutschland ist allgemein ein Anstieg zu beobachten.

Die Symptome von Tuberkulose

Die Fälle in Hessen sind daher alarmierend: Denn Tuberkulose gilt an sich zwar nicht als hochansteckend, kann jedoch unbehandelt lebensgefährlich werden. Daher ist es so wichtig, die Symptome zu erkennen. Diese sind dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main folgende:

  • Länger als 3 Wochen anhaltender Husten
  • Schwäche und Müdigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Fieber
  • nächtliches Schwitzen

Es müssen nicht alle Anzeichen gleichzeitig auftreten, zudem sind manche Beschwerden oft nur gering ausgeprägt, so der Hinweis des Gesundheitsamts.

Wer die Symptome entdeckt, sollte zum Arzt. Mit einem Röntgenbild der Lunge wird TBC gegebenenfalls diagnostiziert und dann mindestens sechs Monate lang mit Antibiotika behandelt.

Hier findet ihr das Informationsblatt des Frankfurter Gesundheitsamtes zum Thema TBC

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(mf)