Doppelter Terrorangriff in Teheran: Blutige Geiselnahme im Parlament und Selbstmordanschlag

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IRAN
Doppelter Terrorangriff in Teheran: Blutige Geiselnahme im Parlament und Selbstmordanschlag | dpa
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  • Bei zwei mutmaßlichen Terrorangriffen in der iranischen Hauptstadt Teheran sollen mindestens acht Menschen getötet worden sein
  • Vier Angreifer drangen ins Parlament ein, am Chomeini-Mausoleum kam es laut Berichten zu einem Selbstmordanschlag und zu einer Schießerei

In der iranischen Hauptstadt Teheran hat es mindestens zwei gezielte Terrorangriffe gegeben.

Vier Bewaffnete drangen in das iranischen Parlament ein. Zudem kam es im Mausoleum des verstorbenen Revolutionsführers Ruhollah Chomeini zu einem zweiten Angriff. Der iranische Geheimdienst sprach von Terroranschlägen.

In beiden Fällen soll es zu Schießereien gekommen sein. Iranische Medien berichten von mindestens acht Toten und mehr als 20 Verletzten.

Die Situation im Parlament war zunächst noch sehr unklar. Einige Medien berichteten, dass die Lage im Parlament unter Kontrolle sei und alle Parlamentarier in Sicherheit seien. Andere schrieben, die Angreifer seien noch im Parlamentsgebäude und hätten sogar Geiseln genommen. Spezialeinheiten sollen an beiden Anschlagsorten im Einsatz sein.

Im etwa 20 Kilometer entfernten Chomeini-Mausoleum im Süden Teherans sollen drei Bewaffnete um sich geschossen haben. Im Mausoleum war demnach mindestens ein Selbstmordattentäter am Werk, der sich in die Luft sprengte. Ein anderer Angreifer sei erschossen worden. Laut Nachrichtenagentur ILNA handelte es sich dabei um eine Frau. Ein dritter Attentäter wurde demnach verhaftet.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Angriffe für sich reklamiert, wie die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group unter Berufung auf das IS-Sprachrohr Amak meldete.

In einer weiteren Nachricht teilte Amak mit, dass sich im Mausoleum zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hätten.

Der iranische Geheimdienst sprach von Terroranschlägen, ohne jedoch direkt den IS zu erwähnen. Die iranischen Behörden sollen zudem einen weiteren Anschlag verhindert haben, wie das iranische Staatsfernsehen berichtete.

Für die sunnitische IS-Terrormiliz ist der schiitische Iran ein Erzfeind. Vom Iran gesponserte Milizen sind sowohl in Syrien als auch im Irak im Einsatz. Teheran ist ein treuer Unterstützer von Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Mit Material der dpa

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(ll)