Labour-Chef Corbyn fordert britische Premierministerin May zum Rücktritt auf

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Labour-Chef Corbyn fordert britische Premierministerin May zum Rücktritt auf | Andrew Yates / Reuters
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  • Labour-Chef Corbyn hat Premierministerin May zum Rücktritt aufgefordert
  • Als Innenministerin sei sie für den Stellenabbau bei der Polizei und damit für die Anschläge in Großbritannien mitverantwortlich

Nach dem Terroranschlag von London hat der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, Regierungschefin Theresa May zum Rücktritt aufgefordert.

Corbyn verwies darauf, dass May in ihrer Zeit als Innenministerin mitverantwortlich für den Stellenabbau bei der Polizei gewesen sei. Heute gebe es 20.000 Polizisten weniger in Großbritannien als 2010.

Nun stelle die Premierministerin die geringe Stärke der Sicherheitskräfte als Problem dar. Corbyns Anklage erfolgt wenige Tage vor der Neuwahl des Unterhauses am Donnerstag. Zuletzt forderte er selbst 10.000 zusätzliche Stellen bei der Polizei.

Corbyn sagte: "Ja, wir haben ein Problem: Wir hätten die Polizeistellen nie kürzen dürfen." Die Wahl an diesem Donnerstag sei "vielleicht die beste Möglichkeit", um May aus dem Amt zu treiben.

May weist Vorwürfe zurück

Die Regierungschefin hatte die Vorwürfe bereits mehrmals zurückgewiesen. Die Polizei sei gut für den Anti-Terror-Kampf gerüstet.

Am Sonntag hatten die meisten Parteien landesweit ihren Wahlkampf wegen des Anschlags mit sieben Toten und dutzenden Verletzten unterbrochen. Am Montag ging der Wahlkampf dann weiter - und der Terror wurde zum zentralen Thema.

Premierministerin Theresa May demonstriert eine harte Haltung. Sie unterstütze die "Shoot to Kill"-Linie der Polizei, also gezielte Schüsse in Tötungsabsicht auf Angreifer, sagte May am Montag vor Journalisten. Ihrem Herausforderer Corbyn warf sie vor, über keine Führungsqualitäten zu verfügen.

May hatte im April Neuwahlen ausgerufen. Damals konnte sie aufgrund der Umfrageergebnisse auf eine deutlich stärkere Mehrheit im Unterhaus hoffen. Nun ist ihr Vorsprung allerdings dahin geschmolzen.

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov könnte Mays Partei bei der Neuwahl nur 305 Sitze erreichen. Damit hätte sie ihre Mehrheit im Unterhaus verspielt, nach der YouGov-Umfrage fehlten ihr dazu 21 Sitze. Corbyns Labour-Partei kommt demnach auf 268 Sitze.

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