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09/06/2017 14:24 CEST | Aktualisiert 09/06/2017 15:31 CEST

Ein Drittel der Amerikaner sieht Merkel als "Führerin der freien Welt" - das denkt die Kanzlerin darüber

Es ist eine Umfrage, die viele überraschen dürfte: Ein Drittel der Amerikaner hält Angela Merkel inzwischen für weltpolitisch einflussreicher als Donald Trump.

Einer aktuellen Umfrage zufolge, sehen viele nicht mehr den eigenen Präsidenten, sondern die Kanzlerin als "Führer der freien Welt“.

Nach der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung der Quinnipiac-Universität wird Trump von 46 Prozent der Amerikaner in dieser Rolle gesehen, Merkel immerhin von 29 Prozent.

Ursache für die Kritik der Amerikaner an ihrem Präsidenten: Dessen Außenpolitik. 60 Prozent der Amerikaner halten sein Auftreten gegen dem Ausland für falsch. Sie fordern ein Bekenntnis zur NATO und weniger außenpolitische Alleingänge.

Amerikaner sehen Merkel als Führerin der freien Welt

Unter demokratischen Wählern in den USA gilt Merkel sogar bei der Hälfte als Führerin der freien Welt - nur 22 Prozent von ihnen würden diese Rolle Trump zuschreiben.

Überraschenderweise dürften diese Umfrageergebnisse Angela Merkel gar nicht freuen. "Führerin der freien Welt“ - gegen diesen Titel hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel jezt öffentlich gewehrt.

Merkel sagte bei einem Treffen mit dem argentinischen Präsidenten Mauricio Macri, "dass keiner alleine auf dieser Welt, keine Einzelperson und kein Land alleine die Probleme lösen kann" (siehe Video oben).

Und weiter: "Wir müssen alle zusammenarbeiten und wir setzen uns beide (mit Mauricio Macri) für eine freie offene Welt ein, bei der wir die Globalisierung menschlich gestalten wollen“, so Merkel.

Als die "New York Times“ Angela Merkel im November 2016 das Prädikat "Anführerin der Freien Welt“ verlieh, sorgte das international für Aufsehen.

Viele Medien schlossen sich der Beurteilung an: Merkel sei nach der Wahl von US-Präsident Trump die letzte Vorkämpferin des freiheitlichen Westens.

Nach dem Lob folgt auch Kritik

Manche, wie der britische Journalist Sunny Hundal, haben sich von dieser Sicht allerdings auch schon wieder verabschiedet.

Er argumentierte noch im Februar in einem viel diskutierten "Independent“-Artikel, Merkel müsse Demokratie und Freiheit auf der internationalen Bühne verteidigen.

Doch nun äußerst der Journalist leise Zweifel an der Beurteilung: wegen der lange strikten Afghanistan-Abschiebepolitik der Bundesregierung.

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(ben)

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