Die Katar-Krise soll durch einen russischen Hackerangriff ausgelöst worden sein

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Die Krise um das Emirat Katar soll durch einen russischen Hackerangriff ausgelöst worden sein | Naseem Mohammed Bny Huthil / Reuters
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  • Laut einem Bericht von CNN könnten russische Hacker die diplomatische Krise zwischen Katar und seinen Nachbarstaaten ausgelöst haben
  • Die Hacker sollen einen gefälschten Bericht in die staatliche Nachrichtenagentur Katars geschleust haben, der für Empörung sorgte

Grenzschließungen, abgesagte Flüge, Ausweisungen, Hamsterkäufe, fallende Börsenkurse - der Streit zwischen dem Emirat Katar und seinen arabischen Nachbarstaaten ist die größte diplomatische Krise im Nahen Osten seit Jahren. Ein Bericht des US-Nachrichtensenders CNN wirft nun ein ganz neues Licht auf die Auseinandersetzung.

Demnach sollen russische Hacker die Krise ausgelöst haben. Angeblich sollen Moskaus Geheimdienste ein erfundenes Interview mit dem Emir von Katar in die staatliche Nachrichtenagentur des Landes eingeschleust haben. Der Sender beruft sich auf Quellen im FBI.

Die Krise soll ihren Anfang am 23. Mai genommen haben. An diesem Tag veröffentlichte Katars staatliche Nachrichtenagentur ein Interview, in dem sich der Emir überraschend freundlich über den Iran und Israel äußerte. Gleichzeitig sprach er sehr negativ über Katars Nachbarn Saudi-Arabien. Außerdem spekulierte er, dass US-Präsident Trump nicht lange im Amt bleiben werde.

Katars Nachbarn schäumten vor Wut. Das kleine Emirat dementierte den Bericht sofort und bezeichnete ihn als "Fake News". Doch es half nichts.

► Saudi-Arabien blockierte alle See-, Luft und Landverbindungen mit dem Emirat.
► Die Vereinigten Arabischen Emirate schlossen ihre Häfen und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge aus Katar.
► Die Fluglinien Etihad, Emirates, Fly Dubai und Gulf Air haben ihre Verbindungen nach Doha, der Hauptstadt Katars, eingestellt.
► Bürger Katars wurden benachrichtigt, dass sie innerhalb von 14 Tagen Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate verlassen sollen.

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Die Beziehungen Katars zu den anderen Golfstaaten sind schon länger angespannt. Denn das Emirat fährt einen freundlicheren Kurs gegenüber dem Iran, dem Erzfeind Saudi-Arabiens. Die mutmaßlich von Hackern platzierte "Fake News" hat laut Beobachtern die derzeitige Krise dann ausgelöst.

US-Ermittler vermuten nun, dass russische Hacker in die staatliche Nachrichtenagentur eingebrochen seien und das Interview dort platziert hätten.

Nach Angaben von CNN habe das FBI ein Team von Ermittlern nach Katar geschickt, um den Angriff zu untersuchen. Die gesammelten Informationen würden darauf hinweisen, dass russische Hacker hinter dem Angriff stecken würden.

Wie CNN berichtet, sei den Ermittlern noch unklar, ob hinter dem Angriff russische Kriminelle oder die Geheimdienste stecken würden. Ein Beamter sagte dem Sender allerdings, dass die Erfahrung der Vergangenheit gezeigt habe, dass "in dem Land nicht viel passiert ohne den Segen der Regierung".

Der Außenminister Katars dagegen, Scheich Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani sagte CNN, dass das FBI den Hackerangriff bestätigt habe.

"Was uns vorgeworfen wurde, basiert allein auf Fehlinformationen und wir denken, dass die ganze Krise auf falschen Informationen basiert", sagt er der CNN-Moderatorin Becky Anderson.

"Denn es wurde ausgelöst durch falsche Nachrichten, verfasst und eingeschleust in unsere nationale Nachrichtenagentur, die gehackt wurde, was vom FBI bewiesen wurde."

Eines allerdings ist sicher. Die diplomatische Krise spielt Russland in die Hände.

Denn in Katar befindet sich die Al Udeid Air Base, die größte US-Luftwaffenbasis im Nahen Osten. Sie dient als Basis für US-Operationen im Irak und Afghanistan. Dort befindet sich auch das Air and Space Operations Center, ein Kontrollzentrum mit 1000 Beschäftigen, das Bewegungen der US-Air-Force im Irak, Syrien, Afghanistan und Nordafrika koordiniert.

Russland hätte also ein militärisches Interesse daran, wenn Katar isoliert und somit US-Operationen im Nahen Osten erschwert würden.

Kein Wunder, dass sich das US-Militär in der Krise sofort hinter Katar stellte und die Rolle des Emirats im Kampf gegen den Terrorismus betonte.

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(ll)

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