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05/06/2017 16:31 CEST

Der Platz unter der U-Bahn-Linie 1 in Berlin ist meist ungenutzt - doch eine Initiative hat eine grandiose Idee

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Der Raum unter der U-Bahn-Linie 1 in Berlin ist nutzlos - doch eine Initiative hat eine grandiose Idee

  • Die Flächen unter der Hochbahn der U-Bahn-Linie 1 in Berlin ist oft unbenutzt

  • Die Initiative Radbahn möchte daraus einen Fahrradweg machen

Die U-Bahn-Linie 1 in Berlin ist berühmt. Ihr östlicher Abschnitt ist die älteste U-Bahn-Strecke der Hauptstadt. Außerdem verläuft der Fahrweg hier als Hochbahn auf einem Viadukt.

Das sieht schick aus. Der Platz unter der Hochbahn lässt sich allerdings nur schwer nutzen. Doch nun hat Architekt Matthias Heskamp eine Idee: Er möchte die Flächen unter der Bahn als Radweg nutzen.

Diesen Plan verfolgt er mit der Iniative Radbahn. "Radbahn will den vergessenen Raum unter Berlins berühmter U1-Hochbahn in eine pulsierende urbane Hauptschlagader verwandeln", heißt es auf der Webseite der Initiative.

"Du hast als Radfahrer kaum geeignete Wege"

Das Projekt könnte das Bild der Stadt nachhaltig prägen. Über 70 Prozent der Berliner haben ein Fahrrad, mehr als jeder zehnte radelt schon jetzt jeden Tag zur Arbeit, zeigen Erhebungen. Besonders Radler-freundlich findet Architekt Heskamp die Hauptstadt bisher allerdings nicht.

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Quelle: radbahn.berlin

"Du hast als Radfahrer kaum geeignete Wege, die so gestaltet sind, dass es nicht zum Konflikt mit Autos oder Fußgängern kommt", sagte er im Interview mit dem Rundfunksender RBB. 2016 starben 17 Radfahrer in Berlin im Straßenverkehr.

Mehrere Spuren, spezieller Belag und Platz für Pflanzen

Auch bei einem Radweg unter der U-Bahn-Linie 1 gebe es Knotenpunkte mit anderen Verkehrsmitteln. Die ließen sich aber zunächst herkömmlich mit einer Ampelschaltung überbrücken, sagte Heskamp im Interview. Die meiste Zeit wären die Radfahrer aber wohl gut abgeschirmt.

Dazu kommt kommt, dass die Hochbahn quasi als Dach dient - und die Menschen dort vor Nässe schützt. Etwa neun Kilometer könnten die Radfahrer auf diesem Weg zurücklegen, vom Zoo bis zur Oberbaumbrücke. Die Pläne der Initiative Radbahn sehen einen zweispurige Radweg vor, einen speziellen Belag und Platz für einen "grünen Filter" - Pflanzen am Wegesrand.

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Quelle: radbahn.berlin

Im Sommer wollen die Planer dem Berliner Senat ein ausgearbeitetes Konzept vorlegen, dann wird darüber abstimmt, ob die Idee Wirklichkeit wird.

Laut dem Berliner "Tagesspiegel" könnte die Radbahn 13 bis 27 Millionen Euro kosten. Als Radschnellweg sei die Route allerdings nicht gedacht.

Berlins Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) zeigte sich gegenüber dem "Tagesspiegel" beeindruckt von dem Projekt. Zwar sei die Umsetzung nicht einfach, aber "es muss auch in Berlin möglich sein, verwegene Ideen zu diskutieren. Und verwegene Ideen haben Unterstützung verdient, um eine Chance auf Realisierung zu haben."

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(mf)