Bei Apple steht eine große Revolution bevor - und es ist nicht das nächste iPhone

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Bei Apple steht eine große Revolution bevor - und sie kommt noch vor dem nächsten iPhone | Edgar Su / Reuters
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1976 war es, als Steve Wozniak seinen ersten programmierbaren Taschenrechner verkaufte. Mit dem Erlös daraus gründete er das Unternehmen mit, das jetzt das wertvollste der Welt ist: Apple.

Vor mehr als 40 Jahren hatte “Woz”, wie er in der Tech-Szene genannt wird, wohl noch den Glauben in Apples Innovationskraft. Doch damit ist es jetzt offenbar vorbei. Kürzlich erzählte der Apple-Mitgründer in einem Interview mit dem Wirtschaftsdienst “Bloomberg”, dass er nicht glaube, dass die nächste große Innovation von Apple kommen wird. Das Unternehmen sei mittlerweile zu groß und zu etabliert. Er glaube, dass Tesla in Apples Fußstapfen tritt.

Natürlich: Seit Steve Jobs Tod wartet die Tech-Szene auf Apples nächsten großen Wurf. Auf ein Gerät oder eine Software, die die Welt verändern wird wie einst das iPhone. Und ja, sie wartet immer noch.

Apple steckt schon im Weltverändern

Dabei übersehen viele, dass Apple mittendrin steckt im Weltverändern - und dass das nicht erst mit dem ominösen, von Erwartungen überladenen, neuen iPhone im Herbst passieren wird. Sondern mit dem neuen Siri-Lautsprecher des Unternehmens.

Mit dem HomePod kann das Unternehmen aus Cupertino mal wieder unseren Alltag revolutionieren.

Natürlich: Es gibt schon Home-Lautsprecher mit digitalem Sprachassistenten. Amazon vertreibt mehrere Geräte mit seiner Assistentin Alexa, der Google Assistant spricht aus Google Home.


Wir testen Amazons sprechende Assistentin "Alexa"

Siri ist nicht mehr die beste

Unbestritten ist auch, dass Siri in der Krise steckt. Der erste digitale Sprachassistent, den Millionen Menschen nutzten, ist lange nicht mehr der beste. Längst ist Google am Konkurrenten vorbeigezogen.

Trotzdem hat der Siri-Lautsprecher gegenüber anderen Produkten einen entscheidenden Vorteil: Er ist von Apple.

Und damit ist er nicht nur ein technisches Gerät - sondern ein Lifestyle-Objekt. Ein Produkt, dass cool und schön sein wird. Eines, das man einfach haben will. Und eines, das einfach zu bedienen sein wird.

Apple kann so dem digitalen Assistenten in der Wohnung zum Durchbruch verhelfen. Und damit auch endlich Smart Home massentauglich machen.

"So dass es Menschen Spaß macht, sie zu benutzen"

Apple hat eigentlich nie etwas anderes getan. “Wir haben immer versucht Technologie und Kunst zu vereinen”, sagte Steve Jobs bei der Präsentation des iPads vor etlichen Jahren. “Wir wollten von beidem das beste. Technologisch sehr fortschrittliche Produkte machen, die aber auch intuitiv und einfach zu bedienen sind, so dass es Menschen Spaß macht, sie zu nutzen.”

Nicht der User soll zu den Produkten kommen - sondern die Produkte zum User, beschrieb Jobs die Apple-Vision.

Für den amerikanischen Apple-Analysten Neil Cybart ist Apple deshalb gar keine Tech-Company - sondern ein Design-Unternehmen.

Apple stelle das Erlebnis des Nutzers und wie er mit Technologie interagiert über die reine Technologie. Für Apple sei Design die Zutat, die das Produkt über alles andere stellt, sagt Cybart.

Mit dieser Philosophie ist Apple nicht nur zum wertvollsten und reichsten Unternehmen der Welt geworden. Mit der konsequenten Umsetzung dieser Vorstellung hat Apple auch den Stellenwert, den technische Geräte heute haben, entscheidend geprägt.

Tech ist Lifestyle

Denn: Tech ist mittlerweile Lifestyle. Für viele ist es wichtiger, das neueste iPhone zu haben, als einen schicken Anzug oder ein Designer-Kleid. Wir geben mit Tech-Spielereien an, präsentieren sie, zeigen sie stolz.

Schuld daran ist Apple.

Apple legt schon lange wert auf Design. Damit hat es der Tech-Gigant mit dem wirtschaftlich unerfolgreichen Computer "Cube" und anderen Produkten sogar ins Museum of Modern Art geschafft.

cube
Der Apple "Cube"

Mit dem ersten iPhone hat Apple 2007 das Aussehen von Smartphones für immer geprägt.

Zur Erinnerung: So sahen andere Handys vor zehn Jahren aus:

sony
Das Sony Ericsson Cybershot

Zum Vergleich:

iphone
Das iPhone 2007

Natürlich ist Aussehen nicht alles. Apple hat seit dem ersten Mac mit grafischer Benutzeroberfläche sehr viel Wert darauf gelegt, alle Produkte so einfach bedienbar wie möglich zu machen. Die Technologie, die im Kern dahinter steckt, ist Apple zwar wichtig, aber sie ist nur eine Zutat auf dem Weg zum perfekten Produkt.

Sie ist nur ein Wegbereiter für das perfekte Erlebnis, das der Nutzer haben soll, wenn er ein iPad, iPhone oder eine Apple Watch in den Händen hält.

Durchbruch für das smarte Zuhause

Wenn Apple einen Smart-Home-Lautsprecher auf den Markt bringt, dann können wir uns sicher sein, dass er stylisch sein wird. Er wird einfach zu bedienen sein und perfekt mit allen anderen Apple-Produkten zusammenarbeiten.

Wenn Apple jetzt noch die Pflicht erledigt, Siri wieder konkurrenzfähig zu machen, kann der Lautsprecher bald in sehr viele Haushalte einziehen.

Und damit auch dem smarten Zuhause, von dem seit Jahren gesprochen wird, zum Durchbruch verhelfen. Denn: Die Technologie allein ist den Menschen nicht genug.

Das weiß Apple.

Das wusste Steve Jobs.

Aber anscheinend hat Steve Wozniak das vergessen.

Tatsächlich hat Apple am Montagabend seinen intelligenten Lautsprecher vorgestellt. Der zylinderförmige Home Pod wird mit sechs Mikrofonen ausgerüstet werden. Das Gerät soll ab Dezember für 349 US-Dollar in den USA, Australien und Großbritannien erhältlich sein. Nächstes Jahr sollen dann weitere Länder folgen.

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(mf)