Ex-FBI-Chef Comey verschärft Vorwürfe gegen Trump

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Ex-FBI-Chef Comey verschärft Vorwürfe gegen Trump | Joshua Roberts / Reuters
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In der Affäre um Kontakte nach Russland gerät US-Präsident Donald Trump immer stärker in Bedrängnis. Am Donnerstag wird der ehemalige FBI-Chef James Comey über seine Gespräche mit Trump vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aussagen.

Sein Statement liegt dem Ausschuss bereits vor. Comey berichtet darin, Trump habe zu ihm gesagt: "Ich erwarte Loyalität." Comey hatte die FBI-Ermittlungen gegen das Team des US-Präsidenten geleitet – und war dann vom Präsidenten entlassen worden.

Auf die Forderung habe Comey geantwortet: "Du wirst immer Ehrlichkeit bekommen".

Der ehemalige FBI-Chef berichtet von neun Konversationen mit Trump, drei in Person und sechs am Telefon.

Darin soll Trump unter anderem verlangt haben, die Ermittlungen gegen den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater General Michael Flynn einzustellen.

► "Er ist ein guter Mann. Ich hoffe, du kannst das fallenlassen", habe Trump demnach am 14. Februar zu Comey gesagt.

Sollte das stimmen, hätte der Präsident versucht, auf das Justizministerium und laufende Ermittlungen der Bundespolizei Einfluss zu nehmen.

Trump bestreitet die Vorwürfe bislang.

Flynn war zurückgetreten, nachdem öffentlich wurde, dass er während des US-Wahlkampfs mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak gesprochen und diesem eventuell gar ein Ende der Sanktionen gegen Moskau in Aussicht gestellt hatte.

► Am 6. Januar will Comey Trump bei einem Treffen im Trump Tower versichert haben, das FBI ermittle nicht gegen den Republikaner selbst. Im Zuge dieses Gesprächs habe Comey auch begonnen, Protokoll über seine Konversationen mit dem gewählten Präsidenten zu führen.

Der damalige FBI-Chef schrieb dazu: "Ich habe in einem FBI-Wagen außerhalb des Trump Towers begonnen, das Gespräch in meinen Laptop zu tippen, um Genauigkeit sicherzustellen." Die Gespräche mit Trumps Amtsvorgänger Barack Obama habe er dagegen nie protokolliert.

Neben Michael Flynn stehen auch Trumps Wahlkampfberater Carter Page und Roger Stone im Fokus der Russland-Ermittlungen. Immer wieder genannt wird auch Paul Manafort, der einstige Wahlkampfchef des Republikaners.

Auch für die Treffen von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak und einem russischen Banker interessieren die Ermittler sich nach Medienberichten.

Die Affäre könnte durchaus einen Grund für ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten darstellen. Dazu wird es jedoch – soviel lässt sich vermuten – noch mehr benötigen als Comeys Aussage am morgigen Donnerstag.

Trumps Versuche, den medialen Fokus auf andere Themen zu lenken, dürfte jedoch gescheitert sein. Ab jetzt gilt für den Präsidenten wieder, was ein Mitarbeiter des Weißen Hauses unlängst so beschrieb: "Ich fühle mich, als liefe ich permanent mit dem Feuerlöscher über den Flur.“

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