7 Dinge, die ihr über den "Rock am Ring"-Abbruch wissen müsst

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ROCK AM RING
Die Polizei durchsuchte das Gelände von "Rock am Ring". | dpa
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  • Das Musikfestival "Rock am Ring" wurde am Freitagabend unterbrochen
  • Grund dafür war ein Terroralarm
  • Die AfD versuchte kurz darauf, Angst zu schüren und das Ereignis für sich zu nutzen
  • Am Samstag um 11 Uhr wollen die Behörden informieren, ob das Festival weitergeht

Am Freitagabend wird das Festival "Rock am Ring" auf dem Nürburgring in der Eifel plötzlich wegen eines Terroralarms unterbrochen. Die Veranstalter bitten die Zuschauer, das Gelände zu verlassen. Weshalb der Alarm ausgelöst wurde und ob tatsächlich Gefahr bestand, ist noch nicht bekannt.

Hier findet ihr das Wichtigste zum "Rock am Ring"-Abbruch im Überblick:

1. Was ist geschehen?

Das von Zehntausenden Musikfans besuchte Festival "Rock am Ring" ist wegen Terrorgefahr unterbrochen worden. Es gebe "konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen" sei, teilte die Polizei Koblenz am Freitagabend mit.

Die Veranstalter riefen die Besucher gegen 21 Uhr dazu auf, das Gelände in Richtung Ausgänge und Campingplätze zu verlassen. Über Lautsprecher richteten sie sich direkt an die Menschen: "Wegen einer terroristischen Bedrohungslage wird das Festival für heute abgebrochen. Wir hoffen, dass es morgen weitergeht. Bitte begebt euch zu den Ausgängen." Zehntausende Besucher mussten das Gelände verlassen. Darauf durchsuchte die Polizei das Areal.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung bestätigte die Terrorwarnung. Es gebe Hinweise auf eine mögliche terroristische Bedrohungslage, sagte Ministeriumssprecher Joachim Winkler.

Am späten Freitagabend meldete die Zeitung "Bild" dann, die Polizei vernehme zwei Verdächtige. Die Zeitung schrieb, die beiden Verdächtigen hätten einen salafistischen Hintergrund. Die ARD berichtete, die zwei hätten Ausweise als Helfer gehabt, wodurch sie Zugang zum Festival erhielten.

Wer sie sind und ob sie tatsächlich etwas mit der Terrorwarnung zu tun haben, ist noch nicht bekannt.

"Wir können im Moment nichts sagen. Wir müssen die Ermittlungen sauber durchführen", sagte Polizeisprecher Lars Brummer.

2. Noch ist nicht bekannt, ob und wann es weitergeht

Ob es weitergeht, ist noch nicht sicher. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) will am Samstag um 11.00 Uhr am Nürburgring über die Ereignisse informieren. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob das bis Sonntag geplante Festival fortgesetzt wird.

Marek Lieberberg, der das Festival seit Jahren organisierte, forderte eine Fortsetzung der dreitägigen Veranstaltung. Ein Polizeisprecher sagte dagegen am Abend, es gebe keinen konkreten Plan, "wann wir das Gelände wieder freigeben".

Das Zwillingsfestival "Rock im Park“ in Nürnberg hingegen wurde nicht unterbrochen und lief weiter.

Die Polizei hat am frühen Samstagmorgen die Durchsuchungen des Geländes fortgesetzt. Das teilten Sprecher der Polizei Koblenz und des rheinland-pfälzischen Innenministeriums mit. Wann die Entscheidung über Fortsetzung oder endgültigen Abbruch des Festivals am Nürburgring in der Eifel fällt, war zunächst noch unklar. Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) will sich bei einer Pressekonferenz um 11:00 Uhr zu den Ereignissen äußern.

Bereits im Vorjahr kam es zu einem vorzeitigen Ende des "Rock am Ring"-Festivals. Damals zog ein schweres Gewitter über das Gelände, mehrere Menschen wurden bei Blitzeinschlägen verletzt.

3. Die Band "Rammstein" konnte nicht mehr auftreten

Die Band "Broilers" musste wegen der Terrorwarnung mitten in ihrem Auftritt stoppen, wie dieses Video zeigt:

Das Konzert der Gruppe "Rammstein" wurde gänzlich abgesagt. Sie wären mit ihrem Auftritt ab 22.30 Uhr der Höhepunkt des ersten Festivaltages gewesen. Ob die Rocker stattdessen am Samstag auftreten werden, ist derzeit noch nicht bekannt.

4. Der Festival-Organisator hielt eine Wutrede vor laufender Kamera

"Rock am Ring"-Veranstalter Marek Lieberberg redete sich bei seiner Pressekonferenz in Rage. Dabei warf er Muslimen in Deutschland vor, sie würden kein klares Zeichen gegen Terror setzen.

Jeder einzelne müsse sich gegen den Terrorismus stellen. "Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen diese Gewalttäter richten", so der Veranstalter. Er habe noch keine Muslime gesehen, die zu zehntausenden gegen den Terror demonstriert hätten.

5. Konzertgänger zeigen sich ruhig

Wie verschiedene Videos und Berichte von Menschen vor Ort zeigen, verließen die Besucher rasch das Gelände, nachdem sie dazu aufgefordert worden waren. Dabei zeigten viele eine erstaunliche Ruhe bei der Räumung.

Bereits eine Stunde nach der Absage sei der Bühnen-Bereich leer gewesen, schreibt etwa dieser Lokaljournalist:

Auch Marek Lieberberg, der das Festival seit Jahren organisiert, trat am späten Freitagabend an die Öffentlichkeit und lobte die Zuschauer.

Die Zuschauer hätten ruhig reagiert und ohne Demonstrationen das Gelände geräumt, sagte Lieberberg im Twitter-Video.

6. Die Festivalbesucher setzten ein Zeichen gegen den Terror

Sie verlassen das Gelände. Und singen die Hymne "You'll never Walk alone". In zahlreichen Videos in den sozialen Netzwerken ist zu hören, wie die Festivalbesucher mit Gesang, Pfiffen und Geklatsche gegen den Terror protestieren.

Sie wollen zeigen: Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir sind hierhergekommen, um das Leben und die Musik zu feiern.

Das wird in einem weiteren Video noch deutlicher. Darin singen Menschen: "Eins kann uns keiner, eins kann uns keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben."

Es sind gar Menschen zu sehen, die kämpferisch die Faust in die Höhe strecken, die tanzen, rauchen - das Leben genießen.

7. Die AfD will von der Terror-Angst profitieren

Kurz nachdem "Rock am Ring" vorzeitig abgebrochen wurde, meldete sich die AfD zu Wort. Auf Twitter veröffentlichte die Partei ein Bild mit dem Text "Wir rocken Deutschland." Für Aufregung sorgte, was darüber steht: "Damit nicht nur Rock am Ring wieder sicher wird", verspricht die AfD.

Sie will die Angst der Menschen vor Terror weiter schüren - um dann an der Urne Stimmen von verängstigten Deutschen zu gewinnen.

Mit Material der dpa.

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