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06/06/2017 14:19 CEST

Der Erfolg des Start-Ups DropCar zeigt das Parkplatzproblem in den Städten

Dropcar
DropCar bietet eine Lösung für die Parkplatznot

  • Parkplatzsituation ist in den Städten sehr angespannt

  • Start-Up bietet Lösung, indem es Autos herumfährt

  • Fahren ist günstiger als Parken

Der Erfolg dieser Geschäftsidee zeigt, was in unseren Städten schief läuft

Die Städte sind mit Autos vollgestopft. Einen Parkplatz finden? Und dann noch einen bezahlbaren? Lästig und sehr zeitaufwendig. Kurz: Die Parkplatzsituation in deutschen Städten ist sehr angespannt.

Ein Start-Up aus den USA hat die Lösung für das Problem gefunden. Drop Car bringt New Yoker mit Fahrern zusammen, die deren Autos in der Zeit, in der sie arbeiten oder in der Stadt unterwegs sind, herumfahren. Das funktioniert, weil das günstiger ist als die Parkplatzgebühren.

Ein Privatchauffeur für jeden

Drop Car bietet zwei Services an:

► Einerseits “Will", ein “Parkdienst” für 15 US-Dollar in der Stunde. In einer Stadt wie New York, wo das Parken im Schnitt 20 US-Dollar in der Stunde kostet, ist das ein durchaus lohnendes Angebot.

► Andererseits “Steve”, ein monatliches Abo für 349 US-Dollar. Die Drop Car-Mitarbeiter holen das Auto des Kunden bis zu zehnmal ab, fahren es herum und parken es am Wunschort.

Spencer Richardson, der CEO des Start-Ups, sagt: “Solange die Menschen ihr Auto bekommen, wenn sie es brauchen und wir es haben, wenn sie es nicht brauchen, ist es ihnen egal, wo ihr Auto ist."

Bisher hat Drop Car ein paar tausend Kunden und 200 Angestellte, die hunderte Autos am Tag herumfahren. Und die Zahlen wachsen.

Der Unterschied von Drop Car zu anderen Fahrdienst-Apps ist der Fokus auf Geschäftskunden. Diese machen rund ein Drittel des Kundenstamms aus.

Der Erfolg des Start-Ups zeigt ein Problem auf

Auch in deutschen Städten könnte dieses Konzept funktionieren, denn das Verkehrsproblem ist ein ganz Ähnliches wie in den USA.

Das liegt an zwei Faktoren:

► Die Anzahl der verfügbaren Parkplätze ist auch in deutschen Großstädten zu gering, die Kosten für einen Parkplatz hoch. Dies liegt vor allem an den hohen Preisen für Grund und Boden, die immer weiter wachsen.

► Im Gegensatz dazu ist Fahren, trotz seiner negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt, in den Städten noch immer kostenfrei und damit auch im Hinblick auf die Infrastruktur preislich unterbewertet.

Der günstigste Weg ein Auto in der Stadt zu besitzen

Es ist also deutlich günstiger, jemanden zu bezahlen, der das Auto von außerhalb bringt und es für dich herumfährt, während du es nicht brauchst, als für einen dauerhaften Parkplatz in der Stadt zu zahlen.

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Das System des Unternehmens funktioniert also aufgrund der hohen Kosten für Parkplätze und der niedrigen Kosten für das Fahren und Lohn.

Ist die Zukunft des Parkens Fahren?

Ist Drop Car nur der Zwischenschritt zum Autonomen Fahren? Zukunftsvisionen von automatisierten Autoflotten scheinen aber noch in weiter Zukunft, auch weil Erfolge wie die von Drop Car zeigen, dass viele Autobesitzer sehr an ihrem eigenen Auto hängen, auch wenn sie es nicht jeden Tag nutzen.

Wenn also die Kosten für Parkplätze immer weiter ansteigen und fahren weiterhin günstig bleibt, werden Autos dann in Zukunft überhaupt parken? Oder werden sie permanent fahren, auch wenn der Fahrer nicht mehr auf dem Fahrersitz sitzt?

Dieser Entwicklung, die in den USA schon fortgeschritten ist, sollte die Politik entgegen zu wirken. Denn Drop Car versucht schließlich nur die Symptome zu lindern. Es sollte zu denken geben, dass sich das Konzept überhaupt lohnen kann.

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