"Mit positiven Botschaften": Bundesregierung will Stillen in der Öffentlichkeit populärer machen

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"Mit positiven Botschaften": Bundesregierung will Stillen in der Öffentlichkeit populärer machen | asiseeit via Getty Images
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Obwohl es absolut nicht mehr zeitgemäß ist, ist Stillen in der Öffentlichkeit immer noch ein Tabuthema. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), in dessen Ressort das Stillen fällt, weil es zum Bereich Ernährung gehört, will das jetzt ändern.

Schmidt will das Stillen von Babys in der Öffentlichkeit populärer machen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Um zu seinem Ziel zu kommen, hat Schmidt die Nationale Stillkommission damit beauftragt, in einem Bericht mit dem Titel "Erarbeitung von positiven Botschaften zur Erhöhung der Akzeptanz des Stillens in der Öffentlichkeit" Lösungen zu präsentieren.

Stillende Frauen werden immer noch fies angegangen und beschimpft

"In einer aufgeklärten und toleranten Gesellschaft sollte das Stillen in der Öffentlichkeit idealerweise kein Problem darstellen", heißt es vom Landwirtschaftsministerium laut "Spiegel".

Doch das Gegenteil ist oft der Fall. Stillende Frauen in Restaurants, Parks oder Cafés werden immer noch angefeindet. Es gab auch Vorfälle, bei denen Mütter aus Lokalen oder öffentlichen Verkehrsmitteln geworfen wurden - weil sie ihr Baby gestillt haben.

Das soll sich ändern: Darum will Schmidt den NSK-Bericht im Sommer veröffentlichen.

Muttermilch ist die beste Ernährung für ein Kind

Stillen ist für viele Mütter selbstverständlich. Kein Wunder: Muttermilch ist nachgewiesenermaßen die beste Ernährung für ein Baby. Studien zufolge soll das Wachstum der weißen Gehirnsubstanz bei Babys, die gestillt werden, um 20 bis 30 Prozent größer sein, als bei denen, die nicht gestillt werden. Angeblich sollen Menschen, die als Baby gestillt wurden, später sogar erfolgreicher im Leben sein.

Außerdem enthält die Milch wichtige Nährstoffe und Antikörper für das Baby, das Stillen soll das Brustkrebsrisiko der Mutter senken und die Liebe und Geborgenheit, die das Baby durch den Körperkontakt spürt, sollen bekanntlich positive Begleiterscheinungen des Stillens sein.

Doch obwohl Stillen das Natürlichste der Welt sein sollte, werden Frauen, die ihrem Baby an öffentlichen Orten die Brust geben, immer noch fies angefeindet.

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