Trump will auf Twitter seinem Einreisestopp zum Durchbruch verhelfen - stattdessen schadet er sich selbst

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DONALD TRUMP
Donald Trump schreibt sich auf Twitter erneut in Zorn. | Bloomberg via Getty Images
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  • Donald Trump hat am Montag eine regelrechte Twitter-Tirade abgefeuert
  • Der US-Präsident griff dabei das eigene Justizministerium an
  • Doch Beobachter glauben: Trumps neueste Tweets schaden insbesondere ihm selbst

Donald Trump schimpft mal wieder auf Twitter. Und erneut geht das Ganze nach hinten los: Am Montag schrieb der US-Präsident über den Kurznachrichtendienst: "Die Menschen, Juristen und Gerichte mögen es nennen wie sie wollen. Ich nenne es einen Einreisestopp!".

Denn Trump will, dass sein Land Menschen aus mehreren islamischen Staaten von der Einreise abhält. Dieser noch im Januar eingeführte "Travel Ban" ist derzeit aber nicht in Kraft, da Gerichte ihn kurzer Zeit später bereits wieder gestoppt hatten.

Am Montag feuerte Trump eine regelrechte Tirade auf Twitter zu dem Thema ab. Kurze Zeit nach dem ersten Tweet warf er dem Justizministerium vor, eine "verwässerte, politisch korrekte Version" des Einreisestopps an das US-Verfassungsgericht, dem Supreme Court, weitergeleitet zu haben.

Das Justizministerium müsse stattdessen eine "viel härtere Version" vom Supreme Court, verlangen, twitterte Trump.

Doch schon bald wiesen Rechtsgelehrte und US-Medien darauf hin, wie falsch Trump mit seinen neuesten Tweets liegt. Denn Trump selbst hatte eine mildere Version des Einreisestopps autorisiert, wie die "Washington Post" anmerkt.

Mildere Version des "Travel Ban"

Diese Fassung sieht vor, dass Menschen aus nur sechs statt sieben Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit an einer Einreise gehindert werden. Zudem wäre nur die Vergabe von neuen Visa betroffen anstatt dass bereits bestehende Visa ungültig würden, schreibt die Zeitung.

Vor allem aber offenbart Trump in seinen Tweets, um was es ihm wirklich geht: Bürgern aus diesen Staaten soll es nicht mehr möglich sein, in die USA zu reisen. Sein Pressesprecher hatte noch argumentiert, es sei kein Stopp, kein "Ban", sondern nur eine temporäre Massnahme.

Donald Trump schadet sich selbst

Der Anwalt Neal Katyal, der gegen die Einreisesperre vor Gericht kämpft, schrieb auf Twitter: "Es ist etwas eigenartig, dass der Verteidiger im Gerichtsfall Hawai gegen Trump uns als Co-Verteidiger hilft. Wir brauchen die Hilfe nicht, aber wir nehmen sie an." Ein Gericht in dem US-Bundesstaat hatte den Einreisestopp ausser Kraft gesetzt.

Selbst George Conway, Anwalt und Ehemann der Trump-Beraterin Kellyanne Conway, argumentierte auf Twitter, Trump schade sich mit seinen neuesten Tweets selbst.

Vielleicht würden sich einige Leute mit Trumps Tweets besser fühlen, twitterte Conway, sie seien aber schwerlich hilfreich, in einem Verfahren vor dem Supreme Court eine Mehrheit zu erhalten - doch darauf komme es an. Conway schloss seinen Kommentar in typischer Trump-Manier: "Traurig!"

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