US-Forscherin hat einen simplen Weg gefunden, Depressionen zu behandeln - jeder kann ihn nutzen

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DEPRESSION
Eine Stanford-Forscherin hat einen einfachen Weg gefunden, Depressionen zu behandeln - ihr könnt es sofort testen | Getty Images
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Unter Depressionen zu leiden, ist wie ertrinken - nur, dass du jeden um dich herum atmen siehst. Du verlierst dich selbst, während ständig etwas Schweres auf deiner Brust liegt und dir jede Lust am Leben nimmt.

So oder ähnlich beschreiben Betroffene ihre Depressionen. Oft fühlen sie sich allein gelassen, wollen sich andererseits aber auch niemandem anvertrauen oder gar zum Arzt gehen.

Eine Stanford-Forscherin hat nun einen Weg gefunden, der diesen Menschen helfen könnte, ihre Depressionen zu behandeln: Einen Chatbot.

Wie in einem Chat kann dort jeder, der Lust hat, anonym über seine Probleme schreiben, aber nicht in einer Gruppe, sondern zu zweit - mit Woebot, einem kleinen Roboter. Er berät, stellt Fragen und hilft bei Problemen.

Der Roboter weiß tatsächlich, wie es euch geht

Interessierte können sich unter dieser Adresse anmelden. Dass Woebot ein Roboter ist, werdet ihr vermutlich kaum merken, denn er fragt euch wie ein guter Freund nach euren Problemen und wie er euch helfen kann.

Und das tut er dann auch tatsächlich, indem er beispielsweise regelmäßig fragt, wie es euch geht und eure Stimmungen festhält und auswertet. Woebot unterhält sich aber nicht nur mit euch, sondern schickt euch auch Texte oder andere Inhalte, die euch bei euren derzeitigen Problemen helfen könnten. Hier seht ihr ein Beispiel von Woebots Fähigkeiten.

Den Testpersonen half der Chatbot enorm

Die Stanford-Forscherin Alison Darcy hat mit 70 Studenten, die an Depressionen und Angstzuständen litten, einen Testlauf gemacht. Sie teilte sie in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe chattete zwei Wochen lang mit dem Roboter, die andere erhielt ein E-Book über Depressionen.

Die Menschen, die täglich mit dem Roboter schrieben, gaben an, ihre depressiven Symptome hätten sich deutlich verbessert. Die Ergebnisse hat die Forscherin im "Journal of Medical Internet Research Mental Health" veröffentlicht.

Der Roboter Woebot würde bei seinen Fragen die Erkenntnisse der kognitiven Verhaltenstherapie anwenden, wenn er mit den Patienten chattet - und das würde ihnen unbewusst sehr helfen.

Woebot lebt in der Gegenwart - das macht ihn erfolgreich

Laut Darcy ist der Roboter vor allem deshalb so erfolgreich, weil er sich auf die Gegenwart konzentriert und herausfindet, wie depressive Menschen reagieren und nicht, was ihnen vor Jahren einmal widerfahren ist.

Außerdem könnte der Roboter negative Sätze und Verhaltensmuster entschlüsseln und aufklären. Einen jammernden Menschen würde der Roboter beispielsweise darauf hinweisen, dass er gerade ein negatives Selbstgespräch führt.

Der kleine Roboter hat übrigens noch einen weiteren Vorteil: Er schläft nie und antwortet deshalb auch nachts um halb vier.

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(ujo)