"Forbes"-Magazin: Trump hat sich an Charity-Aktionen für krebskranke Kinder bereichert

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DONALD TRUMP
"Forbes"-Bericht: Donald Trump soll sich an Benefizveranstaltungen für krebskranke Kinder bereichert haben | Getty Images
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  • Laut einem Medienbericht seien Spenden der gemeinnützigen Organisation von Eric Trump bei dessen Vater Donald gelandet
  • Insgesamt 1,2 Millionen Dollar gingen demnach nicht an krebskranke Kinder, sondern blieben im Trump-Konzern

Elf Millionen Dollar soll Eric Trump, der Sohn des US-Präsidenten, an Spenden für das St. Jude Children's Research Hospital gesammelt haben.

Das St. Jude ist ein weltbekanntes Kinderkrankenhaus für Krebserkrankungen. Die Aktion des Präsidentensohns erscheint also erst einmal wie eine gute Tat.

Die jetzt jedoch zum Skandal wird.

Denn wie ein Bericht des US-Wirtschaftsmagazins “Forbes” nun zeigt: Es hätte noch mehr Geld sein können.

Denn ein Teil der gesammelten Spenden landete nicht bei den krebskranken Kindern, sondern in den Taschen von Eric Trumps Vater.

Demnach gingen 1,2 Millionen Dollar an Spenden an die Trump-Organization, den Familien-Konzern der Trumps. Dessen Vorsitzender war Donald Trump bis zu seiner Wahl zum US-Präsidenten.

In den Steuerunterlagen fand "Forbes" eine Merkwürdigkeit

Dem Trump-Konzern gehören die Golfplätze, auf denen die Benefizveranstaltungen von Eric Trump stattfanden, auf denen er Geld für das Kinderkrankenhaus sammelte.

Heikel: "Forbes" hat die Steuerunterlagen der gemeinnützigen Eric Trump Foundation ausgewertet. Und dabei entdeckt: Die Trump-Organization stellte Eric Trump die Benutzung der Golfplätze offenbar in Rechnung.

Und das, obwohl Trumps Sohn mehrfach das Gegenteil behauptet hat. Er verwies öfter darauf, dass der Großteil der Spenden bei seinen Charity-Aktionen auch wirklich beim St.-Jude-Krankenhaus ankomme. Denn die Golfplätze gehörten ja quasi der Familie.

Daher habe seine Foundation so gut wie keine Kosten, hatte Eric Trump in der Vergangenheit versprochen. "Wir können unsere Vermögenswerte 100 Prozent kostenlos nutzen”, sagte er gegenüber “Forbes”.

donald trump
Eric und Donald Trump, Quelle: Getty

Doch in den Steuerunterlagen hat "Forbes" nun wohl entdeckt, dass das nicht stimmt. 1,2 Millionen Dollar der gesammelten Spenden blieben über die Jahre als Kosten im Trump-Konzern stecken. Wie Experten für Benefiz-Veranstaltungen gegenüber “Forbes” sagen: Für ein eintägiges Golfevent seien die Kosten nicht gerechtfertigt.

"Forbes" berichtet auch, warum Donald Trump seinem Sohn die Benutzung der Golfplätze in Rechnung gestellt habe. Die wohltätigen Veranstaltungen seien irgendwann einfach zu teuer geworden.

Seit 2007 organisiert Eric Trump sein gemeinnütziges Golf-Turnier einmal jährlich.

Zunächst fänden sich keine Auffälligkeiten in den Steuerunterlagen, berichtet "Forbes". Doch im Jahr 2011 änderte sich das. Ab diesem Zeitpunkt soll Donald Trump von seinem Sohn Geld verlangt haben.

Der jetzige US-Präsident soll ausgeflippt sein

In den Steuerunterlagen hat “Forbes” eine regelrechte Kostenexplosion entdeckt: Von einem Jahr zum nächsten hätten sich 2011 die Ausgaben verdreifacht, von 46.000 Dollar auf 142.000 Dollar.

Laut einem Mitarbeiter eines Trump-Golfplatzes im US-Bundesstaat New York sei Donald Trump wegen der Kosten ausgeflippt. “Herr Trump hat die Fassung verloren (...). Er sagte: ‘Wir spenden all dieses Zeug und es gibt keine Dokumente? (...) Er sagte: ‘Ist mir egal, ob das mein Sohn ist oder nicht - jeder bekommt eine Rechnung.”

Seitdem stellt Trump laut "Forbes" seinem Sohn eine Rechnung für die Benefizveranstaltungen aus.

Eric Trump will sich nicht äußern

Auf Anfrage von “Forbes” sagte Eric Trump, die Kosten für die Veranstaltungen würden nicht mehr als 100.000 Dollar betragen.

Die Steuerunterlagen zeigen allerdings, dass das nicht stimme, berichtet das Magazin. 2015 beliefen sich die Ausgaben seiner Foundation für das Event auf 320.000 Dollar.

Im vergangenen Jahr habe die Eric Trump Foundation 2,9 Millionen Dollar an das St.-Jude-Krankenhaus gespendet. Über die Jahre habe die Foundation aber eben auch 1,2 Millionen Dollar an den Konzern von Donald Trump gezahlt.

Eric Trump selbst sagte dem Magazin, konfrontiert mit den Vorwürfen: “Es scheint, dass es hier ein Motiv entweder gegen mich oder meine Familie gibt. Sollte das der Fall sein, möchte ich mich nicht beteiligen.” Ein Sprecher der Trump-Organisation lehnte es ebenfalls ab, zum Bericht Stellung zu beziehen.

Der "Forbes"-Artikel sorgte für einiges Aufsehen. Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman kommentierte hämisch: "Man vermutet, dass die Trumps daran Freude haben, wohlgesinnte Menschen zu betrügen - und damit davonzukommen."

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