News-Blog zur Großbritannien-Wahl: Tories verlieren Mehrheit im Unterhaus, doch May strebt Regierung an

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Großbritannien-Wahl im News-Blog | Marko Djurica / Reuters
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  • Die Menschen Großbritanniens haben am Donnerstag ein neues Unterhaus gewählt
  • Die Tories und Premierministerin May haben ihre Mehrheit im Parlament verloren
  • Alle Entwicklungen der Wahl lest ihr hier im News-Blog

Die Briten haben ein neues Unterhaus gewählt. Damit treffen sie ein knappes Jahr nach dem Brexit-Referendum auch eine Richtungsentscheidung für den Kurs beim EU-Austritt.

► Die britischen Konservativen mit Premierministerin Theresa May werben für einen "harten Brexit". May drohte in Vergangenheit gar mit einem Scheitern der Verhandlungen, schreckt nicht davor zurück, die in ihrem Land lebenden EU-Bürger als "Verhandlungsmasse" zu benutzen.

► Die Labour-Partei um Parteichef Jeremy Corbyn will ein solches Scheitern der Gespräche um jeden Preis verhindern. Corbyn will in den Brexit-Verhandlungen "sensibler und seriöser" auftreten.

Nach der Auszählung von 649 von 650 Wahlbezirken kommen die Tories ur auf 318 Sitze. Für eine Mehrheit bräuchte May mindestens 326 Sitze. Die Labour-Partei steht derzeit bei 261 Sitzen.

Alle Entwicklungen der Wahl lest ihr hier im News-Blog:

16:20: Nordirische Unionisten beginnen Gespräche mit britischen Tories

Die nordirisch-unionistische DUP hat Gespräche mit den Konservativen von Premierministerin May begonnen. Man wolle Möglichkeiten zur Stabilisierung des Landes sondieren, sagte DUP-Chefin Arlene Foster.

16:14: Hohe Beteiligung bei Parlamentswahl in Großbritannien

Mit einer vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung haben die Briten am Donnerstag über ein neues Parlament in Westminster abgestimmt. 68,7 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Besonders viele junge Wähler gaben ihre Stimme ab.

Insgesamt lag die Wahlbeteiligung so hoch wie seit 1997 nicht mehr. Ein Rekord war die Zahl von 207 weiblichen Abgeordneten, die in das britische Unterhaus gewählt wurden. Noch nie gewannen so viele Frauen ein Mandat für das britische Parlament.

13:55: May strebt nun offiziell Minderheitsregierung an

May will sich an ihr Versprechen halten und eine starke Regierung zu bilden - trotz des Wahldebakel. Auf einen möglichen Rücktritt ging die Premierministerin nicht ein.

Sie erklärte: "Das Land braucht mehr als jemals zuvor Sicherheit und Stabilität. Nur die Konservativen und die Unionisten haben die Legitimität und Fähigkeit das sicherzustellen. Denn wir haben eine gemeinsame Mehrheit im Unterhaus. Wir haben seit vielen Jahren enge Beziehungen und arbeiten eng zusammen."

Sie schloss ihre knappe Erklärung mit den Worten: "Fangen wir mit der Arbeit an!"

13:38: May erreicht den Buckingham Palace

Premierministerin May hat den Buckingham Palace erreich. Dort trifft sie sich mit der britischen Königin Elisabeth II. Von der Queen holt sie sich die Erlaubnis zur Regierungsbildung ab.

13:31: DUP-Chefin will noch nicht über Regierungs-Deal mit May sprechen

Die nordirische Partei DUP will die Verhandlungen mit den britischen Konservativen über eine neue Regierung nicht überstürzen.

"Ich denke, es wird sicher Kontakt über das Wochenende geben, aber ich denke es ist zu früh um darüber zu sprechen, was wir tun werden", sagte Parteichefin Arlene Foster am Freitag. Weil die Tories nach der vorgezogenen Parlamentswahl keine eigene Regierungsmehrheit mehr hat, könnte der nordirisch-unionistischen DUP die Rolle des Königsmachers zufallen.

13:20: Zwei Stimmen Vorsprung reichen zum Sieg

Das britische Wahlsystem kennt keine Gnade: "The winner takes it all", der Gewinner räumt alles ab, heißt es traditionell.

Das bekamen auch die Kandidaten in Schottland zu spüren. Im Wahlbezirk North East Fife, im Osten von Schottland, konnte sich der Europa-Sprecher der Scottish National Party richtig freuen. Denn Stephen Gethins gewann hauchdünn vor Elizabeth Riches, Kandidatin der Liberalen Demokraten - und zwar mit zwei Stimmen.

Für Gethins stimmten 13.743 Menschen, für Riches 13.741. Das berichtet der TV-Sender Sky. Auch in einigen anderen Wahlkreisen beträgt der Unterschied zwischen Wahlstieger und -verlierer nur einige Dutzend Stimmen.

12:22: EU hofft auf zügigen Beginn der Brexit-Verhandlungen

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hofft darauf, dass die Verhandlungen über den EU-Austritt von Großbritannien sich nicht verschieben werden. Man warte auf den Besuch der britischen Delegation. Das sagte Juncker bei einer Pressekonferenz am Freitag.

12:09: FDP-Generalsekretärin Beer: Mays Scheitern ist Warnschuss für die Bundestagswahl

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer sieht in der Großbritannien-Wahl einen Warnschuss für die Bundestagswahl. "Entschieden wird an der Wahlurne, nicht in Umfragen", sagte sie der HuffPost. "Das müssen wir auch in Deutschland beherzigen."

Für die FDP bedeute das: "Wir freuen uns zwar über gute Umfrageergebnisse, kämpfen aber bis zuletzt um jede Stimme - mit Inhalten, nicht mit einem Ich-bin-ich-Programm." Damit sei May gescheitert. "Damit könnten auch in Deutschland einige scheitern."

11:54: Letztes Wahlkreis-Ergebnis lässt auf sich warten

Es wird knapp in Kensington: Der Londoner Wahlkreis ist der letzte, der sein Ergebnis bei der Parlamentswahl noch nicht vorgelegt hatte. Am Vormittag stellten die Helfer das Zählen dort ohne Ergebnis vorerst ein, um "so bald wie möglich" ausgeruht und erholt weiter zu machen, teilte der zuständige Beamte mit. Zweimal hätten sie schon alle Stimmen durchgezählt - aber weil es so knapp gewesen sei, solle es noch eine dritte Runde geben.

Offen war, ob die Helfer am Freitag schon fit genug zum Weiterzählen sein würden, oder ob es möglicherweise erst am Samstag ein Ergebnis gegen könnte. 2015 hatten die Konservativen den Wahlkreis geholt. An den Mehrheitsverhältnissen im Parlament ändert das Ergebnis nichts mehr.

11:26: May glaubt, eigene Regierung formen zu können

Die britische Premierministerin Theresa May will um 12.30 Uhr bei Königin Elizabeth II. um die Erlaubnis für eine Regierungsbildung bitten. Das teilte ein Regierungssprecher mit. Sie strebe eine konservative Minderheitsregierung mit Duldung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) an, hieß es in britischen Medien.

11:01: Nordirische Partei für Zusammenarbeit mit Tories offen

Theresa May versucht eine stabile Mehrheit für ihre Partei zu organisieren. Entweder über eine formale Koalition oder über einen "Deal" mit anderen Parteien. Potentieller Partner wäre die nordirische Democratic Unionist Party (DUP). Die Partei gewann 10 Sitze und wäre für eine Unterstützung der Konservativen bereit - allerdings für keine Koalition.

Rein rechnerisch braucht eine Regierung mindestens 326 der 650 Sitze im Parlament - diese Anzahl würden Tories und DUP zusammen aufweisen.

10:56: Martin Schulz gratuliert Corbyn

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Corbyn gratuliert: "Was für eine Aufholjagd!", schreibt er auf Twitter. Schulz habe auch bereits mit dem Chef der britischen Sozialdemokraten telefoniert. Beide hätten ein schnelles Treffen vereinbart.

10:50: Ist das der peinlichste High-Five der Welt?

Was konnte da schon schief gehen? Im Jubelrausch nach der Wahl will Corbyn nur mit der Parteigenossin Emily Thornberry abklatschen. Doch als er zum High-Five ansetzt, dreht sich Thornberry weg...

10:46: Zusammenfassung des Wahlergebnisses

Bei der Wahl in Großbritannien haben die Tories unter Premierministerin May die meisten Sitze gewonnen, aber die absolute Mehrheit verloren. Deshalb sieht sich Labour als der Sieger. Nun wollen beide Parteien eine eigene Regierung bilden - das könnte zur Wiederholung der Wahl führen. Mehr dazu hier

09:35: Corbyn erneuert Rücktrittsforderung und plant Bildung einer Minderheitsregierung

08:20: Wahldesaster auch für britische Rechtspopulisten

Über der Aufregung über das schlechte Abschneiden der Tories wird übersehen, dass auch die Partei, deren Wahlerfolge den damaligen Premierminister David Cameron einst zum Brexit-Votum veranlassten, von der Bildfläche verschwunden ist.

Die EU-feindliche UK Independence Party (Ukip) verliert mit einem Schlag jede politische Bedeutung. Die einstigen Wahlerfolge der Partei sind einfach verpufft. Mehr dazu hier

07:10: Die Zocker setzen auf Corbyn als Premierminister

Nach dem Verlust der parlamentarischen Mehrheit fragen sich viele, ob Theresa May zurücktreten wird. In den Wettbüros wird schon auf einen Premierminister Jeremy Corbyn gesetzt. Bei Paddy Power stehen die Wetten 10/11, dass der Labour-Chef in die Downing Street einziehen wird. Auch bei Betfair steht Corbyn nun vorne.

06:57: Keine Mehrheit für May - now what?

Theresa May hat sich verzockt - die Tories haben die absolute Mehrheit im Unterhaus verpasst. Wir haben hier die Optionen aufgeschlüsselt, die sich der britischen Premierministerin anbieten.

06:40: BBC legt sich fest: Theresa May verliert die absolute Mehrheit

Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat nach Angaben der BBC die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verloren. Die Tories hatten am Freitagmorgen nach Auszählung von fast allen der 650 Wahlkreise dem Sender zufolge keine Chance mehr, die Marke von 326 Sitzen zu knacken.

05:10 Uhr: SNP-Chefin sieht sich trotz heftigen Verlusten als Gewinnerin der Wahl

Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat nach Angaben der BBC die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verloren. Die Tories hatten am Freitagmorgen nach Auszählung von fast allen der 650 Wahlkreise dem Sender zufolge keine Chance mehr, die Marke von 326 Sitzen zu knacken.

05:10 Uhr: SNP-Chefin sieht sich trotz heftigen Verlusten als Gewinnerin der Wahl

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sieht die Schottische Nationalpartei (SNP) trotz heftiger Verluste als Siegerin der Parlamentswahl in Großbritannien. Für die britische Premierministerin Theresa May sei das Ergebnis dagegen ein Desaster, sagte Sturgeon der BBC nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen.

nicola sturgeon
SNP-Chefin Sturgeon muss herbe Stimmenverluste hinnehmen

Die SNP kommt Hochrechnungen zufolge nur noch auf 32 bis 37 Sitze. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatte die SNP noch 56 von 59 möglichen Sitzen in Schottland geholt. Auch der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei (SNP) im britischen Parlament, Angus Robertson, verlor seinen Parlamentssitz.

05:00 Uhr: Ukip fliegt aus dem Parlament

Der Chef der EU-feindlichen UK Independence Party (Ukip), Paul Nuttall, wird nicht ins Parlament einziehen. Der 40-Jährige war bei der Parlamentswahl vom Donnerstag im Wahlkreis Boston und Skegness angetreten, wurde aber nur Dritter. Der konservative Abgeordnete Matt Warman vertritt weiterhin den Wahlkreis im ostenglischen Lincolnshire.

Ukip konnte auch seinen einzigen früheren Sitz nicht wieder gewinnen. Der Ukip-Abgeordnete Douglas Carswell hatte im März sein Mandat aufgegeben. Der Ukip-Kandidat in seinem ehemaligen Wahlkreis Clacton unterlag den Kandidaten der Konservativen und von Labour.

04:40 Uhr: BBC-Prognose sieht ein "hung parliament"

Die letzte Prognose der BBC sieht ein "hung paliament" auf Großbritannien zukommen, in dem keine Partei die absolute Mehrheit erreicht. Die Tories kämen demnach nur auf 318 Sitze, Labour dagegen auf 267.

04:33 Uhr: Thereasa May: "Land braucht Stabilität"

Auch Premierministerin Theresa May hat ihren eigenen Wahlkreis gewonnen. Sie sagte in einer Ansprache: “Ich weiß, dass das Land nun eine Phase der Stabilität braucht. Und was immer die Ergebnisse der Wahl bringen, es ist unsere Pflicht diese Stabilität sicherzustellen”. Das Ergebnisse der Abstimmung würden gerade erst eintreffen.

04:20 Uhr: Corbyn fordert May zum Rücktritt auf

Labour-Chef Jeremy Corbyn hat die konservative Premierministern Theresa May zum Rücktritt aufgefordert. Nachdem er mit großem Vorsprung seinen Sitze im Parlament wiedergewonnen hatte, sagte er:

"Die Premierministerin hat die Wahlen ausgerufen, da sie ein Mandat wollte. Das Mandat, das sie bekam, besteht aus einem Verlust an Sitzen für die Konservativen, verlorene Stimmen, verlorene Unterstützung und verlorenes Vertrauen. Ich hätte angenommen, dass die genug für sie ist, um zu gehen."

03:35 Uhr: Labour-Chef Corbyn sieht sich als Gewinner

"Was immer das endgültige Ergebnis sein wird, unser positiver Wahlkampf hat die Politik zum Besseren verändert", teilte Corbyn über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Altlinke ist vor allem bei jungen Wählern beliebt und hat im Wahlkampf auf soziale Themen gesetzt.

03:30 Uhr: Labour führt bisher bei der Zahl der Sitze

In rascher Folge treffen nun die Ergebnisse aus den Wahlkreisen ein. Nach Auszählung von 153 der 650 Wahlkreise kommen Mays Konservative bisher auf 57 Sitze, Labour auf 76.

03:20 Uhr: Tories könnten nun doch die absolute Mehrheit erreichen

Die konservative Partei von Theresa May erreicht Hochrechnungen zufolge in der britischen Parlamentswahl ein Ergebnis um die absolute Mehrheit. Rechnungen im Auftrag der Nachrichtenagentur PA sahen die Tories nach der Auszählung der ersten 100 von 650 Wahlkreisen bei 330 Sitzen. Damit wäre ihre Regierungsmehrheit geschrumpft, die Konservativen könnten aber ohne Partner an der Macht bleiben.

Die BBC sah die Tories dagegen bei 322 Sitzen, das würde nicht für eine absolute Mehrheit reichen.

01:41 Uhr: Pfund erholt sich vom Prognosen-Schock

Nach Veröffentlichung der ersten Prognose stürzte das Pfund ab. Mittlerweile erholt sich der Kurs wieder, berichtet Bloomberg:

01:35 Uhr: Fußball-Legende über Mays Eigentor

Auch der ehemalige englische Fußball-Nationalspieler Gary Lineker kommentiert auf Twitter diese Wahlnacht. Er schreibt über das mögliche Debakel der Premierministerin: "Ich glaube, Theresa May hat das Eigentor der Saison gewonnen."

Mit Toren kennt sich Lineker aus. Er ist mit zehn Treffern Rekordtorschütze der englischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften.

01:28 Uhr: Die ersten Wahlkreise sind ausgezählt

Sieben Wahlkreise sind bisher ausgezählt. Der Stand bis jetzt:

► Labour: 6 Sitze
► Tories: 1 Sitz

01:23 Uhr: 5 Gründe für Mays Wahl-Enttäuschung

Sollten sich die Ergebnisse der ersten Prognose bestätigen, bedeutet das eine herbe Enttäuschung für Premierministerin Theresa May. In unserer Blitz-Analyse erfahrt ihr fünf Gründe für das Wahl-Debakel der Konservativen.

01:21 Uhr: Liberaldemokraten schließen Koalition aus

Die britischen Liberaldemokraten schließen eine Koalition aus. Ersten Prognosen zufolge könnte keine Partei eine ausreichende Mehrheit zur Alleinregierung erreicht haben.

"Wir bekommen eine Menge Anrufe, um ganz klar zu sein: Keine Koalition, keine Deals", hieß es auf der Twitter-Seite der Pressestelle der Liberaldemokraten.

01:12 Uhr: Pizza für Labour

Der Großteil der Wahlkreise muss noch ausgezählt werden. Eine lange Nacht steht Großbritannien also bevor. Wie übersteht man solche Nächte? Natürlich mit Pizza. Zumindest ist das die Strategie der Labour-Anhänger, wie ein Foto auf Twitter zeigt:

01:04 Uhr: Hatte May ihren Rücktritt bereits angekündigt?

Derzeit wird ein Tweet der Premierministerin in großer Zahl geteilt. Am 20. Mai hatte Theresa May geschrieben: "Wenn ich nur sechs Sitze verliere, dann verliere ich diese Wahl und Jeremy Corbyn wird mit Europa am Verhandlungstisch sitzen".

Nun könnte May allerdings 14 Sitze verloren haben.

Trotzdem: Mays Tories haben laut den Prognosen die meisten Sitze - und könnten eine Minderheiten-Regierung bilden. Labour-Chef Corbyn hätte dann aber vermutlich mehr Einfluss auf die Brexit-Verhandlungen. Vielleicht wollte May auch nur das sagen.

00:26 Uhr: Newcastle macht das Rennen, Sunderland unterliegt

Newcastle schlägt Sunderland: Das klingt wie eine Fußball-Meldung, es geht aber tatsächlich um die britische Parlamentswahl.

Die beiden nordenglischen Städte liefern sich traditionell ein Rennen darum, als erster von 650 Wahlkreisen ein Ergebnis vorzulegen. In den vergangenen 25 Jahren hatte stets Sunderland gewonnen.

Diesmal lieferte Newcastle ein paar Minuten vor dem Erzrivalen und nur eine Stunde, nachdem die Wahllokale geschlossen hatten - Sportstudenten rannten mit den Wahlurnen zur Auszählung. Dass Labour-Kandidatin Chi Onwurah gewann, war dagegen keine Überraschung.

00:21 Uhr: May hat sich verzockt, laut der "Times of Lonon"

Noch ist das Ergebnis noch nicht fix. Doch die "Times of London" legt sich schon fest: Premierministerin May hat sich verzockt. So wird es am Freitag auf der Titelseite der Zeitung zu lesen sein:

23:46 Uhr: SNP will Corbyn zum Premierminister machen

Die Chefin der Schottischen Unabhängigkeits-Partei (SNP) will laut "The Telegraph" eine Koalition mit Labour eingehen und deren Chef Jeremy Corbyn zum Premierminister machen. Ihre Bedingung: ein weiteres Referendum über die Unabhängigkeit der Schotten.

Laut der ersten Hochrechnung hätten allerdings die Tories von Premierministerin Theresa May die meisten Stimmen - und würden auch den Premier stellen. Die Tories könnten eine Minderheiten-Regierung bilden.

23:41 Uhr: Schottische Unabhängigkeits-Partei mit dramatischen Verlusten

Die für Schottlands Unabhängigkeit kämpfende Partei SNP hat der ersten Prognose zufolge viele Sitze verloren.

Die Nationalpartei der Schotten mit ihrer Chefin Nicola Sturgeon kommt demnach nur noch auf 34 Sitze. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatte die SNP noch 56 von 59 möglichen Sitzen geholt.

Die Partei stellt sich nur in Schottland zur Wahl. Sturgeon strebt ein zweites Referendum über Schottlands Unabhängigkeit an. Sie begründet dies mit dem EU-Austritt Großbritanniens, den eine Mehrheit der Schotten abgelehnt hat.

Vor allem die Liberal Democats konnten in Schottland dazu gewinnen. 4 Sitze, laut der Prognose.

23:37 Uhr: Britisches Pfund verliert an Wert

Der Kurs des britischen Pfunds ist am Donnerstag nach einer ersten Prognose zur Wahl in Großbritannien kräftig unter Druck geraten.

Zuletzt kostete ein US-Dollar noch 1,2741 Pfund. Das waren fast 2 Prozent weniger als vor der Veröffentlichung der Wählerbefragung.

23:34 Uhr: Nigel Farage schaltet sich ein

Rechtspopulist und Ukip-Politiker Nigel Farage hat sich zum Ergebnis der ersten Prognose geäußert. Wie auch immer die Wahl letztlich ausgehe, die Tories bräuchten einen Vorsitzenden, der an den Brexit glaubt.

Vermutlich denkt er schon über die Zeit nach Theresa May an der Spitze der Tories nach.

23:27 Uhr: Noch ist nichts entschieden

Alle Kommentatoren sind sich einig: Das wird eine lange Nacht. Das Ergebnis der ersten Prognose könnte sich noch entscheidend verändern.

In 76 Wahlkreisen gebe es noch ein zu enges Rennen, um ein definitives Ergebnis daraus abzuleiten. Darauf weist der Geschäftsführer einer Bildungsinitiative, Sam Freedman, hin.

23:22 Uhr: Das Ende von May im Juni?

Bedeutet dieses Ergebnis das Ende von Premierministerin Theresa May? Parteikollege George Osborne hatte gesagt, dass May ein schlechteres Ergebnis als 2015 nicht politisch überleben werde.

2015 erhielten die Tories 330 Sitze, laut der ersten Prognose sind es nun 314.

Auch BBC-Journalist Robin Lustig spekuliert, dass May zurücktreten müsste, sollte sich das Ergebnis der Prognose bestätigen.

23:16 Uhr: "Riesen-Enttäuschung" für May

Der britische Journalist Andrew Marr nennt das Ergebnis der Prognose eine "Riesen-Enttäuschung" für Premierministerin Theresa May.

23:12 Uhr: Starkes Ergebnis für Corbyn laut erster Prognose

Die Labour-Partei von Jeremy Corbyn erreicht in der ersten Prognose 266 Sitze. Bei der Wahl 2015 erhielt Labour 232 Sitze. Ein starkes Ergebnis also für den umstrittenen Labour-Chef.

23:08 Uhr: Premierministerin May scheint sich verspekuliert zu haben

Die erste Prognose ist ein enttäuschendes Ergebnis für die Tories und Premierministerin Theresa May. Zwar erreichen die Konservativen die meisten Stimmen - aber ihre Mehrheit im Parlament wackelt.

326 Sitze bräuchte die Partei dazu im Parlament, die erste Prognose sieht die Tories nur bei 314. May wollte mit der Wahl eine stärkere Mehrheit schaffen. Derzeit haben die Tories 330 Sitze im Parlament.

23:00 Uhr: Hier ist die erste Prognose

Die Wahllokale sind jetzt geschlossen. Hier ist die erste Prognose:

► Tories: 314
► Labour: 266
► Liberal Democrats: 14
► SNP: 34

Die Mehrheit der Tories wackelt. Die Partei von Premierministerin Theresa May bräuchte dazu 326 Sitze.

Es scheint, May hat sich verspekuliert.

22:54 Uhr: Auf diese Wahlkreise kommt es an

Nur noch wenige Minuten, bis die erste Prognose kommt. Der "Telegraph" zeigt in einem Video, welche Wahlkreise die Entscheidung bringen könnten. In einige Wahlkreisen haben wenige hundert Stimmen bei der Wahl 2015 den Unterschied ausgemacht:

Gerade Wahlkreise, die beim Brexit-Referendum im vergangen Jahr für den EU-Austritt gestimmt haben, aber zuvor noch für Labour gestimmt haben, könnten nun an die Tories fallen.

22:23 Uhr: Labour-Partei wird in Umfragen meist überschätzt

Zuletzt hatte die Labour-Partei in Umfragen massiv aufgeholt. Die letzte Umfrage sagte ihr etwa 36 Prozent voraus. In einigen Befragungen lag Labour sogar nur einen Prozentpunkte hinter den Konservativen. Ein Machtwechsel schien möglich.

Allerdings: Historisch gesehen wird das Abschneiden der Labour-Partei in Umfragen überschätzt. Die HuffPost UK hat sich alle Wahlen seit 1943 angesehen. Bei elf von 19 Wahlen schnitt Labour schlechter ab, als zuvor prognostiziert worden war.

Elf Mal wurden die konservativen Tories dagegen unterschätzt. Erreicht Premierministerin Theresa May also doch eine starke Mehrheit?

Eine halbe Stunde müssen wir uns noch gedulden. Dann gibt es die ersten Prognosen.

22:15 Uhr: Wahlkampf bis zum Schluss

Die Politiker in Großbritannien kämpfen bis zur Schließung der Wahllokale um Stimmen. So veröffentliche der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, auf Twitter ein Video mit der Aufforderung, noch wählen zu gehen. "Tut es jetzt", sagt Khan darin.

In gut 40 Minuten schließen die Wahllokale.

21:48 Uhr: In Brüssel rechnet keiner mit Corbyn

In Brüssel rechnen die EU-Politiker offenbar mit einem Wahlsieg von Premierministerin Theresa May. ZDF-Korrespondent Stefan Leifert berichtet von einem Gespräch mit einem Brexit-Verhandler.

Auf einen möglichen Wahlsieg des Labour-Chefs Jeremy Corbyn angesprochen, sagt der: "Keine Ahnung, mit diesem Szenario hat sich niemand beschäftigt."

Umfragen und Prognosen sagen ein Sieg von May voraus. Aber wenn der Brexit eines gezeigt hat, dann: Traue keiner Umfrage.

21:42 Uhr: Lösung für hunderte Studenten in Newcastle-under-Lyme

Offenbar gibt es eine Lösung für die Studenten in Newcastle-under-Lyme, die bisher nicht wählen konnten. Sie sollten in die Lokale zurückgehen und erklären, dass sie womöglich spät ins offizielle Wählerregister hinzugefügt worden sind.

Studenten hatten berichtet, dass sie in den Wahllokalen der Stadt abgewiesen wurden, weil sie nicht im Wählerregister auftauchten.

21:29 Uhr: Wähler in Übersee haben Probleme

Mehrere Großbritannien, die außerhalb des Königreichs wohnen, haben dem "Guardian" von Problemen bei der Wahl berichtet.

James Pellington wohnt in den USA und schreibt, seine Identität habe nicht bestätigt werden können, als er sich wieder für die Wahl registrieren lassen wollte. Und das, obwohl sich an seinen Daten seit der letzten Registrierung nichts geändert hätten.

Seine Wahlunterlagen seien dann erst am Montag gekommen. Obwohl er sich Wochen vorher registriert hatte. Damit die Unterlagen rechtzeitig für diesen Donnerstag angekommen wären, hätte er 80 Dollar zahlen müssen. Ein zu hoher Preis für ihn.

Eine "Guardian"-Leserin aus Übersee berichtet, auch ihr Mann und ihr Sohn hätten nicht wählen können. Auch hier habe es Probleme mit der Registrierung gegeben.

21:23 Uhr: Eine Stadt hat einen Ruf zu verlieren

Für eine Stadt im Nordosten Englands geht es nach der Schließung der Wahllokale in Großbritannien am Donnerstagabend um mehr als nur die Stimmen: Sie hat einen Ruf zu verlieren.

Sunderland war mit seinen drei Wahlkreisen bei den britischen Unterhauswahlen seit 1992 immer die erste Stadt, die offizielle Ergebnisse verkünden konnte.

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Das Denkmal "Propellers Of The City" in Sunderland, Quelle: Getty

Bei einer der schnellsten Zählungen gab es dies schon eineinhalb Stunden nach dem Schließen der Wahllokale. Den Titel der schnellsten Stadt will Sunderland auch bei dieser Wahl behalten und das konkurrierende Newcastle ausstechen.

Deswegen sind die Wähler gebeten, ihren Zettel nur einmal zu falten. Schüler laufen mit den Wahlurnen zur zentralen Zählstation. Um sie schneller auszählen zu können, sind die Wahlzettel aus dünnerem Papier hergestellt und werden von Bankangestellten gezählt.

21:09 Uhr: Die Boulevardpresse und ihre Wortspiele

Die Presse in Großbritannien hat sich in der Wahl klar positioniert. Das Boulevardblatt "The Sun" des erzkonservativen Rupert Murdoch warnt ausdrücklich vor der Labour-Partei und ihrem Chef Jeremy Corbyn.

"Nur die Konservativen ziehen den Brexit wirklich durch. Die 'Sun' geht keine Sekunde davon aus, dass der Brexit unter Labour wirklich kommen wird", sagte Murdoch etwa.

Um zu verdeutlichen, was dem britischen Königreich unter Corbyn blüht, hat die "Sun" eine besonders anschauliche Titelseite für Donnerstag gestaltet:

Man sieht Corbyn in einer Mülltone. "Don't chuck Britain in the Cor-Bin", steht darunter. "Bin" heißt auch Mülleimer. Mit dem Wortspiel versucht die "Sun" also noch einmal zu betonen, was der linke Politiker für die Zukunft Großbritanniens bedeuten würde.

Tatsächlich will Labour unter Corbyn den Brexit gar nicht rückgängig machen. Einen harten Kurs wie Premierministerin Theresa May will die Partei in den Verhandlungen mit der EU allerdings nicht fahren.

20:59 Uhr: Rekord an Kandidatinnen

Nie gab es mehr Kandidatinnen bei einer britischen Unterhauswahl, berichtet "The Telegraph". Demnach sind von 3384 Kandidaten 965 Frauen. Also knapp ein Drittel. Die meisten weiblichen Kandidaten stellt Labour (mehr als 40 Prozent).

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Labour-Chef Jeremy Corbyn mit Labour-Kandidatin Rebecca Long-Bailey, Quelle: Getty.

Bei den vergangenen Wahlen gab es insgesamt mehr Kandidaten. Womöglich hatten die kleineren Parteien Probleme, genügend Kandidaten zu finden - weil Premierministerin Theresa May die Neuwahl kurzfristig angesetzt hatte.

20:39 Uhr: Mit dem Haustier zur Wahlurne

Es ist eine Art Tradition bei Unterhauswahlen, auch wenn keiner genau sagen kann, woher sie stammt: Einige Briten bringen ihren Hund oder auch ihre Katze mit ins Wahllokal - und schießen stolz ein Foto davon.

Unter den Hastags "dogsatpollingstations" oder "catsatpollingstations" kursieren auf Twitter unzählige Fotos dieser liebenswürdigen Wahltradition.

Hier mit Hund:

Oder eben mit der Katze. "Meine verdammte Katze liebt es, zu wählen", kommentiert dieser Nutzer.

Auch ein Meerschweinchen wurde schon gesichtet:

20:06 Uhr: Studenten in Newcastle-under-Lyme dürfen nicht abstimmen

Der "Guardian" berichtet, dass wahlberechtigte Studenten in Newcastle-under-Lyme von Wahllokalen weggeschickt worden seien. In einigen Tweets haben die Studenten auf ihre Situation aufmerksam gemacht.

"Bis 11 Uhr haben sie mehr als 20 Wähler abgewiesen. Hochgerechnet sind das jetzt mehr als Hundert! Das ist nicht gut", schreibt ein Twitter-Nutzer.

Die Steele Universität in Newcastle-under-Lyme berichtet, die Studenten würden nicht in den Listen für registrierte Wähler auftauchen - obwohl sie einen Wahlausweis haben.

Brisant an der Geschichte: Bei der Unterhauswahl 2015 gewann die Labour-Partei den Wahlkreis mit nur 650 Stimmen Vorsprung vor den Tories.

19:54 Uhr: Was passiert, wenn May ihre Mehrheit verliert?

Laut einigen Umfragen wird es knapp für Premierministerin Theresa May: Ihre Partei könnte die Mehrheit im Parlament verlieren. Dabei hatte May die Neuwahlen im April ausgerufen, um sich eine deutlich stärkere Mehrheit zu verschaffen.

Hier erfahrt ihr, was passiert, sollte May tatsächlich auf weniger als 326 der 650 Sitze im Unterhaus kommen. So viele bräuchte sie nämlich für eine Mehrheit.

19:30 Uhr: Wie denkt eigentlich Labour-Chef Corbyn über den Brexit?

Lange Zeit schien es unmöglich: Doch wie einige Umfragen zeigen, könnte Labour-Chef Jeremy Corbyn überraschend Großbritanniens nächster Premierminister werden.

Wie steht der Politiker und seine Partei eigentlich zum Brexit? Hier erfahrt ihr mehr.

Mit Material der dpa

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