Ex-Kommandeur der Pfullendorfer Kaserne attackiert von der Leyen

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VON DER LEYEN
Verteidigungsministerin von der Leyen gerät wegen des Bundeswehr Sex-Skandals immer mehr in die Kritik. | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Der ehemalige Standortkommandeur der Bundeswehr Kaserne Pfullendorf erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verteidigungsministerin
  • Die Kaserne war wegen angeblicher sexuell-sadistischer Praktiken in die Schlagzeilen geraten
  • Oberst Thomas Schmidt ist wegen des Skandals versetzt worden - jetzt wehrt er sich gegen die Vorwürfe

“Ich fühle mich als Bauernopfer”, sagte Oberst Thomas Schmidt der “Bild”-Zeitung am Donnerstag. “Ich habe richtig gehandelt und wurde trotzdem zur Rechenschaft gezogen.”

Schmidt war versetzt worden, nachdem Berichte über entwürdigende Aufnahmerituale, sexuelle Nötigung, Mobbing, Misshandlungen und Demütigungen in dem Standort in Baden-Württemberg publik geworden waren.

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Nun machte der Oberst seinem Unmut über von der Leyens Handhabung des Vorfalls Luft: “Ich hätte erwartet, dass mein oberster Dienstherr sich aus Fürsorgegründen vor mich stellt. Die Ministerin als oberste Verantwortliche hat mich nach meinem Gefühl hier im Stich gelassen”, sagte Schmidt.

Von seiner Versetzung habe er zudem aus den Medien erfahren.

Kritik kommt auch von der SPD

Von Seiten der SPD heißt es inzwischen, die Verteidigungsministerin habe die Missstände an dem baden-württembergischen Standort aufgebauscht.

“Die Ministerin hat jegliches Maß im Umgang mit den Vorgängen verloren”, kritisiert der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold. “Sie überzeichnet die Probleme, um sich anschließend als toughe Problemlöserin auf dem Rücken der Bundeswehr zu inszenieren.”

Bußgeldstrafe wegen Tanzstange

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu einem Teil der Vorwürfe inzwischen eingestellt. Allerdings wurde ein Major wegen "mangelhafter Dienstaufsicht" mit einer Bußgeldstrafe von 450 Euro belegt – er hatte in der Staufer-Kaserne eine Tanzstange geduldet.

Weiterhin ermittelt wird jedoch in einem zweiten Verfahren, bei dem es um mutmaßlich qualvolle Aufnahmerituale geht. In diesem Zusammenhang waren sieben Soldaten vom Dienst suspendiert worden.

Mit Material der dpa.

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