Eine Frau hat 100 Männer nackt fotografiert - um zu zeigen, wie unterschiedlich Sexualität sein kann (ab 12 Jahren)

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Laura Dodsworth hat alles andere als einen gewöhnlichen Job. Das ganze letzte Jahr über hat sie die Penisse von Männern fotografiert.

Das daraus entstandene Werk ‘Manhood: The Bare Reality’ ist jedoch nicht ansatzweise so billig und schmutzig, wie es jetzt vielleicht klingen mag. Das Buch, das insgesamt 100 Penisse zeigt, befasst sich mit der Einstellung von Männern zu ihren Körpern, zu ihrer Männlichkeit, zu Geschlechtsverkehr und zu Sexualität.

Das Ergebnis ist eine bunte Mischung aus den Erfahrungen verschiedener Männer: von einem 20-Jährigen, der sich keine Pornos mehr ansieht, nachdem er danach süchtig geworden ist und kein gesundes Sexleben mehr führen konnte, bis hin zu einem 58-Jährigen, der sich sein Leben lang den Kopf über die Größe seines Penis zerbrochen hat.

Die Fotografin zeigte auch schon die Brüste von 100 Frauen

Es ist nicht das erste Mal, dass Dodsworth ihre Models darum gebeten hat, sich auszuziehen. In ihrem Erstlingswerk ‘Bare Reality’ (Die nackte Wahrheit) zeigte sie die Brüste von 100 Frauen - zusammen mit motivierenden persönlichen Geschichten, die sich um negative Körperbilder und die Darstellung von Frauen in den Medien drehten.

Dieses Mal hat sie die Jungs vor die Linse genommen.

mann

“Brüste und Penisse sind zwar keine direkten Gegenstücke, doch sie sind jeweils ein Symbol dafür, was es bedeutet, weiblich oder männlich zu sein”, sagte sie der HuffPost UK. “Wir benutzen den Ausdruck Männlichkeit auch für Penisse. Diese Tatsache erschien mir als guter Ausgangspunkt für eine Diskussion über Männlichkeit und Maskulinität."

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Alle Männer haben sich selbst dazu entschlossen, an dem Projekt teilzunehmen, und sie bleiben alle anonym. Einige der Models wurden direkt von Dodsworth angefragt oder von Freunden weiterempfohlen. Andere meldeten sich über soziale Medien. Alle Teilnehmer des Projekts waren jedoch “absolut glücklich darüber, dabei sein zu dürfen”.

"Wir werden nie erfahren, welche Geschichten hinter einem Menschen stecken, wenn wir ihn nicht fragen"

Als Dodsworth die Männer bat, sich vor ihr auszuziehen, reagierten sie jedoch jeweils sehr unterschiedlich: “Manche von ihnen fühlten sich pudelwohl, als sie sich auszogen. Andere waren etwas schüchtern. Und einige waren auch stolz.”

Es habe sie “überrascht” and “berührt”, wie ehrlich die Männer sich vor der Kamera verhielten, sagt Dodsworth.

“Wir werden nie erfahren, welche Geschichten hinter einem Menschen stecken, wenn wir ihn nicht fragen", sagt sie. "Die Männer waren richtig heiß auf das Projekt. Ich glaube nicht, dass Männer oft die Gelegenheit bekommen, offen und ehrlich über ihr Leben und ihre Gefühle zu sprechen."

Sie habe Männer noch nie so sprechen gehört. "Einige von ihnen sagten, dass sie sich noch niemals mit jemandem auf diese Weise unterhalten hätten, nicht einmal mit ihren Partnerinnen oder Partnern. Es ist ein echtes Privileg, diese Geschichten der Welt präsentieren zu dürfen."

Durch die Interviews wurde ihr klar, dass viele Männer einem großen Druck ausgesetzt sind, was ihr eigenes Körperbild angeht – und dabei geht es vor allem um ihre Penisgröße und um ihre sexuelle Leistungsfähigkeit.

Viele Männer zerbrechen sich über ihren Körper den Kopf

“Diese Angst zieht sich durch sämtliche Aspekte ihres Lebens. Meiner Meinung nach zerbrechen sich viele der Männer völlig zu Unrecht den Kopf über ihren Körper. Da Penisse meist als Tabu gelten, bekommen Männer im Alltag nicht allzu viele davon zu sehen”, sagt sie.

Dodsworth hofft, mit ihrem Buch die strengen Vorstellungen unserer Gesellschaft zum Thema Männlichkeit in Frage stellen zu können. Aus diesem Grund präsentiert sie die Erfahrungen und Einstellungen von ganz verschiedenen Männern.

“Die Leute werden die Geschichten jeweils anders interpretieren und die Bilder werden sich unterschiedlich auf jeden Einzelnen auswirken – wenn wir Kunstwerke interpretieren, beziehen wir immer unsere eigenen Erfahrungen und Vorstellungen mit ein. Ich hoffe jedoch, dass mein Projekt den Betrachtern ein Gefühl von Wärme schenkt, dass sie sich davon inspiriert fühlen und dass sie genauer darüber nachdenken, was ein Mann zu sein denn eigentlich bedeutet”, erzählte sie.

"Viele Männer wollten ganz explizit an meinem Projekt teilnehmen, um anderen Männern zu helfen"

“Ich glaube, dass es vielen meiner Models gut getan hätte, wenn sie 'Manhood' gelesen hätten, als sie noch jünger waren. Denn das Buch räumt mit Mythen auf und hätte die Männer bestimmt beruhigt. Viele Männer wollten ganz explizit an meinem Projekt teilnehmen, um anderen Männern zu helfen. Viele von ihnen wollten vor allem jungen Männern dadurch helfen, dass sie ihre Erfahrungen mit ihnen teilen.”

Ich schaue keine Pornos mehr

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Alter: 20

Ich mache echt gern Sport, doch es geht mir dabei nicht unbedingt um mein äußeres Erscheinungsbild. Natürlich will ich auch gut aussehen, doch für mich ist körperliche Attraktivität eher ein positiver Nebeneffekt von Sport. Viele Leute gehen ins Fitnessstudio und machen Krafttraining, doch am Ende helfen ihnen ihre Muskeln überhaupt nicht. Wenn ich in Gefahr geraten würde, könnte ich der Situation einfach deshalb entkommen, weil ich so fit bin.

Parkour ist momentan mein Lieblingssport. Als Kind bin ich viel gelaufen, doch irgendwann hatte ich keine Lust mehr, und habe stattdessen lieber mit Klettern angefangen. Im sportlichen Bereich bin ich ein sehr kompetitiver Mensch, und wenn irgendein Wettkampf ansteht, bin ich für gewöhnlich mit dabei.

Ich kenne einige Leute, die nur wegen ihres Aussehens ins Fitnessstudio gehen, doch ich kann mit dieser Sorte Mensch nicht viel anfangen. Aus irgendeinem Grund gibt es in den meisten Fitnessstudios diese Spiegelwände und die Leute stehen davor, heben extra schwere Gewichte und machen dabei Fotos für Instagram oder Facebook. Lauter Narzissten.

Es gibt auch viele Leute, die Steroide nehmen. Auf dem College gab es ein paar Typen, die Steroide genommen haben. Sie haben sie sich in ihre Pobacken gespritzt oder es ihre Freunde tun lassen, was ziemlich komisch ist. Sie litten oft an Wutanfällen. Ich weiß nicht, ob das einfach der Typ Mensch ist, der so etwas macht, oder ob die Steroide für die Wutanfälle verantwortlich waren.

Diese Typen waren jedoch so anfällig für Wutausbrüche, dass sie immer sofort ausflippten, wenn man sich auch nur ein ganz kleines bisschen über sie lustig machte. Es war einfach nur ein Scherz, ein Witz. Doch einer dieser Typen schubste mich deshalb tatsächlich über den Parkplatz und ich sagte zu ihm: ‘Dir ist aber schon klar, dass du vom College fliegst und deinen Job verlierst, wenn du mich schlägst?’ Und er sagte: ‘Das ist mir egal.’ Ich antwortete ihm: ‘Wie kann dir das egal sein?’ Das ist echt erschreckend.

Diese Typen waren nicht dumm, sie bekamen ihr Studium ganz gut auf die Reihe, doch sie machten sich auch nie besonders viele Gedanken über irgendetwas. Sie dachten nicht über ihre Gefühle nach, oder darüber, welche Bedeutung bestimmte Dinge für sie hatten. Von ihnen hörte man immer nur: ‘Oh, wir waren auf Ibiza und haben Frauen flachgelegt.’

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Die Vorstellung, in den Urlaub zu fahren und einfach nur zu saufen und Sex mit lauter betrunkenen Frauen zu haben, macht mich überhaupt nicht an. Wenn man an sich ein ganz netter Mensch ist, findet man schon jemanden, der Sex mit einem haben will, und das aus einem guten Grund tut, und nicht nur deshalb, weil er oder sie total betrunken ist.

Ich schaue keine Pornos mehr. Ehrlich gesagt onaniere ich auch schon seit Langem überhaupt nicht mehr.

Früher hatte ich beim Sex mit meiner Ex-Freundin Ejakulationsstörungen. Wenn sie es mir mit der Hand oder mit dem Mund machte, klappte alles wunderbar. Das lag jedoch vermutlich daran, dass es eine etwas härtere Art von Sex war.

Ich konnte nur noch zum Orgasmus kommen, wenn ich mir einen runterholte und mir dabei Pornos anschaute. Ich konnte beim Sex auch nicht oben sein. Ich glaube, das liegt daran, dass ich beim Pornoschauen immer still dalag, wohingegen ich beim Sex aktiv sein und mich bewegen musste.

Meine neue Freundin hat sich zu dem Thema schlau gemacht. Viele Leute haben ähnliche Probleme. Pornos zu schauen ist etwas ganz anderes, als tatsächlich Sex zu haben. Die eigene Hand fühlt sich auch ganz anders an als echter Sex mit einem anderen Menschen – und es gibt da diese eine Sache, die man den ‘Todesgriff’ nennt.

Viele Männer drücken beim Onanieren so fest zu, dass sie sich irgendwann daran gewöhnen. Und dann fühlt es sich beim Sex nicht mehr fest genug an. Manche Frauen sind ja wirklich eng, aber sie sind eben nicht so eng. Bei mir hat eine Mischung aus all diesen Dingen zu meinem Problem geführt.

Der Sex mit meiner Freundin ist mittlerweile echt gut. Wir arbeiten zumindest daran. Es gibt nach wie vor ein paar Schwierigkeiten, doch es kommt schließlich öfter vor, dass Leute sexuelle Probleme haben, an denen sie arbeiten müssen, und deshalb ist es auch gut, offen darüber zu reden.

Wollt ihr wissen, wie wir uns kennengelernt haben? Wir haben uns beim Parkour getroffen und waren eine Weile miteinander befreundet. Sie hatte vor ein paar Jahren im Rahmen eines Kunstprojekts einen Sex-Vertrag verfasst, doch sie konnte ihn nie zum Einsatz bringen. Eines Abends fragte sie mich, ob ich mit ihr zusammen diesen Sex-Vertrag unterschreiben wollte.

Erst sagte ich nein. Doch dann überlegte ich es mir noch einmal und dachte mir: ‘Was wäre eigentlich so schlimm daran? Klar, ich bin mit ihr befreundet, aber was wäre so falsch daran, Sex mit ihr zu haben? Warum eigentlich nicht?’ Ich schrieb ihr eine SMS und fragte sie, ob ich meine Meinung noch einmal ändern könnte. Und dann schickte sie mir den Vertrag. Ich fand die Idee toll, doch ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, dass es sich am Anfang ziemlich komisch anfühlte.

Der Vertrag, den wir unterzeichneten, trug den Titel ‘Drei Vereinigungen’. Das bedeutete, dass wir dreimal miteinander Sex haben würden, und uns danach entscheiden würden, wie es weitergehen sollte. Wir konnten entweder einen neuen Vertrag unterzeichnen oder es einfach dabei belassen und nie wieder etwas miteinander anfangen.

Man konnte die ganze Sache jederzeit abblasen, doch die Idee dahinter war, den Vertrag einfach so zu unterzeichnen wie jeden anderen Vertrag auch. Man unterschrieb also den Vertrag, und dann erfüllte man seine Pflicht. Selbstverständlich sind solche Verträge in Großbritannien nicht rechtskräftig.

Unser erster Kuss? Okay, der war wirklich komisch. Es passierte auf dem Sofa. Küssen stand zwar nicht im Vertrag, doch wir hatten vorher darüber gesprochen, dass es irgendwie komisch wäre, wenn wir uns vorher nicht küssen oder irgendwie heiß machen würden. Als wir uns zu küssen begannen, stießen wir gleich einmal mit den Zähnen zusammen und sagten gleichzeitig: ‘Aua!’ Doch dann versuchten wir es noch einmal und es lief gleich um einiges besser.

Wir gingen ins Schlafzimmer und ich erzählte ihr, dass ich Probleme damit hatte, steif zu bleiben und zum Orgasmus zu kommen. Ich wollte dieses heikle Thema vorher nicht ansprechen. Ich hatte mich noch nicht ausgezogen und sie konnte immer noch nein sagen. Sie meinte jedoch, dass es in Ordnung für sie sei und dass wir es einfach probieren würden. Ich konnte meine Erektion halten, doch ich kam beim Sex nicht zum Orgasmus.

Im Endeffekt ist Pornoschauen eine Sucht. Sie ist in etwa vergleichbar mit Spielsucht. Spielsucht macht auch nicht körperlich abhängig und sie ist auch nicht im Blut nachweisbar, doch sie befällt deinen Geist. Ich habe mir früher jeden Tag Pornos angeschaut.

Dass ich aufhörte, mir Pornos anzusehen und zu onanieren, war für mich wie ein Neuanfang. Nach einigen Wochen konnte ich beim Sex auch wieder zum Orgasmus kommen. Am Anfang gelang mir das nur, wenn ich harten, schnellen Sex hatte. Und irgendwann kam ich über die unangenehme und irgendwie peinliche Situation hinweg, dass es einfach nicht passieren wollte, und ich stellte fest: ‘Oh, ich kann jetzt beim Sex wieder zum Orgasmus kommen, das ist toll.’

Und irgendwann normalisierte sich dann alles und der Sex wurde richtig gut. Ich wünsche mir, dass ich in Zukunft auch bei sanfterem Sex zum Orgasmus kommen kann. Für mich muss der Sex immer noch ein bisschen schneller sein, als ich es eigentlich möchte. Und es fällt mir noch immer schwer, zu kommen, wenn ich der aktive Part bin und mich nicht einfach hinlegen kann. Doch auch das wird immer besser, ich bin schon ganz nah dran.

Ältere Männer, die erst später damit begonnen haben, sich Pornos anszusehen, haben meist keine Probleme, weil sie schon öfter mit Frauen geschlafen haben und wissen, wie echter Sex sich anfühlt. Problematisch wird es jedoch, wenn sehr junge Leute sich auf dem iPhone, das ihre Eltern ihnen gekauft haben, Pornos anschauen. Sie müssen sich dafür ja nicht einmal mehr an den Computer schleichen oder sonstwas, sie können sich die Filme einfach so anschauen.

Jede Nacht, und ganz egal ob Hardcore-Pornos oder Softpornos. Wenn sie wollen, können sie sich ansehen, wie jemand beim Fisting seinen ganzen Ellbogen in den Hintern seiner Partnerin oder seines Partners steckt. Lauter solche Sachen. Die Jugendlichen können sich alles anschauen, was sie wollen, und genau das ist das Problem.

Alles, was du in jungen Jahren erfährst, hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei dir. Wenn du gerade erst in die Pubertät gekommen bist und direkt damit anfängst, dir Pornos reinzuziehen, hast du irgendwann echt ein Problem, das auch später noch Auswirkungen auf dich hat. Denn genau das ist mir und vielen anderen jungen Leuten in meinem Alter schon passiert.

Ich wurde von der Frau meines Lehrers entjungfert

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Alter: 92

Ich wurde von der Frau meines Gymnasiallehrers entjungfert. Er wurde als Spion und Widerstandskämpfer nach Frankreich geschickt. Das Paar hatte sich darauf geeinigt, dass sie beide fremdgehen durften, wenn sie Lust auf Sex hatten, denn er war ja in Frankreich und sie hatten keinerlei Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben. Die beiden liebten sich und ihre Liebe würde auch den Krieg überstehen, es war also einfach nur ein Abkommen. Ich war 18 Jahre alt und wohnte während meines Einschiffungsurlaubs bei ihr. Ich sollte nach Afrika fahren. Ich kannte beide sehr gut und mochte sie auch beide gern.

Ich hatte ein eigenes Zimmer. Am Morgen ging die Tür auf, und diese Frau betrat im Bademantel das Zimmer. Sie zog den Bademantel aus und kniete sich neben das Bett. Und dann war da eben dieser 18-jährige, naive Junge. Mann? Junge. Sexuell komplett unerfahren. Ich hatte noch nie Sex gehabt. Sie tat es aus reiner Freundlichkeit. Doch ich verliebte mich natürlich sofort in sie.

Ich liebte sie. Ich hatte sie auch vorher schon geliebt. Ich hatte starke Gefühle für sie, doch das Ganze war einfach unglaublich. Am Tag darauf gingen wir mit ihrer Tochter einkaufen. Ich kehrte zu meiner Truppe zurück und wir legten ab. Ich fuhr mit einem unglaublichen Glücksgefühl weg. Auf der anderen Seite war ich Soldat. Ich hatte mir den Krieg bestimmt nicht ausgesucht, ich war einfach einberufen worden.

Für mich verlief der Krieg einfach. Ich wurde als Fahrer und Funker eingesetzt. Ich hatte keinen Kontakt zum Feind. Meine Aufgaben waren nicht besonders schwierig, ich musste einfach nur das Funkgerät bedienen. Ich wollte eigentlich nicht eingezogen werden, doch ich widersetzte mich auch nicht. Der Krieg war berechtigt und ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass ich eingezogen werden würde.

Die nächste Frau, mit der ich nach der Frau meines Lehrers schlief, war eine Prostituierte in einem arabischen Bordell in Algier. Ich weiß nicht mehr, ob ich dort irgendwelche Beziehungen hatte, aber ich gehe mal davon aus. Als ich in Italien war, besuchte ich ein Bordell in Neapel. Ich blieb die ganze Nacht dort. Das macht man in Bordellen eigentlich nicht. Als ich aufwachte und sie ansah, dachte ich mir, wie hübsch sie doch ist.

Mittlerweile habe ich kein Gefühl mehr für meine Männlichkeit, denn ich leide an Demenz. Ein Psychiater hat mir gesagt, dass ich dement bin, und mir Medikamente verschrieben. Die Krankheit beeinträchtigt das Denken und die Erinnerungsfähigkeit. Bis zum Alter von 87 Jahren hatte ich noch ganz normale sexuelle Bedürfnisse, doch diese Gefühle wurden durch meine Demenz zerstört und sind mittlerweile komplett verschwunden.

Wenn ich mir pornografische Bilder anschaue, verspüre ich keinerlei sexuelles Interesse. Ich bin körperlich gar nicht in der Lage, Sex zu haben, denn ich bekomme nicht einmal mehr eine Erektion. Bis vor ein paar Jahren habe ich noch hin und wieder onaniert, doch jetzt geht das nicht mehr, es hat einfach aufgehört.

Es macht mir überhaupt nichts aus, dass ich kein sexuelles Verlangen mehr habe. In jüngeren Jahren wäre das eine Katastrophe für mich gewesen. Wenn Männer keine Erektion mehr bekommen können, gehen sie zum Arzt und lassen sich helfen. Wie alle Männer hatte auch ich früher ein sehr starkes Interesse an Sex, doch jetzt ist es mir völlig egal. Ich war zweimal verheiratet und hatte mehrere Affären, die mir alle ziemlich viel bedeutet haben.

Seit meiner Geburt hat sich viel verändert, was das Leben von Frauen und Männern angeht. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist mittlerweile sehr viel offener und es hat sich einiges verbessert. Die Verbindung zwischen Männern und Frauen ist stärker geworden. Obwohl es auch in meinen jungen Jahren schon viele Männer gab, die keine Sexisten waren.

Ich hatte meine letzte Beziehung, als ich um die 70 war, und die Frau war damals um die 50. Wir hatten Sex miteinander, wir fuhren zusammen in den Urlaub und ich kümmerte mich um ihre Kinder. Wir sind noch immer befreundet.

Wir leben immer länger. Meine Großeltern starben mit ungefähr 70 Jahren, doch sie waren damals eher so, wie heutzutage 90-Jährige sind. Wir werden heute viel später alt. Bis zu meinem 87. Geburtstag fühlte ich mich größtenteils ganz normal. Okay, ich konnte natürlich nicht mehr so gut Fahrrad fahren wie ein junger Mann.

Ich bezeichne mich selbst als männlichen Feministen. Wie lautet nochmal das Wort, das all die verschiedenen Probleme umfasst? Diese Demenz ... Es gibt andere Formen von Unterdrückung, wie zum Beispiel Unterdrückung durch Klassenunterschiede. Genau, jetzt erinnere ich mich wieder, ich bin ein intersektionaler Feminist. Ich glaube sehr daran.

Ich hatte mein Leben lang das Gefühl, dass mein Penis zu klein ist

klein

Alter: 58

Ich hatte mein Leben lang das Gefühl, dass mein Penis zu klein ist. So lange ich mich erinnern kann, habe ich mich dafür geschämt. Ich glaube, dass die Einstellung zu meinem Penis mein Leben beeinflusst hat, vor allem als ich Mitte 20 war. Ich nehme an diesem Projekt teil, weil ich anderen Männern helfen will.

Meine Teenagerjahre waren ziemlich schwierig für mich, denn ich schaute mir in der Schule beim Duschen die anderen Jungs an und dachte mir, dass ihre Penisse größer sind als meiner. Es war mir peinlich und ich fühlte mich minderwertig. Ich hatte Angst, dass mein Penis zu klein sein könnte, um richtig zu funktionieren. Ich ging auf eine reine Jungen-Schule und später auf ein College, auf dem auch nur Männer waren. Ich hatte Angst, eines Tages irgendwie ‘geoutet’ zu werden.

Da ich meinen Penis immer für zu klein hielt, hatte ich auch erst mit 21 Jahren zum ersten Mal Sex. Ich hätte gerne vorher schon Sex gehabt, doch sobald es darauf hinauslief, dachte ich mir: ‘Oh je, gleich sieht sie, wie klein mein Penis ist.’ Schließlich hatte ich mit einer Frau Sex, mit der ich mich sehr verbunden fühlte, und der ich vertraute, und deshalb konnte ich mich fallen lassen.

Anfangs hielt mein Problem mich davon ab, mehr Sex zu haben oder mit Frauen zu schlafen, die ich nicht so gut kannte. Ich kann nicht sagen, ob das nun gut oder schlecht war.

Manchmal war ich auf öffentlichen Toiletten so verkrampft, dass ich nicht pinkeln konnte. Das passiert mir auch heute noch ab und zu. Wenn man neben anderen Männern steht, hat man manchmal Angst, dass sie einen beobachten könnten.

Ich glaube, dass ich mit sehr viel mehr Selbstvertrauen durch die Welt gehen würde, wenn ich einen größeren Penis hätte. Man sieht überall Männer, die voller Zuversicht in Duschräumen und im Fitnessstudio herumstolzieren und sagen: ‘Schau mich nur an.’ Nur ich nicht, denn ich stehe mit einem Handtuch um die Hüften in der Ecke. Das mag nach einer Lappalie klingen, weil ich mich ja nicht so oft in Umkleideräumen aufhalte, doch ich glaube, dass ich mit einem größeren Penis mehr Selbstvertrauen hätte. Das ist schon irgendwie interessant.

Ich bin ein erfolgreicher Mensch, und deshalb glaube ich auch nicht, dass mein kleiner Penis mich irgendwie aufgehalten hat. Ich bin beruflich eine Führungspersönlichkeit, ich übernehme in Gruppen gerne das Kommando, und ich stehe auch gerne auf der Bühne.

Ich scheine eher eine innere Verletzung zu haben, die mir dabei hilft, auf dem Boden zu bleiben. Ich bin kein Prahlhans, sondern halte mich lieber etwas zurück. Außerdem denke ich mehr darüber nach, wem ich vertrauen kann und wem nicht.

Ich habe in Zeitschriften gelesen, dass man seinen Penis verlängern lassen kann, doch ich bin der Meinung, dass das reine Zeitverschwendung ist. Ich wusste immer, dass es meine Aufgabe im Leben ist, meinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Ich habe nie ernsthaft darüber nachgedacht, mich operieren zu lassen.

Die Größe meines Penis hat bei meinen Partnerinnen nie eine Rolle gespielt. Ganz im Gegenteil sogar. Viele meiner Freundinnen sagten mir sogar, dass mein Penis genau die richtige Größe hat, weil sie so beim Sex keine Schmerzen haben und ihn einfacher in den Mund nehmen können. Von guten Freundinnen habe ich gehört, dass sie große Penisse manchmal abschreckend finden oder dass sie ihnen beim Sex Schmerzen bereiten.

Einmal habe ich zufällig mitbekommen, wie eine gute Freundin zu meiner Partnerin sagte, dass sie niemals mit einem Mann zusammen sein könnte, der einen kleinen Penis hat, weil er für sie dann kein richtiger Mann wäre. Ich dachte mir: ‘Wow, bei ihr hätte ich also keine Chance.’ Ich fragte mich, wie viele Frauen wohl so denken. Für meine Freundinnen war es jedoch nie ein Problem.

Ich habe viele meiner besten Freunde auf dem College kennengelernt, doch das ganze Umfeld war einfach nur schrecklich. Gegenüber Frauen herrschte eine Einstellung wie bei den Neandertalern, echt schlimm. Ein derartiges Verhalten Frauen gegenüber wäre heutzutage undenkbar. Sie wurden als Sexobjekte wahrgenommen, denen man hinterjagte und die man verführte, angrapschte, packte, flachlegte und schließlich fallen ließ. Im Durchschnitt kamen an den Universitäten auf eine Frau fünf Männer, und es war schwer, eine Freundin zu finden. Alle Männer waren echt frustriert.

Ich weiß, dass an der Uni auch Männer vergewaltigt wurden, obwohl solche Vergewaltigungen immer als reiner ‘Übermut’ abgetan wurden. Ich kenne einen Mann, der festgehalten wurde, während fünf andere Männer Oralsex an ihm praktizierten. Er tat so, als wäre das einfach nur eine Art Streich für Neulinge gewesen und als fände er es lustig. Ich weiß nicht, ob er es wirklich so sah. Für mich war es ganz einfach eine Vergewaltigung.

Am College gab es regelmäßig Abende, an denen exzessive Partys stattfanden. Alle betranken sich, man sah sich Hardcore-Pornos an und warf Gegenstände aus den Fenstern. Wie es an Privatschulen zugeht, ist eine ganz eigene Geschichte. Die Leute zogen sich splitterfasernackt aus.

Ich erinnere mich, dass ich einmal von meinen Mitstudenten gepackt wurde, und dass sie mir meine Kleider vom Leib rissen. Ich hatte unglaubliche Angst, dass sie mir meine Hosen ausziehen könnten, und dass sie dann über mich lachen würden, doch sie taten es nicht. Ich glaube, dass sie meine Panik gespürt haben, und deshalb aufgehört haben. Doch diese Angst war mein ständiger Begleiter.

Im Alter von 11 Jahren wurde ich zweimal auf Zugfahrten missbraucht. Beim ersten Mal fuhr ich gerade von der Schule nach Hause. Die Fahrt dauerte 45 Minuten. Ich saß meist in kleinen Abteilen. Ich saß in einer Ecke und plötzlich setzte sich ein Mann zu mir ins Abteil. Irgendwann sah er mich an und sagte: ‘Oh, du scheinst genau im richtigen Alter zu sein, um dich zeigen zu wollen.’ Ich trug kurze Hosen und hatte versehentlich meinen Hosenstall offen gelassen.

Der Mann kam herüber und packte mich. Ich schubste ihn weg. Er redete weiter auf mich ein und fragte mich, ob ich mit ihm nach Hause kommen wollte. Ich war noch so naiv. Ich sagte zu ihm, dass ich nicht mit ihm nach Hause gehen könne, weil ich gleich Klavierunterricht hätte. Er antwortete mir, dass er ein Klavier bei sich zu Hause habe.

Zum Glück ahnte meine Mutter, dass etwas nicht stimmte, als ich nach Hause kam, obwohl ich nichts sagte. Schließlich erzählte ich ihr, was passiert war. In den darauffolgenden Wochen fuhr mein älterer Bruder mit mir im Zug, weil wir versuchen wollten, den Mann wiederzufinden, doch wir sahen ihn nicht mehr.

Ungefähr einen Monat später sah ich ihn dann doch wieder, und ich rannte zum Bahnhofsvorsteher und sagte ihm, er solle die Polizei rufen. Als die Polizei kam, um mich abzuholen, war der Mann natürlich längst über alle Berge. Mir wurde es später klar, wie sehr mich diese Geschichte aufgewühlt hatte. Noch lange Zeit danach hatte ich Angst davor, von Männern verfolgt zu werden.

Ungefähr neun Monate später fuhr ich wieder von der Schule nach Hause. Ich saß in einem Einzelabteil und spielte mit meinen Fußballkarten. Ein Mann setzte sich mir gegenüber hin und fragte mich: ‘Oh, du willst also Fußballer werden?’ Ich sagte ihm, dass das stimmte. ‘Warum kommst du nicht zu mir herüber, damit ich dir sagen kann, ob du den richtigen Körper für einen Fußballer hast.’

Er tastete meine Hüften und Beine ab und sagte mir, dass ich den richtigen Körper habe. Dann sagte er: ‘Jetzt gebe ich dir mal was richtig Hartes in die Hand, damit ich sehe, ob du auch kräftig genug bist, um Fußballer zu werden.’ Ich stand also vor ihm und wandte ihm den Rücken zu. Ich legte meine Hände auf den Rücken und drückte dieses Ding. Damals wusste ich nicht, was ich da gerade in der Hand hielt, denn ich wusste nicht, wie ein erigierter Penis sich anfühlt. Erst fünf Jahre später wurde mir klar, was an diesem Tag eigentlich passiert war.

Ich musste sehr an mir arbeiten, um meine Wut in den Griff zu bekommen. Und ich bin auch heute noch manchmal wütend darüber.

Ich finde, man sollte Sex einfach wieder auf seinen verdammten Sockel zurück heben

dunkel

Alter: 46

Ich finde die Gelegenheit, über ihn sprechen zu können, äußerst aufregend ... ich will nicht Penis sagen und ich will auch nicht Schwanz sagen ... nennen wir ihn also Rufus, ja genau, Rufus. Mein Penis, Rufus, ist eine Art Barometer für meine Gesundheit, meine Zufriedenheit und meine Fitness. Mein persönliches Wohlbefinden hat viel mit meiner sexuellen Energie zu tun.

Ich fühle mich immer dann besonders wohl in meinem Körper und mit dem Körper eines anderen Menschen, wenn ich fit und gesund bin und viel Energie habe. Ironischerweise musste ich mir erst einmal im Leben Sorgen um Rufus machen. Vor ein paar Jahren wollte er für eine gewisse Zeit einfach nicht mehr stehen, was sich schließlich als Nebenwirkung einer anderen Krankheit herausstellte.

Vorher hatte ich nie darüber nachgedacht, wie sehr Stress sich auf deinen Körper und deine Sexualität auswirken kann. Wenn das Ganze nicht passiert wäre, wäre mir vielleicht nie klar geworden, dass ich unter Bluthochdruck leide und wie negativ Stress sich auf mein sexuelles Verlangen auswirken kann.

Ich wusste, dass etwas nicht stimmte, denn ich hatte zwar Lust, doch Rufus spielte einfach nicht mit. Ich dachte mir: ‘Hey Kumpel, was ist los mit dir? Du scheinst überhaupt keine Lust zu haben. Ich habe aber Lust, das ganze Team hat Lust, was ist denn bloß los mit dir? Komm schon, mein Freund.’

Ich zerbreche mir ziemlich häufig den Kopf über alles mögliche und ich denke ständig über Deadlines, meine Arbeit, das Schreiben und verschiedene Projekte nach. So richtig abschalten kann ich eigentlich nur beim Sex.

Eine meiner Freundinnen fragte mich einmal: ‘Woran denkst du eigentlich, wenn wir Sex haben?’ Und ich antwortete ihr: ‘Was glaubst du denn, worüber ich nachdenke? Ich denke mir ... naja ich bin einfach hier bei dir. Du bist nackt, wir schlafen miteinander, was sollte da sonst noch sein? Ich denke an gar nichts!’

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Und dann dachte ich mir: ‘Oh, und du hast also andere Fantasien im Kopf? Denkst du etwa an jemand anderen? Im Ernst?’ Für mich ist Sex so etwas wie eine vollkommene Leere. Ein Moment der vollständigen Verkörperung, in dem die Welt für einen selbst komplett still steht. Wisst ihr, was ich meine? Sex bedeutet, sich voll und ganz im Moment zu befinden.

Der Penis ist ein Kommunikationsmittel. Er hilft einem dabei, sich komplett zu verlieren und das eigene Ego auszuschalten. Man kann sich komplett auf das Wesen eines anderen Menschen einlassen und auch auf eine andere Version von einem selbst, und zwar auf eine viel ursprünglichere Version von einem selbst.

Meiner Meinung nach gibt es nichts Tolleres, als beim Sex voll und ganz im Moment bleiben zu können. Sex ist eine spirituelle Reise. Wir können mit Macht und Sex spielen, doch wir sollten dabei nie vergessen, dass es nur ein Spiel ist. Für mich ist Sex die Gelegenheit für einen kreativen und erfrischenden Austausch. Und wie auch immer wir ihn nennen wollen, ist Rufus zumindest zu einem bestimmten Teil das Tor zu dieser Erfahrung.

Ich bin der erste schwarze Mann in diesem Projekt? Wo soll ich anfangen? Ein ziemlich kompliziertes Thema. Als junger schwarzer Mann bekommt man außergewöhnlich viel Aufmerksamkeit und man wird viel expliziter als sexuelles Wesen wahrgenommen. Das gilt vor allem im Nachtleben.

Männer sind einfach Männer, und wir wollen es so leicht wie möglich haben; wir sind unsicher und wir haben Angst vor Ablehnung. Es ist ein berauschendes Gefühl, auf eine derart sexuelle Weise Aufmerksamkeit zu bekommen. Simpel ausgedrückt bedeutet das: ‘Ich muss mich nicht anstrengen, ich muss keine Getränke ausgeben und ich muss nicht einmal besonders gut aussehen.’

Es ist wirklich berauschend, doch wie jede Sucht hat es auch eine Kehrseite. Denn ich bekomme diese Aufmerksamkeit nicht unbedingt um meiner selbst willen. Es geht nicht wirklich um mich, sondern einfach nur darum, dass ich ein schwarzer Mann bin. Ihr wisst schon, es geht um große Penisse, um einen stärkeren Sexualtrieb, um Lust auf Sex. Es ist ein aufregendes Spiel und ich mache es mit, doch ich irgendwie verachte ich mich danach auch selbst, weil ich mir denke: ‘Was zur Hölle? Ich bin für die Frau doch nur die Sexfantasie des schwarzen Mannes mit dem Riesenpenis.’

Und ich spiele mit, und zwar nicht, weil ich schwarz bin, sondern weil ich ein Mann bin, der angemacht wird und der weiß, dass nicht viel von mir erwartet wird. Als Mann kann man all das ausblenden, doch es gibt auch einen Teil in mir, der sich wünscht, dass meine Partnerinnen mehr von mir wollen, dass sie ein echtes Interesse an mir haben.

Dass schwarze Männer sexuell aktiver sind, stimmt nicht. Es ist einfach so, dass Männer, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen, so viel Sex wie möglich mitnehmen wollen. Wenn sie einen Kuchen bekommen, wollen sie ihn auch essen.

Ich bin in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen und manchmal ging ich bei uns zu Hause in Schwarzen-Clubs. Ich wurde dort oft von weißen Frauen angesprochen, die sagten: ‘Ich stehe nicht auf weiße Männer, ich gehe nur mit schwarzen Männern aus.’

Ich besitze einen Doktortitel und ein Teil von mir denkt sich: ‘Moment mal! Warum denn? Ein Mann ist einfach ein Mann. Worum geht es hier eigentlich? Das ist einfach nur ein völlig sinnloser Fetisch.’ Solche Frauen werden oft zu Opfern, weil sie auf der Suche nach extrem männlichen Partnern sind und sich dabei einen ganz bestimmten Typ Mann aussuchen.

Ich kenne einige schwarze Männer, denen es überhaupt nicht gut tut, dass sie dieses Bild von sich selbst akzeptieren und sich zu eigen machen. Wenn man Teil einer Minderheit ist, verinnerlicht man die Vorstellung, wie die Mehrheit der Gesellschaft einen sieht.

Man erschafft sich eine Identität, die zumindest zum Teil die Vorstellungen anderer widerspiegelt. Durch diese Klischees kann auch ein Gefühl der Zugehörigkeit entstehen. Dieses bestimmte Bild kann einem auch dabei helfen, seine eigene Identität besser anzunehmen und es kann den eigenen Selbstwert steigern.

Frauen und Männer haben gleichermaßen Spaß am Sex, sie sind sexuell interessiert und sie prahlen auf unterschiedliche Weise mit ihren Bettgeschichten. Ich glaube jedoch, dass Männer häufiger Angst vor der emotionalen Seite von Sex haben, und dass sie diese auch weniger verstehen. Und deshalb blenden sie sie häufig aus. Dieses Ausblenden bedeutet jedoch, dass sie auf gewisse Weise ziemlich hart zu sich selbst sind.

Denn mit einem anderen Menschen zu schlafen, bedeutet nun einmal mehr, als sich zu unterhalten oder zusammen eine Tasse Tee zu trinken. Du musst dabei eine bestimmte innerliche Grenze überschreiten. Ich glaube, dass Frauen oft ein besseres Gefühl dafür haben, was Sex auf emotionaler Ebene mit einem macht. Sie haben ein Gespür dafür, dass beim Sex eine Grenze überschritten wird, und dass es dabei um mehr geht als um reine Mechanik und Spaß.

Das soll nicht heißen, dass alle Frauen unbedingt mit jedem Mann zusammensein wollen, mit dem sie schlafen. Ich glaube jedoch, dass dieser körperliche Austausch für manche Frauen einfach mehr bedeutet. Tut mir leid, es ist echt nicht leicht, das so direkt zu sagen, denn ich frage mich schon die ganze Zeit, ob das alles nur Quatsch ist, weil es auch viele Ausnahmen gibt. Deshalb bin ich auch äußerst vorsichtig damit, alle über einen Kamm zu scheren.

Ich glaube, dass wir einfach Angst davor haben, zu idealistisch zu sein. Wir haben alle Angst und wir wissen nicht, als was wir das, was wir da tun, bezeichnen sollen. In früheren Kulturen wurden der Phallus und die Vagina angebetet, und das aus gutem Grund. Wenn wir uns eingestehen würden, dass es beim Sex nicht nur um die reine Bedürfnisbefriedigung geht, könnten wir offener darüber sprechen und ich glaube, wir würden dann auch respektvoller mit dem Thema umgehen. Ich finde, man sollte Sex einfach wieder auf seinen verdammten Sockel zurück heben.

"Manhood: The Bare Reality" erscheint am 15. Juni 2017 beim Verlag Pinter & Martin und kostet £14.99 (als eBook £9.99). Hier könnt ihr das Buch vorbestellen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der HuffPost UK und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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