Ex-FBI-Chef Comey sagt gegen US-Präsident Trump aus: "Das waren Lügen, schlicht und einfach"

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JAMES COMEY
Live Blog: Ex-FBI-Chef Comey sagt gegen US-Präsident Trump aus | Kevin Lamarque / Reuters
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Der Showdown beginnt: Der ehemalige FBI-Chef James Comey sagt vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aus. Er beschuldigt den US-Präsidenten Donald Trump, versucht zu haben, die Ermittlungen des FBI zu sabotieren.

► Zum Hintergrund: Der US-Geheimdienst ermittelt gegen mehrere Mitarbeiter aus Trumps Wahlkampfteam. Ihnen wird vorgeworfen, illegitime Kontakte nach Russland unterhalten zu haben. So könnte die Präsidentschaftswahl im November von Moskau aus manipuliert worden sein.

► Mehrere führende Trump-Leute hatten noch vor der Amtseinführung, teilweise auch vor der Wahl, Kontakt zu Russlands Botschafter Sergej Kisljak: Schwiegersohn Jared Kushner, Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn und und Justizminister Jeff Sessions.

► Flynn ist inzwischen entlassen, Sessions hält sich aus dem Russland-Thema wegen möglicher Befangenheit heraus. Kushner ist weiter im Amt.

► Trump wollte Comey davon überzeugen, die Untersuchungen einzustellen, behauptet der FBI-Chef in seinem Eröffnungsstatement, das vorab veröffentlicht wurde. Als er das nicht tat, entließ Trump Comey – offiziell aus anderen Gründen.

Mehr zum Thema: Ex-FBI-Chef Comey: Die wichtigsten Passagen der Aussage bergen schwere Vorwürfe gegen Trump

Hier folgt der Live-Ticker zur Anhörung:

18:37: Senator McCain verwirrt mit seinem Auftritt

Senator McCain verspricht sich immer wieder, bringt verschiedene Vorfälle durcheinander.

Bei Twitter machen sich zahlreiche Nutzer über den Auftritt des Republikaners lustig.

17:55: Trump: "Comey denkt sich das alles aus"

Der Korrespondent des US-Senders ABC News hat aus dem Umfeld des Präsidenten gehört, dass Trump die Vorwürfe von Comey als Lügen bezeichnet.

Trump bestreitet, Loyalität von Comey verlangt – oder eine Einstellung der Flynn-Ermittlungen ins Spiel gebracht zu haben.

17:28: So kam es zu den Leaks

Er habe Notiz zum Gespräch mit Trump über einen Freund an die Medien weitergeleitet, erzählt Comey. Er habe dadurch dafür sorgen wollen, dass ein Sonderermittler eingesetzt wird.

17:25: Comey fand Dinner mit Trump "sehr komisch"

Nun geht es um die Frage, ob es normal sei, dass Comey ein Mal allein mit Donald Trump zu Abend gegessen habe.

Der habe das so komisch gefunden, dass er davon ausgegangen sei, "dass noch andere anwesend sein würden", sagt er.

17:13: Comey: "Hoffe es gibt Aufzeichnungen"

Der Ex-FBI-Chef schießt gegen Präsident Trump. Der hatte bei Twitter suggeriert, es gebe Aufzeichnungen der Gespräche und Comey für den Fall gedroht, dass er diese veröffentlichen würde.

"Ich habe den Tweet über die Aufzeichnungen gesehen. Herrgott, ich hoffe, es gibt Aufzeichnungen“, sagt Comey.

17:40: Die "Washington Post" fasst die Anhörung perfekt zusammen

"US-Präsident Trump ist ein lügender Lügner, der lügt", fasst die "Washington Post" die bisherige Anhörung zusammen.

17:09: Senator Wyden: "Der Zeitpunkt Ihrer Entlassung stinkt"

Nun stellt der demokratische Senator Ron Wyden Fragen. Erst macht er jedoch klar, was er von Comeys Entlassung hält: "Der Zeitpunkt stinkt."

17:00: So antwortete Comey

Der Ex-FBI-Chef habe dem Präsident nicht gesagt, dass es keine angemessene Forderung sei.

Vielleicht sei er ein bisschen "feige" gewesen, sagt Comey. Er habe nur geantwortet: "Ich stimme zu, dass Flynn ein guter Mann ist." Die Forderung, die Ermittlungen gegen Flynn einzustellen, habe Comey nicht weiter kommentiert.

"Vielleicht hätte ich es gemacht, wenn ich stärker wäre", gibt Comey zu.

16:52: Befehl oder Anweisung?

Comey erklärt, der US-Präsident habe ihm nicht befohlen, die Ermittlungen gegen den Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Trump habe nur gesagt, er hoffe, "dass Sie die Ermittlungen fallen lassen können". Flynn sei ein guter Mann, habe Trump betont.

"Das war, was er wollte, dass ich tue", sagt Comey. Er habe Trumps Satz somit als Anweisung aufgefasst.

Das FBI ermittelte gegen Michael Flynn wegen illegitimen Gesprächen mit dem russischen Botschafter. Wenig später wurde Flynn von Trump zum Rücktritt gedrängt.

16:44: Wieso wollte Trump Comey allein sprechen?

Jetzt geht es um ein Gespräch zwischen Trump und Comey am 14. Februar.

Der US-Präsident soll alle außer Comey aufgefordert haben, den Raum zu verlassen – auch den Justizminister Jeff Sessions. Comey sei das komisch vorgekommen. Auch Sessions habe gewusst, dass es nicht richtig sei, den Raum zu verlassen, glaubt Comey.

"Ich dachte, jetzt passiert etwas ganz Entscheidendes", sagt Comey. Deshalb habe er sich entschieden, sich ganz genau zu merken, was Trump sagte.

16:38: Wieso machte Comey Notizen?

Nun geht es um die Frage, wieso der Ex-FBI-Chef die Gespräche mit dem gewählten US-Präsidenten dokumentierte.

Comeys Antwort hat es in sich: "Es ging um Dinge, die die Hauptverantwortung des FBI und den Präsidenten persönlich betreffen. Und dann.. ging es um den Charakter der Person. Ich war wirklich besorgt, er könnte über die Natur unserer Treffen lügen. Deshalb fand ich es wichtig, sie zu dokumentieren."

Seine Treffen mit Amtsvorgänger Barack Obama hatte Comey nie in irgendeiner Weise aufgezeichnet.

16:32: Comey verweigert Aussagen

Auf mehrere Fragen will der entlassene FBI-Chef keine Antwort in der öffentlichen Sitzung geben, da sie laufende Ermittlungen betreffen. Im Anschluss an die offene Anhörung findet eine geschlossene Befragung statt.

Dabei geht es auch um das viel diskutierte "Steele"-Dossier, einen Geheimdienst-Bericht, der Trump vorwirft, sich in Vergangenheit von Russland erpressbar gemacht zu haben.

Die Verfasser des Dossiers berichten auch von Treffen des US-Präsidenten mit russischen Prostituierten in Moskau.

16:27: "Nichts als Lügen"

Ex-FBI-Chef Comey wirft Trump vor gelogen zu haben, als der ihn öffentlich diffamierte. "Das waren Lügen, schlicht und einfach", so Comey.

Der Befragte bedauert, dass die US-Bürger diese Lügen hören mussten.

16:25: Kein Zweifel an russischer Manipulation

Der ehemalige FBI-Chef erklärt auf Nachfrage, er habe keinerlei Zweifel, dass Rusland versucht hat, die US-Wahlen zu manipulieren.

Donald Trump habe ihn aber nie direkt gebeten, die Ermittlungen einzustellen.

16:22: "Das FBI ist ehrlich und stark"

Comey erklärt, der Geheimdienst habe immer ehrlich gearbeitet.

Er entschuldigt sich bei seinen ehemaligen Kollegen, dass er sich nach seiner Entlassung nicht von ihnen verabschieden konnte.

16:20: Trump spricht über seine Entlassung

US-Präsident Trump habe Comey immer wieder gelobt, erklärt der. Er sei überrascht gewesen, als der US-Präsident ihn dann entlassen habe. Die sich verändernden Begründungen aus dem Weißen Haus "haben mich verwundert und besorgt", sagt der ehemalige FBI-Chef.

16:19: Comey wiederholt sein Statement nicht

Der ehemalige FBI-Chef legt seinen Eid ab und schwört, die Wahrheit zu sagen. Comey erklärt dann, sein gestern öffentlich gewordenes Statement nicht wiederholen zu wollen.

16:11: Senator Warner legt gegen Trump vor

Der demokratische Senator Mark Warner zählt noch einmal die vielen Vorwürfe auf, die dem Trump-Team gemacht werden.

Er scheint überzeugt zu sein, dass die Entlassung James Comeys mit der Russland-Affäre Donald Trumps zusammenhänge. Dafür spreche auch Trumps Forderung "Ich brauche Loyalität", die er dem Ex-FBI-Chef vorgebracht haben soll. Die Entlassung des FBI-Chefs sei "schockierend".

"Denkt darüber nach: Ein US-Präsident, der den FBI-Chef davon überzeugen will, Ermittlungen einzustellen", sagt Warner. Trump habe Comey erst entlassen, nachdem der sich geweigert hatte, Trumps Willen nachzukommen.

16:07: Burr trägt die wichtigsten Fragen der Anhörung vor

Darum soll es gehen: Hat Trump versucht, Comey zur Zusammenarbeit zu zwingen? Wie weit ging die russische Einflussnahme auf die US-Wahl?

16:04: Los geht's

Comey sitzt. Der Senator Richard Burr eröffnet die Sitzung und dankt Comey für seine Kooperationsbereitschaft.

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