Putsch-Plan aufgeflogen: Bundeswehr-Offizier sprach davon, von der Leyen zu stürzen

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VON DER LEYEN
Putsch-Plan aufgeflogen: Bundeswehr-Offizier sprach davon, von der Leyen zu stürzen | Fabian Bimmer / Reuters
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  • Die Bundeswehr hat Strafanzeige gegen einen Offizier gestellt
  • Dieser soll in einer Kaserne zum Putsch gegen Verteidigungsministerin von der Leyen aufgerufen haben

Wenn es um einen Putsch geht, versteht die Bundeswehr keinen Spaß. Die Truppe Truppe hat gegen einen Offizier Anzeige erstattet, weil sich dieser – laut eigener Aussage humorvoll – über einen Sturz der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen geäußert hatte.

Wie das Nachrichtenmagazin “Spiegel” in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ging gegen den Oberstleutnant des Zentrums für Geoinformationswesen in Euskirchen vor einigen Tagen Anzeige wegen der Anstiftung zu einer Straftat ein.

Angezeigter Offizier kritisierte pauschal Verurteilung der Truppen


Laut "Spiegel"-Informationen habe der Oberstleutnant seine Vorgesetzte bei einem Lehrgang am 12. Mai in einer Kaserne Wildflecken dafür kritisiert, dass sie den deutschen Truppen nach den Enthüllungen um den rechtsextremen Soldaten Franco A. ein Haltungsproblem vorgeworfen hatte.

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Er sei es leid, dass 185 000 Soldaten "wegen zwei durchgeknallten Oberleutnanten" pauschal verurteilt würden, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Beschuldigten. Er selber erwarte für seinen Dienst zwar keinen Dank, wolle aber "nicht auch noch dafür beschimpft werden".

Putsch-Aufruf soll ein Scherz gewesen sein


Anschließend soll er gesagt haben, die Soldaten müssten nun "endlich den Mund aufmachen oder putschen". Der Oberstleutnant beteuert, es habe sich um eine “satirische Übertreibung” gehandelt. Seine Aussage sei für alle Anwesenden als Witz klar erkennbar gewesen und der ganze Saal habe anschließend gelacht.

Der Inspektionschef in Wildflecken entschied sich dennoch, den erfahrenen Soldaten zu melden. Nun droht dem Oberstleutnant ein strafrechtliches Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Bonn. Im Fall einer Verurteilung muss er mit einer Freiheits- oder Geldstrafe und der Entlassung aus der Bundeswehr rechnen.

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(lp)