Ein geleakter NSA-Bericht belegt Russlands Eingriffe in die US-Wahl

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Ein geleakter NSA-Bericht belegt Russlands Eingriffe in die US-Wahl | Sputnik Photo Agency / Reuters
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Das ging schnell. Noch bevor die Website "The Intercept" ein NSA-Dokument veröffentlichen konnte, das eine russische Einmischung in die Präsidentschaftswahl 2016 belegt, wurde die Frau verhaftet, die es weitergeleitet hatte.

Das Justizministerium bestätigte die Festnahme eine Stunde nachdem der Bericht am Montag online gegangen war.

Das Papier des US-Geheimdienstes deckt Erschreckendes auf. Es ist der bisher detaillierteste Bericht über russische Versuche zur Beeinflussung der US-Wahl - und er ist keine Fälschung.

Schon die sofortige Verhaftung der Whistleblowerin ist ein Indiz dafür. Außerdem bestätigte ein US-Beamter dem Sender CNN gegenüber die Echtheit des Dokuments. Auch dem Sender NBC wurde ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem "Intercept"-Bericht bestätigt.

"The Intercept" ist eine Website, die unter anderem von Laura Poitras und Glenn Greenwald betrieben wird. Die Seite gelangte im Zusammenhang mit dem NSA-Whistleblower Edward Snowden zu einiger Berühmtheit.

► Das Dokument ist am 5. Mai verfasst worden und beschreibt Versuche von russischer Seite, die Wahlen direkt durch Angriffe auf Sofware-Hersteller zu beeinflussen.
► Das Papier soll belegen, dass der russische Militärgeheimdienst einen Hackerangriff auf einen Hersteller von Wahlautomaten verübt hat.
► Zudem sollen russische Geheimdienste nur Tage vor der Wahl am 6. November präparierte E-Mails an 100 Wahlbeauftrage verschickt haben. Sie enthielten offenbar mit Malware präparierte Dokumente zum Ausspähen von Passwörtern.
► Die Verfasser des Reports halten es zudem für möglich, dass russische Hacker zumindest in Teile des US-Wahlsystems eingedrungen sein könnten.
► Das Dokument nennt dabei den Miiltärgeheimdienst GRU (Glavnoye Razvedyvatel’noye Upravleniye) als Quelle der Angriffe, das seien "gesicherte" Erkenntnissen.

Erst am Montag hatte der russische Präsident Wladimir Putin versucht, den Vorwurf russischer Hackerattacken auf die Wahl an die USA zurückzuspielen. Die Angreifer während der US-Wahl hätten von überall her sein können - auch aus den USA selbst, sagte er in einem Interview dem US-Fernsehsender NBC.

Nach Angaben des US-Senders CNN handelt es sich bei der Whistleblowerin um eine 25-jährige Frau, Reality Leigh Winner aus Georgia.

Nachdem "The Intercept" am 30. Mai die NSA kontaktiert hatte, um die Echtheit des Dokuments zu überprüfen, ergab eine Überprüfung, dass Winner das Dokument weitergeleitet haben musste. Sie wurde bereits am 3. Juni festgenommen und gestand alles. Ihr drohen nun zehn Jahre Gefängnis.

Die US-Regierung unter Donald Trump hat angekündigt, mit aller Macht gegen Leaks und die Weitergabe geheimer Informationen vorzugehen.

Der stellvertretende Chefankläger Rod Rosenstein erklärte am Montag zu der Festnahme, die Weitergabe vertraulichen Materials gefährde die nationale Sicherheit und untergrabe das Vertrauen in die Regierung.

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(sk)