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09/06/2017 10:46 CEST

Indie-Pop aus Tel Aviv: Bei Lola Marsh muss es auf der Bühne blühen!

Michael Topyol / Universal Music
Yael Shoshana Cohen und Gil Landau sind Lola Marsh

Als Vorband von AnnenMayKantereit hatte sich die israelische Indie-Folk-Band Lola Marsh bereits 2016 in die Herzen der deutschen Konzertliebhaber geschlichen. Ihr aktueller Song "Wishing Girl" hat außerdem großes Potential zum Sommerhit 2017: Die Single ist derzeit in der neuen Sommerkampagne des Online-Marktplatzes ebay zu hören, die unter dem Motto "Finde deinen Sommer" europaweit ausgestrahlt wird.

Am 9. Juni veröffentlichen Sängerin Yael Shoshana Cohen und Multiinstrumentalist Gil Landau nun auch endlich ihr erstes eigenes Album "Remember Roses". Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählten die beiden Musiker, wie sie sich kennengelernt haben, plauderten über ihre Heimatstadt Tel Aviv und erzählten, warum ihre Bühne stets mit Blumen geschmückt sein muss.

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Sie sind sich im Jahr 2011 auf Gils Geburtstagsparty zum ersten Mal begegnet. Was ist dort passiert?

Gil Landau: Ein Feuerwerk. Ich habe zusammen mit einigen Freunden meinen 26. Geburtstag gefeiert und Yael kam erst, nachdem die meisten meiner Freunde schon wieder gegangen waren. Wir haben uns eine Gitarre geschnappt, sie hat angefangen zu singen und ich zu spielen. Es lag Magie in der Luft. Das klingt klischeehaft, ist aber wahr. Ich glaube, wir haben zu der Zeit beide nach jemandem zum Arbeiten gesucht und gemerkt, dass wir uns gefunden haben.

Also war es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick?

Gil: So etwas ähnliches. Musikalische Liebe.

Warum haben Sie Ihre gemeinsames Projekt Lola Marsh genannt?

Yael Shoshana Cohen: Wir saßen mit Freunden zusammen und haben über eine Menge Namen nachgedacht. Irgendjemand brachte Lola Marsh ins Spiel, ich weiß nicht mehr, wer es war. Aber es hat sich angefühlt, als ob dieser Name der Richtige ist. Vor einem Monat waren wir dann in China und ein Mädchen erzählte uns, dass der Name in China für romantische Poesie steht.

Gil: Es passte einfach irgendwie.

Apropos passen... Yael, wie oft hören Sie, dass Sie aussehen wie Penelope Cruz?

Yael: Sehr oft. Und natürlich ist das ein großes Kompliment. Sie ist wirklich wunderschön. Ich liebe auch die Art, wie sie schauspielert. Ich glaube sogar, ihr Film "Vanilla Sky" ist mein Lieblingsfilm. Also vielen Dank!

Im letzten Jahr sind Sie in vielen großartigen Städten und tollen Orten gewesen. Wo war es am schönsten zu spielen?

Yael: Ich erinnere mich, als wir das erste Mal auf einem großen Festival außerhalb von Tel Aviv gespielt haben. Das war beim Primavera Festival in Barcelona. Das war ein großer Moment für uns, weil wir davor erst wenige Shows gespielt hatten. Sehr aufregend. Gil, hast du auch ein Lieblingskonzert?

Gil: Nein, eigentlich nicht. Die meiste Zeit sind wir sechs Stunden unterwegs, bevor wir bei dem Veranstaltungsort ankommen und wir sehen dann nur den Club und nichts anderes. Deswegen haben wir meistens keine Ahnung, wie der Ort oder die Stadt ist. Aber wir bekommen über das Publikum ein Gefühl dafür. Jedes Konzert ist anders, das ist das Interessante an unserer Arbeit. Man sieht eine Menge Leute, viele fremde Orte und lernt dadurch viel.

Ursprünglich sind Sie beide aus Tel Aviv. Haben Sie als Insider besondere Tipps für Leute, die zum ersten Mal in Ihrer Heimatstadt sind?

Yael: Am besten kommt man nicht im Sommer. Da ist es viel zu heiß. Dafür ist das Essen in Tel Aviv großartig. Gerade für Vegetarier wie mich.

Gil: Tel Aviv ist eine wunderbare Stadt. Ich bin dort aufgewachsen und sozusagen original aus Tel Aviv. Aber erst durch das Touren durch die Welt habe ich die Stadt wirklich zu schätzen gelernt. Es gibt viele tolle Orte, gutes Essen, den Strand und nette Leute. Aber man sollte wirklich nicht im Sommer kommen. Im Mai, Juni oder Oktober hingegen ist es der Place to be.

Yael, Sie lieben es, die Bühne für die Auftritte mit Blumen zu dekorieren. Was hat es damit auf sich?

Yael: Ich liebe Blumen, seit ich denken kann. Früher hatte ich stets welche im Haar. Auf der Bühne habe ich mich für Blumen entschieden, weil sie einfach zu bekommen sind. Aber im Allgemeinen liebe ich es, zu dekorieren. Ich mag es, Dinge schöner zu machen. Ich will, dass unser Publikum tief in unsere Lola-Marsh-Welt eintaucht. Ich will sie in unsere Welt holen.

Gil, wie finden Sie diese Marotte von Yael?

Gil: Ich mag das sehr. Es ist eine tolle Ergänzung zu unserer Show. Wir wollen, dass sich unsere Zuhörer nicht wie in der Realität fühlen. Sie sollen nicht daran denken, dass sie bloß in einem Club sind. Sie sollen sich während unserer Konzerte anders fühlen.

Wie würden Sie Ihre Musik in wenigen Worten beschreiben?

Yael: Dynamisch. Nostalgisch. Romantisch. Ich glaube, das trifft es am besten.

Wer von Ihnen ist romantischer?

Yael: Ich glaube, wir sind beide romantische Menschen. Jeder auf seine eigene Art.

Wie läuft das ab, wenn Sie zusammen Musik schreiben?

Gil. Es kommt immer auf den Song an. Manchmal kommt einer von uns mit einer bestimmten Idee an. Manchmal ist es nur der Refrain, manchmal nur die Melodie oder nur ein Text. Manchmal schnappen wir uns einfach unsere Instrumente und bringen unsere Ideen zusammen. Wir funktionieren irgendwie gemeinsam, ich weiß nicht genau wie. Das ist wohl Teil der Magie. Dass wir es lieben, miteinander zu arbeiten.

Haben Sie irgendwelche gemeinsamen Rituale?

Gil: Nicht wirklich. Wir versuchen sogar absichtlich uns keine Rituale anzueignen. Wir wollen uns selbst herausfordern und uns die ganze Zeit verändern. Wir lassen uns oft treiben.

Yael: Ich würde gerne sagen, dass wir immer im Moment sein müssen, aber das stimmt nicht ganz. Manchmal fehlt uns die Inspiration. Dann nimmt Gil die Ukulele und wir versuchen einfach etwas zu schreiben. Selbst wenn wir in diesem Moment nicht inspiriert sind.

Wird Inspiration überbewertet?

Yael: Inspiration ist etwas Wunderbares. Eines der wichtigsten Dinge, die ein Musiker braucht. Ich glaube, wir wollten damit sagen, dass man nicht die ganze Zeit inspiriert sein muss. Man kann auch einfach anfangen einen Song zu schreiben und vielleicht trifft man die Inspiration dann auf dem Weg.