Ende May, Anfang Juni? Diese Umfrage sollte der britischen Premierministerin Sorgen bereiten

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Ende May, Anfang Juni? Eine neue Umfrage muss der britischen Premierministerin Sorgen bereiten | Getty
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  • Regierungschefin May hatte die Neuwahlen im April angesetzt
  • Doch seitdem ist der Vorsprung ihrer Partei auf einen Prozentpunkt zusammengeschrumpft
  • Großbritannien wählt am Donnerstag das Unterhaus

Eigentlich schien Theresa May der Sieg sicher, als sie Mitte April überraschend Neuwahlen in Großbritannien verkündete. Im Rücken hatte die Premierministerin Umfragewerte, die ihrer Partei einen Vorsprung von bis zu 20 Prozentpunkten prophezeiten.

Doch nun, knapp zwei Monate später, und nur zwei Tage vor der Abstimmung ist alles offen: May dürften insbesondere die neuesten Umfragewerte Sorgen bereiten. Demnach trennt die Tories nur noch ein Prozent von der Labour-Partei - vor einem Monat waren es noch 17 Prozent.

Zugleich nähert sich der Herausforderer, Labour-Chef Jeremy Corbyn, bei der Beliebtheit immer mehr May an.

36 Prozent der Befragten einer Erhebung der TV-Show "Good Morning Britain" glauben, dass Corbyn der bessere Premierminister wäre. Zwar würden 50 Prozent der Befragten immer noch May bevorzugen, allerdings konnte Corbyn seine Zustimmungswerte im Mai fast verdoppeln. Im gleichen Zeitraum sank der Wert der Konservativen-Chefin um 10 Prozentpunkte.


Mittlerweile sitzt die 60-Jährige nach zwei schweren Terrorattacken und einem bitter geführten Wahlkampf weit weniger fest im Sattel, als ihr lieb sein dürfte.

Wo liegen die Gründe für Mays Rückfall?

Nach den Anschlägen in Manchester und London entzündete sich Kritik an ihrer Politik. Denn bevor May 2016 ins Amt der britischen Premierministerin wechselte, war sie sechs Jahre lang Innenministerin.

2012 wurde sie bei einem Treffen mit Polizisten ausgebuht, weil sie deren Budgets gekürzt hatte. Diese Entscheidung hängt ihr nach den jüngsten Terrorattacken immer noch nach. Denn ihr wird vorgeworfen, mit ihrem Sparkurs die Sicherheit des Landes in Gefahr gebracht zu haben.

Dankbar hatte jüngst auch Labour-Chef Corbyn auf Mays Rolle beim Stellenabbau bei der Polizei hingewiesen. Denn heute gebe es in Großbritannien 20.000 Polizisten weniger als 2010.

Reihen hinter May nicht mehr so geschlossen wie noch vor Kurzem

Vor dem Brexit-Referendum schlug sich May auf die Seite jener in ihrer Partei, die Teil der EU bleiben wollten und damit scheiterten. Im Rennen um die Nachfolge Camerons gelang es ihr aber anschließend, beide Lager wieder zu einen. Sie versprach, den Wählerwillen zu respektieren und bei Großbritanniens Ausstieg aus der EU hart mit Brüssel zu verhandeln.

Doch die Reihen hinter May sind längst nicht mehr so geschlossen wie vor wenigen Wochen.

Das liegt nicht nur an den Terroranschlägen, die Kritikern ihrer Führungsqualitäten in die Hände spielten. Im Wahlkampf war sie auch vielen in der eigenen Partei oft zu steif.

Unbeliebtes Wahlprogramm

Gebetsmühlenartig, fast roboterhaft wiederholte sie ihren Slogan von der "starken und stabilen Regierung", die der "Koalition des Chaos" von Corbyn Paroli bieten müsse. Weil sie sich weigerte, an Fernsehdebatten mit anderen Kandidaten teilzunehmen, warfen ihr Corbyn und andere vor, der offenen Konfrontation aus dem Weg zu gehen.

Und schließlich hat auch das Wahlprogramm der Konservativen, das eindeutig Mays Handschrift trägt, nicht unbedingt zu ihrer Beliebtheit beigetragen.

Unter anderem sind dort Pläne für Kürzungen bei Rentnern und eine Neuregelung der Finanzierung für die Langzeitpflege enthalten. Beides dürfte beim älteren Wählerstamm der Tories nicht gut ankommen.

All das ließ den Vorsprung von Mays Partei vor Labour zusammenschrumpfen. Um wie viel, wird die Wahl am Donnerstag zeigen.

(Mit Material der dpa)

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