Nach Unfall und Koma: TV-Legende Alfred Biolek spricht ungeschönt über seine Verfassung

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ALFRED BIOLEK
Alfred Biolek gilt als einer der berühmtesten Moderatoren der deutschen Fernsehgeschichte. | Andreas Rentz via Getty Images
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Er ist eine der größten Fernseh-Legenden Deutschlands. Alfred Biolek wurde ab Ende der 1970er Jahre mit Shows wie Bio´s Bahnhof, Boulevard Bio und alfredissimo! bekannt.

Der heute 82-Jährige gilt als Kochshow-Pionier und hatte in seinen Sendungen unzählige prominente Gäste, mit denen er zusammen unterschiedlichste Kreationen zauberte.

Ein Unfall veränderte sein Leben radikal

Doch ein schwerer Unfall vor sieben Jahren hat das Leben des Kult-Moderators radikal verändert.

Nach einem Sturz von einer Wendeltreppe im Jahr 2010, hatte sich Biolek schwer an Kopf und Schulter verletzt. Nach der Operation lag er im Koma, mit den schweren Folgen eines Gedächtnisverlusts. "Es ist alles weg“, sagte er damals in einem Interview mit dem "Süddeutsche Zeitung Magazin“. "Ich kann mich an nichts mehr erinnern, es tut mir leid“, sagte Biolek.

Heute wohnt er wieder in Köln

Biolek wohnt, nachdem er zehn Jahren in Berlin gelebt hat, wieder in Köln. "Als es mir besser ging, saß ich in Berlin-Mitte und begriff, dass ich dort nur Menschen kenne, die ich interessant finde, mit denen ich aber nicht befreundet bin. Es waren Bekanntschaften, keine gewachsenen Bindungen“, sagte Biolek gegenüber der "Süddeutschen Zeitung“.

Die glamourösen Zeiten von Partys und Einladungen zum Essen, das er selbst kochte, sind inzwischen vorbei. Er liest viel, geht spazieren (mit Rollator), trifft Freunde, und abends gegen 20 Uhr schaltet er den Fernseher an.

"Ich habe 300 Programme, mir wird nicht langweilig.“ Er sei "milder geworden. Das Programm hat sich geändert, aber die Menschen eben auch. "Das Fernsehen ist nicht besser oder schlechter als zu meiner Zeit, es ist anders“, so Biolek.

"Ich kann schon noch Kartoffeln oder Karotten schnippeln, aber für mehr reicht es nicht.“

Seine einst so große Leidenschaft, das Kochen, lässt er inzwischen fast gänzlich blieben. Er sei nicht mehr fit genug, denn beim Kochen müsse man viel denken und stehen. "Das ist mir zu anstrengend“, sagt er. "Ich kann schon noch Kartoffeln oder Karotten schnippeln, aber für mehr reicht es nicht.“

Trotzdem vermisse er es nicht. Er hätte nun auch keine "Panikattacken“ mehr, da er nun nicht mehr dem Druck ausgesetzt sei, jeden Abend für zehn Personen kochen zu müssen.

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Auch Bioleks Leidenschaft für Wein ist inzwischen passé. Er trinke nur noch alkoholfreien Wein. Ein anderer schmecke ihm nicht mehr.

"Es kann zu Ende gehen“

Zu seinem Alter hätte er ein "entspanntes Verhältnis“. Schließlich gäbe es ja "keine Alternative“, so der ehemalige TV-Koch. "Ich habe keine Beschwerden, der Rücken, die inneren Organe, alles gut, mal zwickt das Knie, aber ich nehme keine Medikamente, nur Kalzium- und Vitamintabletten“, verrät Biolek.

"Ich freue mich noch auf ein paar Jahre, aber irgendwann, so mit Ende achtzig oder Anfang neunzig, kann es von mir aus zu Ende gehen“, sagt er.

Die Gedanken an den Tod würden ih nicht belasten. "Wenn mich jemand schlecht behandelt oder mir nicht die Wahrheit sagt, das finde ich unangenehm. Den Tod finde ich nicht unangenehm. Ich bin doch schon alt.“

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(ks)