"Das ist eine Menge Unsinn": So äußert sich Putin über die Russland-Affäre Trumps

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Putin behauptet: "Ich kenne Michael Flynn kaum" | POOL New / Reuters
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  • Der russische Präsident Wladimir Putin sagt, er kenne Michael Flynn kaum
  • Flynn war Sicherheitsberater der USA und wurde wegen Russland-Verwicklungen entlassen
  • Außerdem bestritt Putin, dass er eine Akte mit geheimen Informationen über US-Präsident Trump habe

Der russische Präsident Wladimir Putin behauptet, er würde Michael Flynn, den früheren Nationalen Sicherheitsberater der USA, kaum kennen. Er sei ihm lediglich einmal kurz bei einer Veranstaltung des russischen Senders Russia Today begegnet. Das sagte er in einem Interview mit dem US-Sender NBC.

Dieses Treffen kann Putin auch nicht abstreiten - es gibt schließlich Fotos der beiden, wie sie nebeneinander an einem Tisch sitzen und wie sie sich die Hände schütteln.

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Flynn und Putin bei einer Gala des staatsnahen russischen Fernsehsenders Russia Today

Doch Putin sagte gegenüber NBC: "Ich habe nicht einmal richtig mit ihm geredet. Das ist das Ausmaß meiner Bekanntschaft mit Herrn Flynn."

Putin: "Es gibt keine Trump-Akte"

Flynn ist eine Schlüsselfigur rund um die Russlandverwicklungen von US-Präsident Donald Trump. Es geht dabei um mögliche illegale Absprachen zwischen Wahlkampfmitarbeitern von Trump und Mitgliedern der russischen Regierung.

Flynn musste nach nur dreieinhalb Wochen im Amt als Nationaler Sicherheitsberater Trumps zurücktreten, weil er über ein Telefonat mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak gelogen hatte.

Auch zu Trump habe er keine Beziehung, sagte der russische Präsident. Gerüchte, er habe eine Akte mit geheimen, kompromittierenden Informationen des US-Präsidenten, dementierte Putin. "Das ist eine Menge Unsinn", sagte Putin. Er wisse nichts von einer Akte über den US-Präsidenten.

Putin: "Wir hatten überhaupt keine Beziehung"

"Woher sollen wir diese Informationen haben?", fragte Putin die NBC-Reporterin. "Hatten wir irgendeine besondere Beziehung zu ihm?" Die Antwort auf diese Frage gibt der russische Präsident gleich selbst: "Wir hatten überhaupt keine Beziehung."

Putin sagte, er habe Trump noch nie getroffen. Belege für ein Treffen der Beiden gibt es tatsächlich nicht. Trump war allerdings als Geschäftsmann oft in Moskau.

Die Russland-Affäre wird für den US-Präsidenten immer heikler. In der kommenden Woche soll der von Trump geschasste frühere FBI-Chef James Comey vor dem US-Senat aussagen. Comey wollte die Ermittlungen wegen Verwicklungen Russlands in den US-Wahlkampf offenbar ausweiten - Trump kam ihm mit dem Rausschmiss offenbar zuvor. Trump soll Comey außerdem gebeten haben, die Untersuchungen zu Flynn einzustellen.

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