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04/06/2017 14:32 CEST

"Dummes Zeug": Außenminister Sigmar Gabriel attackiert Peer Steinbrück wegen SPD-Kritik

Thomas Peter / Reuters
"Dummes Zeug": Außenminister Sigmar Gabriel attackiert Peer Steinbrück wegen SPD-Kritik

  • Außenminister Sigmar Gabriel hat in einem Interview Peer Steinbrück attackiert

  • Die Kritik des Ex-Kanzlerkandidaten an der SPD sei "dummes Zeug"

  • Gabriel bekräftigte zudem den Abschiebestopp nach Afghanistan und drohte der Türkei

Per Steinbrück ist vor vier Jahren kläglich als Kanzlerkandidat der SPD gescheitert. Heute hindert ihn das nicht daran, an seiner Partei Kritik zu üben: Als "Heulsusen" und "verbiestert" hatte er die Sozialdemokraten kürzlich in einem Interview bezeichnet.

Die Partei leide unter ihrem neuen Vorsitzenden an einem Realitätsverlust. Zu Martin Schulz sagte Steinbrück in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Das Publikum hat sich gewundert: Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?"

Der Rat des Ex-Kanzlerkandidaten für die SPD: Die Partei solle sich mal entspannen. Tut sie aber nicht. Sie regt sich auf, über Peer Steinbrück. Allen voran Außenminister Sigmar Gabriel.

Gabriel wirft Steinbrück mangelnde Haltung vor

"Das ist dum­mes Zeug", sagte der Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter der "Bild am Sonntag" über Steinbrücks Kritik. "Ich frage mich, warum Men­schen, die ihre ganze be­ruf­li­che Kar­rie­re ihrer Par­tei zu ver­dan­ken haben, hin­terher schlecht über die ei­ge­ne Par­tei reden".

Er habe dafür keine Er­klä­rung. "Ich weiß nur, dass ich das be­stimmt nie ma­chen werde. Was hat Hel­mut Schmidt alles er­tra­gen müs­sen. Oder auch Ger­hard Schrö­der oder Hel­mut Kohl, Rai­ner Bar­zel und An­ge­la Mer­kel in ihrer CDU. Kei­ner hat am Ende schlecht über seine Par­tei ge­re­det. Das ist eine Hal­tungs­fra­ge."

Gabriel: "Frieden schließt man nicht mit Freunden, sondern mit Feinden"

Gabriel sprach mit der "BamS" jedoch nicht nur über Peer Steinbrück. Auch, wenn folgender Satz wohl auch zu dem Konflikt mit dem ehemaligen Spitzenpolitiker der Partei gepasst hätte: "Frieden schließt man nicht mit Freunden, sondern mit Feinden."

Gabriel sagte ihn aber nicht über Steinbrück, sondern über die afghanischen Taliban.

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Nach den schwe­ren An­schlä­gen in dem Land for­dert der Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Frie­dens­ver­hand­lun­gen mit der Terrormiliz. Für einen Frie­dens­schluss in Af­gha­nis­tan muss auch mit den Ta­li­ban ver­han­delt wer­den", sagte Ga­bri­el. Nir­gend­wo auf der Welt könne man eine Lage rein mi­li­tä­risch be­frie­den.

Gabriel bekräftigt Abschiebestopp und droht der Türkei

Ga­bri­el drängt zu­gleich dar­auf, das deut­sche En­ga­ge­ment in Af­gha­nis­tan nicht zu re­du­zie­ren. Zudem will der Minister an dem in die­ser Woche ein­ge­führ­ten Ab­schie­be­stopp für ab­ge­lehn­te Asyl­be­wer­ber nach Af­gha­nis­tan fest­hal­ten.

"Wir be­wer­ten die Si­cher­heits­la­ge bis Ende Juli neu. So lange wer­den nur Straf­tä­ter und Ge­fähr­der ab­ge­scho­ben, aber kei­ner, der sich nichts hat zu­schul­den kom­men las­sen", sagte Ga­bri­el.

Der Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter drohte im "Bild"-Interview zudem mit einem Abzug der deut­schen Sol­da­ten vom Na­to-Stütz­punkt Incirlik in der Türkei. "Die Tür­kei muss ein Be­suchs­recht zwei­fels­frei zu­si­chern", sagte Ga­bri­ell. "Wenn die Tür­kei das in In­cir­lik aus Grün­den der In­nen­po­li­tik nicht kann oder will, soll­ten wir uns ohne Streit und part­ner­schaft­lich auf eine Be­en­di­gung der Trup­pen­sta­tio­nie­rung ver­stän­di­gen."

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(ks)

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