Fidget Spinner: Was ihr über den Kreisel-Hype wissen müsst

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FIDGET SPINNER
Fidget Spinner haben derzeit viele zwischen den Fingern | mheim3011 via Getty Images
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  • Fidget Spinner sind ein neuer Spiel-Trend - auch in Deutschland
  • Diese besonderen Kreisel drehen sich zwischen zwei Fingerspitzen
  • Fidget Spinner wurden entwickelt, um bei Aufmerksamkeitsstörungen zu helfen

Viele Jungen und Mädchen haben sie dieser Tage in den Fingern: Fidget Spinner sind offenbar der neue Trend auf den Schulhöfen. Das handliche Spielzeug sieht aus wie ein kleiner Wurfstern mit abgerundeten Ecken.

Doch Fidget Spinner werden nicht geworfen: Der Spieler nimmt den Spinner zwischen zwei Fingerspitzen, gibt ihm seitlich einen Schubs und schon dreht sich der Kreisel 10 bis 20 Sekunden lang.

Vorausgesetzt man schafft es, den Fidget Spinner so lange auf der Fingerkuppe zu balancieren. Denn das ist die Challenge, der sich die Mädchen und Jungen derzeit stellen.

Das Spielzeug ist vor allem in den USA ein Mega-Trend - und auch in Deutschland begeistert das Fingerspielzeug zunehmend Kinder und Jugendliche. Ähnlich wie Zauberwürfel oder Fingerskateboards zuvor.

Ist das der neue Super-Hype wie das App-Game Pokémon-Go im Vorjahr?

Ein Spielzeug mit Therapiewirkung?

In Zeiten von Smartphones und Aufmerksamkeitsverlust, kommt der Fidget Spinner ganz analog daher und ohne Pixel aus. Ein Offline-Trend, der aber natürlich längst einen eigenen Hashtag bei Portalen wie Instagram besitzt.

Yes, I actually just did this #fidgetspinner #shirt #shower #cancer #snapchat #meme #glasses #whatsinstagram

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Doch was steckt dahinter? Gibt es einen Sinn außer Unterhaltung?

Beruhigend sollen die Fidget Spinner wirken. Dafür wurden die kleinen Kreisel, die in der Hand gedreht werden, entwickelt.

Die Ursprungsidee: Die Scheiben mit Kugellager in der Mitte sollten Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen oder Autismus helfen, indem es die Geschicklichkeit der Nutzer fordert und ihre Aufmerksamkeit bündelt. Der therapeutische Nutzen, mit dem die Hersteller sogar werben, ist aber nicht nachgewiesen.

So neu der Hype ist, die Idee ist es nicht. Das erste "Fidget Spinner"-Patent reichte bereits 1997 Catherine Hettinger ein. Und auch für Erwachsene wurden verschiedene ähnliche Gadgets, entwickelt, um Stress abzubauen - wie zum Beispiel der "Fidget Cube".

Passenderweise bedeutet "Fidget" auch so viel wie nervös herumzappeln oder auch fummeln.

Der Trend kommt nach Deutschland

Die Beliebtheit des Spielzeugs ist in den USA enorm, wie auch die"Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Nun kommt der Trend auch in Deutschland an: Videos wie "Fidget Spinner Tricks für Anfänger" klickten die Youtube-Nutzer innerhalb von wenigen Tagen bereits über 800.000 Mal an.

Zudem gibt es Fidget Spinner mittlerweile auch hierzulande aus verschiedenen Materialien zu kaufen: Plastik, Metall oder auch Echtholz.

Beim Drehen erzeugen die Kreisel auch verschiedene Bilder und Muster und einige Modelle leuchten sogar nachts oder blinken, wie zum Beispiel ein Blick in den Preisvergleich "BestCheck" zeigt.

Zudem kosten die "Einsteiger-Modelle" teils weniger als 10 Euro - und laden damit zum Spielen ein.

Dass jedes Modell aber wirklich noch diese beruhigende Wirkung hat, die der Hersteller verspricht, mag bei diesen Möglichkeiten der eine oder andere wohl in Frage stellen. Der Faszination tut das aber wohl keinen Abbruch.

Lenken die Anti-Stress-Spielzeuge eher ab?

Zudem sind die Fidget Spinner bei Kindern in den USA derzeit so beliebt, dass die Schüler selbst im Unterricht nicht von ihrem Spiel lassen können. Eltern und Lehrer kritisieren daher, Fidget Spinner würden die Jungen und Mädchen vom Unterricht ablenken. Und eben nicht deren Konzentration für Mathematik und Geografie fördern.

Einige Schulen in Bundesstaaten wie Massachusetts, Connecticut, Florida und Indiana haben deshalb diese Fingerspielerei bereits verboten, berichten US-amerikanische Medien.

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Sind die Fidget Spinner das Sommer-Spiel 2017?

Bei aller Skepsis von Eltern und Lehrern: Die Faszination für Fidget Spinner ist offenbar bei den Kindern geweckt. Und deutsche Medien berichten bereits ausführlich über das Phänomen.

Das könnte die perfekte Grundlage für einen Super-Hype sein - wie Pokémon-Go im vergangenen Jahr. Damals spielten viele begeistert das Handy-Reality-Game. Das Interesse hat seitdem nachgelassen. Das Spiel hat ein Jahr später schon wieder Millionen Nutzer verloren.

Vielleicht lassen sich die Spieler nun auch von den Fidget Spinner begeistern. Doch ob die Kreiseln damit Pokémon-Go als Sommer-Hit nachfolgen können, müssen die kommenden Wochen erst noch zeigen.

Wer Fidget Spinner jetzt auch einmal selbst ausprobieren will, das klassische Modell gibt es zum Beispiel bei Amazon:

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(cho)

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